Meine Tagebuch-Einträge 2006

Drei-Länder-Tour, 2.1, 5. Etappe - 17. September 2006

Heute auf der Schlußetappe nach Frankfurt wollten sich viele Fahrer noch mal zeigen und dementsprechend lange hat es heut auch gedauert bis eine Spitzengruppe zustande kam. Ich habe es auch mal probiert, aber es war klar, dass mich Gerolsteiner, T-Mobile und CSC nicht fahren lassen wollten, weil ich zu gefährlich war für die Gesamtwertung.
Von uns heut in der Spitzengruppe: Daniel Musiol.
Ab der Hälfte des Rennens bildete sich im Feld so etwas wie eine Allianz von drei Teams die noch einmal richtig Gas gaben um es zu einem Massensprint kommen zu lassen.
Was ihnen auch fast gelang. Nur eine geschlossene Bahnschranke 40km vorm Ziel verhinderte, dass wir die komplette Spitze wieder einholen konnten. So rettete sich Karsten Kroon von CSC mit 30 Sekunden vor dem Hauptfeld als Sieger ins Ziel.
Bester Milramfahrer wurde heute Björn als Zweiter im Feldsprint und somit Sechster auf der Etappe. Ich habe meinen vierten Gesamtrang verteidigt und das Trikot für den besten Nachwuchsfahrer gewonnen.

Drei-Länder-Tour, 2.1, 4. Etappe - 16. September 2006

Heut stand eine sehr schwere Etappe durch den Taunus auf dem Programm. Es wurde von Anfang an sehr schnell gefahren bis eine ca. 13 Mann starke Gruppe vorne raus war und Gerolsteiner im Feld das Tempo kontrolliert hat. Für uns war in der Gruppe Mirko Celestino und da keiner der Fahrer aus der Spitzengruppe in der Gesamtwertung gefährlich war, wurde die Gruppe bis auf max. 8 Min. weggelassen.
Etappensieger wurde Luke Roberts von CSC vor Mirko.

Drei-Länder-Tour, 2.1, 3. Etappe EZF - 15. September 2006

Als Viertletzter ging ich heute um kurz nach 17 uhr auf die Strecke. Zeitfahren ist irgendwie immer etwas Besonderes. Man ist angespannter als bei den anderen "normalen" Etappen. Beim Einzelzeitfahren muss a man über die komplette Distanz immer alles geben. Heute waren's nur 18 Kilometer.
Habe also alles gegeben - schließlich wollte ich auf die vor mir liegenden nicht noch mehr Zeit einbüßen und vor allem Glasner hinter mir behalten. Habe mich unterwegs sehr gut gefühlt und konnte volles Tempo gehen. Bin die ganze Zeit so ca. 50 km/h gefahren. Im Ziel hatte ich auf Glasner 40 Sekunden herausgeholt - erstes Ziel also schonmal erfüllt. So habe ich meinen 4. Platz wieder etwas mehr gefestigt.
Zwei der drei nach mir ins Ziel kommenden, Sinkewitz und Schleck, waren nur wenige Sekunden schneller als ich. Allein Sebastian Lang hat mir weitere 53 Sekunden aufgebrummt. Er hat das Zeitfahren auch gewonnen.
Insgesamt war ich heut 11. In der Gesamtwertung bin ich weiterhin 4. und in der Jungprofi-Wertung habe ich die Führung behauptet.
Bin wirklich zufrieden mit dieser Rundfahrt. Es kommen allerdings noch zwei schwere Etappen. Mal sehen, wie's läuft...

Drei-Länder-Tour, 2.1, 2. Etappe - 14. September 2006

Zur 2. Etappe ging ich mit dem weißen Trikot der Sprintwertung an den Start - ich trug es vertretungsweise für Sinkewitz, der ja das Führungstrikot trägt. Heute mussten wir zunächst mal vor allem achtsam sein, dass keine andere Gruppe so wiet weg kommt, wie wir gestern. Bei einer ersten größeren Gruppe, die davon eilte, fuhr ich mit. Wollte versuchen, vielleicht ein wenig von meinen sechs Minuten Rückstand loszuwerden. Attackierte am ersten Berg nochmal aus dieser Gruppe heraus. Aber man ließ mich nicht wegkommen. Nach einigen Kilometern holte uns das Feld wieder ein. Es ging eine kleinere Gruppe von sechs Fahrern, die für die Gesamtwertung zunächst mal nicht gefährlich waren. So ließ man sie ziehen, aber nicht so weit wie unsere Gruppe gestern. Die führenden Teams hielten das Tempo im Feld so hoch, dass der Vorsprung nicht allzu sehr anwuchs.
Der Rest des Tages war dann recht locker. Ich fuhr schön im Feld mit.
Zum Ziel hin habe ich mich dann wieder ganz nach vorne orientiert, um mitzusprinten. Bin am Ende aber ein bisschen eingegangen. Bin 10. des Feldes geworden - also insgesamt 16. Damit habe ich meinen 4. Platz in der Gesamtwertung und meinen 1. Platz Gesamt-Jungprofiwertung behalten.
Morgen gibt's ein Zeitfahren über 18 Kilometer - mal sehen, wie ich mich in dieser Disziplin vorne behaupten kann..

Drei-Länder-Tour, 2.1, 1. Etappe - 13. September 2006

Habe mich sehr auf diese Rundfahrt gefreut. Zum einen hatte ich ja jetzt doch ganz schöne lange Pause - zumindest war es ziemlich ungewohnt für dieses Jahr. Bei den kleinen Rennen kommt halt doch nicht so das richtige Renngefühl auf. Und zum anderen möchte ich hier ein gutes Rennen abliefern, wenn die Beine gut sind und mich so optimal auf die WM vorbereiten.
Auf der 1. Etappe, die in Thüringen gestartet ist, war ich dann auch von Beginn an aufmerksam und bin Attacken mitgegangen. Nach ca. 10 Kilometer fuhr dann eine ziemlich große Gruppe weg. Da bin ich mit. Und Björn Schröder auch noch mit dabei. Unsere 13-Mann-Gruppe war sehr gut besetzt - alle wichtigen Teams waren vertreten. So konnten wir recht schnell einen passablen Vorsprung herausfahren. Habe mich sehr gut gefühlt und war zufrieden, dass ich die richtige Gruppe erwischt hatte.
Unser Vorsprung erreichte einen Spitzenwert von über 20 Minuten - hinten tat man also gar nichts mehr. Am letzten Berg 50 Kilometer vor dem Ziel attackierte Schleck, Sinkewitz und Lang gingen mit. Ich war direkt dahinter, konnte das hohe Tempo am Berg aber nicht ganz mitgehen. Musste die drei ziehen lassen. Der Vorsprung wurde nach und nach größer. Mit Björn Glasner, mit dem ich ab und zu auch schon mal zusammen trainieren fahre, fuhr ich also nun an vierter Position. Wir fuhren 100%, um das Loch nach hinten größer werden zu lassen und vielleicht nach vorne wieder aufzuschließen. Aber die Dreiergruppe legte ein Höllentempo vor und enteilte uns immer mehr.
Im Ziel hatte die Spitzengruppe sogar einen Vorsprung von sechs Minuten auf uns rausgefahren - Respekt. Und wir sind echt nicht langsam gefahren. Nach hinten konnten wir aber auch einen guten Vorsprung bewahren. Die nächsten drei kamen mit weiteren vier Minuten ins Ziel - das große Feld lag 15 Minuten hinter uns. Ich wurde fünfter.
Durch zwei mal drei Sekunden Zeitbonifikation unterwegs kam ich in der Gesamtwertung auf den vierten Platz und in der Sprintwertung auf den 2. Platz. Die Jungprofi-Wertung führe ich nach dieser Etappe an.
Alles in allem doch ein ganz guter Start, würd' ich mal sagen...

Rund um die Nürnberger Altstadt, 10. September 2006

Bei endlich mal wieder schönem Wetter ging's heute auf die 156 Kilometer durch Nürnberg. Neun Mal einen 13 Kilometer lange Runde und acht Mal ein fünf Kilometer langen Kurs quer durch die Stadt. Nicht gerade ein Kurs, den ich mag. Recht früh bildete sich eine Vier-Mann-Spitzengruppe. Das Feld ließ sie ziehen. Bis zu vier Minuten holten sie heraus. Hinten tat sich lange Zeit nichts. Knapp 50 Kilometer vor dem Ziel begann die Nachführarbeit von den drei großen deutschen Teams, Milram, T-Mobile und Gerolsteiner. Stetig haben wir den Vorsprung verkleinert, bis wir sie ca. 15 Kilometer eingeholt hatten. Schon gingen die nächsten Attacken los. Für uns hieß es nun dabei sein oder einholen. Mirko Celestino war mal kurz vorne raus und eine Runde vor Schluss habe ich dann auch nochmal mein Glück versucht. War mit noch einem Fahrer vorne raus. Das Tempo im Feld war aber dermaßen hoch, dass wir uns nicht weit genug lösen konnten. Das Feld überrollte uns nach kurzer Zeit wieder.
Björn hat dann noch versucht im Sprint vorne mit dabei zu sein, wurde aber leider kurz vor dem Ziel eingeklemmt. Zu dem Zeitpunkt war an Cioleks Hinterrad - keine schlechte Position also.. Tja, aber manchmal klappt's einfach nicht. Beste Platzierung für's Team heut: 30. durch Mirko Celestino.


Deutschland-Tour, Pro-Tour, 7. Etappe EZF - 8. August 2006

Nur Gegenwind
Heute morgen hatten wir zunächst mal wieder einen riesigen Transfer zu machen. Ca. 250 Kilometer bis nach Bad Säckingen. Da hieß es früh aufstehen und schön gemütlich machen im Bus.
Ich hatte ja dann erst um 14:05 Uhr Start. Da konnte ich mich noch eine Weile lang machen. Habe mich dann wieder so ne Stunde warm gefahren. Heute war's ein absoluter Roller-Kurs - da musste man direkt auf Touren sein.
Doch schon wenige Kilometer nach dem Start habe ich gemerkt, dass das heute nicht mein Tag ist. Habe mich nicht frisch gefühlt. Und für ein gutes Zeitfahren muss man halt wirklich richtig fit sein und in der Lage sein, über die komplette Distanz 100% zu geben.
Hab aber dennoch mein Bestes gegeben, damit meine Zeit nich ganz so schlecht wird. Wie schwer meine Beine wirklich waren, habe ich nach der Wende gemerkt: ich hatte Gegenwind... aber irgendwie hatte ich das Gefühl auch schon auf der ersten Hälfte vor der 180°-Wende...
An dieser Wende hat mich auch der hinter mir gestartete Belgier Rosseler eingeholt. Habe versucht, mich ein wenig an ihm "festzusaugen". Mit ca. 50 Metern Abstand fuhr ich versetzt hinter ihm und wollte so ein wenig den Sog ausnutzen.. ausgerechnet jetzt kam natürlich das Jury-Motorrad vorbei und erteilte mir gleich mal ne Verwarnung: Bitte Abstand einhalten! Na toll... bei der Tour hat keiner den Beneteau von meinem Hinterrad verscheucht und im Fernsehen hab ich grad auch drei Fahrer halbwegs gemeinsam ins Ziel rollen sehen... Aber naja, was soll's. Mal hat man halt Glück, mal nicht. Und so viel Unterschied hat's ja jetzt auch nicht gemacht. Hab ihn dann versucht in Sichtweite zu halten. Auf der zweiten Hälfte hat er mir dann auch nochmal, genau wie auf der ersten, eine Minute abgenommen.
Meine Zeit am Ende: 49:38 Minuten. Ganz okay die Zeit - denn ich glaub, mit der Fabelzeit von Voigte brauch ich mich heut nicht messen. Der wollte sein Gelbes halt unter keinen Umständen wieder hergeben - sowas beflügelt.
Morgen die letzte Flachetappe - somit eine letzte Chance auf einen Etappensieg bei der diesjährigen Deutschland-Tour für unser Team und natürlich die Verteidigung des Sprintertrikots von Erik!! Dafür werden wir nochmal alles geben!

Deutschland-Tour, Pro-Tour, 6. Etappe - 7. August 2006

Ete, unser Bergspezialist
Ich hatte meinen Tacho noch gar nicht auf "Null" gestellt, wie ich das am Ende der neutralisierten Zone immer mache - da stand die erste Attacke schon. Mit dabei: Erik Zabel. Er war halt gerade vorne positioniert und dachte sich kurzerhand - da geh ich mit, dann kann ich mir noch ein paar Punkte für die Sprintwertung sichern. Vier Fahrer konnten sich absetzen - im Feld reagierte keiner. So baute die Gruppe recht schnell ihren Vorsprung aus. Im Feld begann ein ruhiges Rennen. Ete konnte sich derweil vorne an den beiden Sprintwertungen jeweils die drei Punkte sichern. Doch mittlerweile hatte die Gruppe einen so großen Vorsprung, ca. 11 Minuten, dass man das Unternehmen schlecht einfach wieder abbrechen konnte. Hinten im Feld tat sich weiterhin nichts. Da blieb Zeit für ein paar Schwätzchen mit den deutschen Kollegen.
Über den Hahntennjoch bin ich noch ganz gut mit drüber gekommen. Die kleine Lücke zum vordersten Verfolgerfeld konnte ich auf der Abfahrt wieder schließen. In den Schlussanstieg rein wurde das Tempo dann richtig erhöht - vor allem von CSC und Astana. Da musste ich dann reißen lassen. Es bildete sich eine ziemlich große Gruppe. So konnte ich wieder mein eigenes Tempo hochfahren. So kam ich den Berg gut hoch. 21 Minuten haben wir auf den etwas mehr als 20 Kilometern noch auf den Kämpfer Voigt verloren. Erik und Sebastian Lang - die beiden Verbliebenen der Spitzengruppe - wurden am Fuße des Berges gestellt. Echt eine super Vorstellung der beiden "Berg-Spezies".
Morgen ist nun noch das Zeitfahren. Je nachdem, wie's auf den ersten fünf Kilometern läuft, werde ich entscheiden, ob ich nochmal 100% fahre oder ich ruhig mache und mich für die letzte Flachetappe schone.

Deutschland-Tour, Pro-Tour, 5. Etappe - 6. August 2006

Nass, kalt, schnell
Habe heut erst gar nicht mitbekommen, was am Start los war. Wusste natürlich, dass auf den hohen Alpenpässen, also auch dem Kühtai-Pass, besch*nes Wetter sein soll. Aber dass wir nicht gestartet sind, war vor allem zunächst mal eine Entscheidung derer, die ganz vorne am Start standen. Auch Erik hat mit dafür plädiert, dass wir nicht dort hoch fahren. Wobei das hoch fahren ja gar nicht das Problem ist - aber 20 Kilometer Abfahrt bei heftigstem Regen und nur wenige Grad über Null ist wirklich gefährlich. Nicht nur die Sturzgefahr, sondern auch, dass man sich richtig was wegholt und sich erkältet. Das muss nun wirklich nicht sein und der Schlussanstieg würde ja auch reichen, die Spreu vom Weizen - also die Bergfahrer vom Rest des Feldes - zu trennen.
Nach einer Dreiviertelstunde wurde dann gestartet. Die Organisation hatte zum Glück ein Einsehen und ließ uns um den Kühtai-Pass drumherum fahren. Damit war die einstige Königsetappe um 30 Kilometer verkürzt und auch ziemlich entschärft. Also eine gute Chance für Ausreißer. In den Schlussanstieg mit Vorsprung rein und dann gucken, was geht.
Das dachten sich wohl viele heute, denn es war ein ziemlich nervöser und schneller Rennbeginn - und das trotz Wasserlachen auf der Straße. Ich habe mit attackiert und hatte das Glück, heute die richtige Gruppe zu erwischen. Bei Kilometer 80 circa konnte ich mich mit fünf Mann absetzen. Wir haben gut harmoniert und konnten uns erstmal einen Vorsprung herausfahren. Doch schon bald setzte sich hinten im Feld das Österreichische Team Vorarlberg an die Spitze und leistete Nachführarbeit. So pendelte unser Vorsprung bei zwei Minuten. Die wollten sich wohl in ihrem Land zeigen - denn am Schluss war keiner mehr von ihnen vorne. Echt ärgerlich, dass die den großen Teams, die auf die Gesamtwertung spekulieren, die Arbeit abgenommen haben. Diese Team shätten bestimmt länger gepokert und wir hätten einen größeren Vorsprung mit in den Berg reinnehmen können. Und dann hätte ich mit ein wenig Glück am Ende noch vorne dabei sein können.
Aber so kam das Feld schon einige Kilometer vor dem Schlussanstieg sehr nah an uns ran. Rosseler attackierte dann noch zwei Mal. Ich habe kurz überlegt, ob ich noch mitgehen soll. Aber dann dachte ich mir - hab ja nix zu verlieren. Also bin ich hinterher. Man weiß ja nie, ob nicht auf einmal doch hinten im Feld nochmal kurz Ruhe vor dem Sturm einkehrt und man vielleicht nochmal ein bisschen Vorsprung herausfahren kann.
Aber daraus wurde leider dann noch nichts mehr. Kurz vorm Anstieg nach Mösern wurden wir gestellt. Das Feld kam mit ziemlich hohem Tempo heran - ich bin dann recht flott durchgereicht worden. Nach so einem Tag und bei der Rennsituation hat man dann nicht mehr die Moral, sich nochmal richtig anzustrengen und am Feld dran zu bleiben. Hätte sicherlich noch ein wenig weiter vorne landen können. Aber bin dann ganz in Ruhe mit einer größeren Gruppe mein Tempo dort hochgefahren. Hatte am Ende 10:29 Minuten Rückstand auf den Sieger. Aber das ist dann auch nicht mehr so wichtig. Mein Ziel heut war ein Etappenerfolg. Denn realistisch gesehen war das heut die letzte Chance für mich bei der Deutschland-Tour 2006.

Deutschland-Tour, Pro-Tour, 4. Etappe - 5. August 2006

Viel Arbeit - "gelber Lohn"
Auch heute morgen stand erstmal wieder ein ziemlich langer Transfer zum Start an. Das ist echt ein bisschen viel hier bei der Tour. Man hat versucht in neun Etappen quer durch Deutschland und ein bisschen durch österreichische Alpen zu kommen. Dafür mussten wir gestern 130 Kilometer zum Start, nach dem Ziel 100 Kilometer zum Hotel und heut morgen nochmal 100 Kilometer bis zum Start fahren. Das ist nicht wirklich erholsam. Aber naja, der heutige Zielort Bad Tölz ist ja zum Glück auch der morgige Startort - das heißt heut sind's nur wenige Kilometer bis ins Hotel.
Für die heutige Etappe hatten wir das klare Ziel, Erik ins gelbe Trikot zu verhelfen. So haben wir also auf den ersten Kilometern versucht, das Feld zusammen zu halten. Mehrere Attacken wurden gestartet, die alle wieder ein geholt wurden. Dann ging Wegelius von Liquigas und Björn ging mit. Da wir nicht zu reagieren brauchten, es aber auch keina nderes Team tat, bauten die beiden schnell einen Vorsprung auf. Für uns war das eine komfortable Situation: zum Einen ist Björn ein guter Sprinter und hätte sicherlich die Chance gehabt, gegen seinen Mitfahrer im Finale und auch bei den Zwischensprints zu gewinnen und hätte so sogar die Chance gehabt mit einem gewissen Vorsprung vor dem Feld, sich das Gelbe zu schnappen und zum Anderen war ja nur ein Duo vorne raus, so dass Erik auf jeden Fall die Chance hatte, sich noch drei Mal eine Sekunde Zeitgutschrift zu holen und so auch das Gelbe Trikot, falls das Duo eingeholt würde.
Beim ersten Zwischensprint war es dann auch so: Björn gewann den Zwischensprint und machte so eine Sekunde auf seinen Mitfahrer gut und Erik gewann den Spurt im Feld und holte sich noch eine Sekunde Zeitgutschrift. Also alles im grünen Bereich. Doch dann kamen die Teams Gerolsteiner und T-Mobile nach vorne, denen die Rennsituation scheinbar nicht so gefiel. Wahrscheinlich rechneten sie sich heute auf der ansteigenden Zielgeraden etwas für Schumacher und Gerdemann, der ja auch nur ein paar Sekunden vom Gelben entfernt liegt, aus. Und wollten die Nachführarbeit wieder auf uns abschieben. Das gelang ihnen dann auch. Innerhalb von 20 Kilometern fuhren sie den Vorsprung von über sechs Minuten fast komplett wieder auf. Das war kurz vor dem zweiten Zwischensprint. Da Björn wusste, dass er eh bald eingeholt würde, ließ er sich zurückfallen. So konnte sich Erik bei dem Zwischensprint nochmal zwei Sekunden sichern - wieder mal schön angezogen von Sebastian, der Dritter wurde. Wenige Kilometer später holten wir auch Wegelius wieder ein und das Spiel begann von Neuem.
Knapp zehn Kilometer später stand die nächste Gruppe. Eine Dreiergruppe mit meinem ehemaligen und zukünftigen Teamkollegen Marcel Sieberg. Knapp drei Minuten konnten sie herausfahren. Dann formierten wir uns mit der kompletten Mannschaft an der Spitze ds Feldes. Wir wollten den Vorsprung nicht größer werden lassen und dann ganz allmählich auf eine Minute schmilzen lassen - denn dann hätte Erik wieder das Gelbe Trikot. Denn das war unser primäres Ziel. Gut zehn Kilometer vor dem Ziel hatten wir das erreicht. Dann beteiligte sich als Erstes Gerolsteiner mit an der Nachführarbeit. Da haben wir uns dann allmählich zurückgezoeg. 100 Kilometer an der Spitze des Feldes waren ziemlich anstrengend und unser Ziel hatten wir ja erreicht. Wenn die anderen Teams die Gruppe nun noch einholen wollen, dann sollten sie auch dafür arebiten.
Auf den letzten ein bis zwei Kilometern war es dann nochmal ziemlich chaotisch. Vor allem als Linus Gerdemann attackierte, musste unser Team nochmal kurz ackern. Denn das hätte sonst unsere "schöne" Arbeit von heute zunichte gemacht. Am Ende war das Feld aber wieder zusammen und Erik hatte eigentlich eine ganz gute Position, war aber ein wenig eingeklemmt. Wurde aber wieder mal Dritter - also ein rundrum erfolgreicher Tag. Gelbes Trikot, Sprintertrikot und 3. Platz - darauf konnten wir heut abend dann mal mit einem Gläschen Sekt anstoßen. Das hatten wir uns nach der Arbeit heute verdient.
Mal schauen, wie die Etappe morgen verläuft. Denn eigentlich hat man als Träger des Führungstrikots ja schon die Aufgabe, sich vorne zu zeigen und das Trikot zu verteidigen - aber bei dem Profil ist das wohl eher unwahrscheinlich.
Mit meiner Form bin ich soweit zufrieden. Ich konnte Erik gut unterstützen und habe einige Male mit attackiert auf den Etappen. Die nächsten drei Etappen sind nicht unbedingt mein Terrain - aber mal schauen, was geht.

Deutschland-Tour, Pro-Tour, 3. Etappe - 4. August 2006

0,6 Sekunden
Auch heute war wieder so eine Etappe für Ausreißer. Also gingen wir vor allem immer dann mit, wenn eine große Gruppe versuchte, sich auf und davon zu machen. Viele Kilometer war es ziemlich unruhig im Feld, ständig wurde attackiert. Dann setzte sich der Italiener Pinotti alleine vom Feld ab - und wie auch schon gestern, ging keiner mit. Es wurde ruhig im Feld und wir ließen den Vorsprung zunächst mal anwachsen. An allen drei Sprintwertungen machten wir für Erik Tempo und Sebastian zog ihm volle Pulle den Sprint an. In allen Sprintes wurde Erik Zweiter und konnte sich so wertvolle Punkte für das Sprintertrikot und Sekunde für Gesamtwertung sichern. Linus Gerdemann spurtete auch jedes Mal mit, um sich Sekunden für die Gesamtwertung zu ergattern. So passten wir immer auf, dass auch der dritte Platz in der Sprintwertung durch uns belegt wurde, so dass er keine Sekunden gut machen konnte. So langsam forcierten wir hinten auch das Tempo, um den Ausreißer pünktlich vor dem Ziel stellen zu können.
Ab Kilometer 173 - wie von unserem sportlichen Leiter Schaffi angekündigt - kamen nochmal einige Wellen. Dort gingen dann auch erstmals wieder Attacken im Feld. Unser TEam Milram und Lampre sorgten dafür, dass aber dennoch alles zusammen blieb. Dadruch wurde das Tempo aber natürlich erhöht und wir kamen dem Ausreißer früher näher als eigentlich geplant.
So ca. 20 Kilometer vor dem Ziel holten wir ihn ein. Dann gingen natürlich direkt wieder weitere Attacken los. Lampre und wir sorgten wiederum dafür, dass aber alle Attacken erfolglos blieben. Auf den letzten Kilometern machte Lampre dann einen richtigen Zug auf. Wir hängten uns hinten rein. Ich habe auch nochmal ein wenig mit reingehalten. Dann ging's in die echte Sprintvorbereitung. Die Attacke von T-Mobile brachte die allerdings etas durcheinander und wir mussten nochmal richtig anziehen, um ihn einzuholen. Jetzt zog Sebastian für Erik den Sprint an. Erik startete seinen Sprint 300 Meter vorm Ziel - eigentlich war der Sprint optimal. Aber Ciolek war heute einfach schneller. Aber freuen konnten wir uns ja trotzdem. Erik hat das Trikot des besten Sprinters und liegt vor der morgigen Etappe nur 0,6 Sekunden hinter dem Gesamtführenden. Also heißt es auch morgen wieder, Angriff auf alle Sekunden!!

Deutschland-Tour, Pro-Tour, 2. Etappe - 3. August 2006

Letzter Berg bringt Entscheidung
Waren vom Start weg wieder bei den meisten Attacken dabei. Vor allem sollte keine große Gruppe ohne uns weggehen. Als dann Ronny Scholz attackierte und keiner mitging, war das eine ziemlich absehbare Geschichte. Denn mit den zwei Bergen am Ende und einem jagenden Feld hat man als Einzelkämpfer nur eine geringe Chance. Vor allem Discovery Channel mit ihrem Gelben Trikot sorgten für ein kontrolliertes Tempo.
Kurz vor dem ersten Berg haben wir ihn dann wieder eingeholt. In diesem Berg wurde dann auch gleich wieder attackiert. Björn ging mit. Das war natürlich gut für unser Team. Denn diese 8-Mann-Gruppe sah nicht so schlecht aus. Die hätten gut ankommen können ins Ziel, wenn nicht vor allem T-Mobile dann wieder Tempo gemacht hätte. Aber die hatten halt keinen dabei vorne und auch Discovery Channel musste was tun, um sein Gelbes Trikot zu verteidigen. Über den ersten Berg bin ich ohne Probleme mitgekommen.
In den zweiten Berg sind wir unheimlich schnell reingefahren. So konnten wir auch wieder zu den Ausreißern aufschließen. Leider hat dann bei mir ein bisschen was gefehlt, um dran zu bleiben am Feld. Ich musste reißen lassen. Auch Björn fiel hinter das Feld zurück. So war Erik nur noch alleine im vorderen Feld vertreten. Das war natürlich nicht ganz optimal. Als dann Voigt dann nochmal mit zwei anderen Fahrern attackierte, war in der Gruppe dahinter keine schlagkräftige Truppe mehr, die das Loch hätte schließen können. Auch das Gelbe Trikot hatte keinen Helfer mehr bei sich. Und der Rückstand unserer Gruppe war ein wenig zu groß, um auf der Abfahrt nochmal ranzukommen. So musste Erik sich selbst "versorgen". Was aber super geklappt hat - denn er konnte den Sprint der Verfolger gewinnnen und wurde somit Vierter. In der Punktewertung ist er nun mit 1 Punkt Rückstand auf dem 2. Platz hinter Gusev. Trägt also auf der morgigen Etappe das Trikot und hat dort auch die Chance, es "wirklich" zu übernehmen. Dafür wird sich unser Team natürlich ordentlich ins Zeug legen. Denn morgen ist wieder eine Sprintankunft drin.

Deutschland-Tour, Pro-Tour, 1. Etappe - 2. August 2006

Durch und durch nass durchs "Zabel-Land"
Beim Start in Düsseldorf war es sogar noch ein wenig trocken. Aber die komplette Etappe hat es heftigst geregnet und es kamen immer wieder dicke Schauer runter. Da macht Radfahren nicht wirklich Spaß. Umso erfreulicher, dass trotzdem unheimlich viele Zuschauer an der Strecke standen. Toll, dass die bei dem Mistwetter ausgeharrt haben. War aber sicher vor allem auch Etes Verdienst - schließlich fuhren wir nur wenige Meter an seinem Zuhause vorbei und dabei durch seine komplette Trainingsregion.
Nachdem auf den ersten Kilometern wieder einige Male attackiert wurde, wo Ralf, Sebastian und ich auch ein paar Mal mitgegangen sind, konnte sich dann eine 2-Mann-Spitzengruppe lösen. Zwei Leute waren recht ungefährlich, so dass man sie fahren ließ. An "Etes Bergwertung", an der Fröndenberg "Eule", ließ das Feld ihn einige Meter vorne rausfahren. Das war eine nette Geste, wo er sich dabei dann doch auch die Berg-Punkte für den 3. Platz holte. Die Zuschauer an der Strecke waren völlig aus dem Häuschen und jubelten Ete zu. Toll, welche Massen Ete hier anzieht.
Das Feld wurde derweil vom Team Discovery Channel kontrolliert. Zunächst mit mäßigem Tempo, später dann mit erhöhtem Tempo - aber immer berechnend, so dass wir die Ausreißer nicht zu früh einholen. Enrico hat sich vorne mit eingereiht, um unsere Ambitionen für einen Zusammenschluss zu untermauern. Ca. 25 Kilometer vor dem Ziel haben wir die Gruppe dann eingeholt.
Das war dann aber eigentlich doch ein wenig zu früh. So gingen in der Schlussphase noch einige Attacken. Wie zum Beispiel Schumi vor dem Anstieg kurz vorm Ziel. Die war nicht zu unterschätzen. Ich fuhr mit den Teams Quick Step und Lampre an der Spitze des Feldes, um die Löcher wieder zu schließen. Auch Sebastian Lang konnte wir kurz vor dem Ziel noch stellen. Doch die Anfahrt zum Ziel war so eng und nass, dass man den Sprint kaum mit vollem Tempo durchziehen konnte. Sebastian hat für Erik den Sprint angezogen, doch Bazayev und Napolitano gingen mit noch mehr Risiko um die Kurve und platzierten sich so vor Ete. Der aber mit seinem 3. Platz dennoch ganz zufrieden war. Lieber Dritter als zu viel riskieren, stürzen und dann keine Chance mehr haben auf weitere Etappenerfolge.

Deutschland-Tour, Pro-Tour, Prolog - 1. August 2006

Motiviert und gut gelaunt
Motiviert und gut gelaunt bin ich heut in den Prolog der Deutschland-Tour gestartet. Einzig das Wetter hat mir Sorgen bereitet. Wenige Minuten nach dem ersten Start fing es richtig stark an zu regnen. Zu dem Zeitpunkt wollte ich eigentlich gerade noch mal eine kleine Trainingsrunde drehen. Hab mich dann aber spontan dazu entschlossen, doch direkt zum Team-Bus zu fahren, und mich dort im Trockenen aufzuhalten. War ja heute erst spät dran.
Etwas mehr als eine Stunde vor dem Start habe ich mich dann auf die Rolle zum Warmfahren begeben. Da hatte es auch mittlerweile aufgehört zu regnen. Die Strecke war ziemlich kurvenreich und von daher im Nassen nicht ganz ungefährlich und der Wind wehte auch ziemlich heftig - Daniel Becke hatte das schon schmerzhaft erfahren müssen. Er wurde von einer Windböe erfasst und rutschte mehrere Meter über den glitschigen Asphalt. Es war also Vorsicht angesagt. Zumal es dann eine Viertelstunde vor meinem Start nochmal an zu regnen fing - das musste ja echt nicht sein!
Um 15:57 Uhr bin ich auf die Strecke. Vor allem auf den ersten Kilometern waren mehrere Kurven, die ich alle sehr langsam gefahren bin. Ich wollte nicht zu viel riskieren. Lieber eine nicht ganz so gute Zeit, anstatt wieder zu stürzen und damit auch wesentlich mehr Zeit zu verlieren.
Im Ziel hatte ich nach 5,5 Kilometern eine Zeit von 1:01:59 und war damit zu dem Zeitpunkt 11. - das hat mich echt erstaunt. Denn das war keine schlechte Zeit. Damit bin ich auf jeden Fall super zufrieden. Am Ende bin ich mit dieser Zeit 27. mit knapp 19 Sekunden Rückstand auf den Sieger geworden. Das geht in Ordnung.
Freu mich schon auf die morgige Etappe - vor allem Erik ist hoch motiviert, da es durch seine Heimat geht...

Vattenfall-Cyclassics Hamburg, Pro-Tour, 30. Juli 2006

Heut stand mein nächstes Pro-Tour-Rennen auf dem Plan - ist schon mein achtes in dieser Saison. Wie schon die gesamte Tour war es auch heute mit über 30°C wieder richtig heiß.
Bin hoch motiviert in dieses Rennen gegangen. Denn für unser Team war dies ein weiteres wichtiges Rennen. Vor allem auch weil unser Sponsor Milram nicht weit entfernt in Bremen seinen Standort hat.
In der ersten Rennstunde gingen wie immer unheimlich viele Attacken. Wir sind einige mitgegangen, bis sich dann eine drei-köpfige Spitzengruppe gebildet hat. Die wurde weggelassen, da kein Fahrer von einem großen Team dabei war und man sich so ziemlich sicher sein konnte, dass wir diese Gruppe wieder einholen werden. Als die Gruppe stand, wurde es im Feld erstmal richtig langsam. Erst als die Gruppe etwas über zehn Minuten Vorsprung hatte, formierten sich die deutschen Teams hinten zur Nachführarbeit. Das heißt, Fahrer von uns und von Team T-Mobile und Gerolsteiner. Von uns waren es vor allem, Enrico Poitschke, Sebastian Siedler und Daniel Becke die zu diesem Zeitpunkt die Tempoarbeit gemacht haben. Ich fuhr bei meinem Kapitän Erik Zabel im Feld und habe ihn vor dem ersten Überqueren des Wasebergs nach vorne gefahren. Die Ausreißer hatten wir 65 Kilometer vor dem Ziel dann wieder gestellt.
Vor der 2. Überquerung des Wasebergs haben sich ein paar Fahrer vor mir hingelegt und ich konnte nicht ausweichen und bin schon wieder mal hingeflogen. Hab aber zum Glück nicht groß was abbekommen, außer das meine rechte Hand erstmal wieder etwas weh tat. Konnte aber wieder schnell aufs Rad und bin im hinteren Teil des Feldes wieder mitgefahren. Konnte mich dann am Waseberg noch einige Plätze wieder nach vorne kämpfen und auf der Abfahrt wieder ganz nach vorne im Feld rollen.
Jetzt begann die heiße Phase des Rennens. Wir mussten aufpassen, dass keine größere Gruppe ohne uns weggehen kann. Vor allem Björn und ich sind immer wieder mit gegangen.
Vor der 4. Durchfahrt am Waseberg hatte ich Mirco Celestino an meinem Hinterrad. Wir sind gut durch die Kurve gekommen und konnten innen an vielen Fahrern vorbei ziehen. Mirco gab mir Anweisung volles Tempo zu gehen. Ich gab alles, was ich konnte und zog ihn in den Berg rein. Dann bin ich ausgeschert und bin mein Tempo hochgefahren. Mirco konnte dadurch den Anschluss nach ganz vorne halten und befand sich in einer 6-köpfigen Spitzengruppe. Das war eine gute Ausgangsposition für uns, da nun andere Teams die Nachführarbeit leisten mussten. Erik kam als 10. über den Waseberg und war somit auch super im Rennen.
Ich konnte leider nicht mehr ganz nach vorne aufschließen, um Erik im Finale nochmal zu helfen. Ich hatte am Waseberg ganz schön viele Körner verbraucht.
Quick Step holte dann letztendlich die Ausreißer wieder zurück. Und Erik fuhr einen super Sprint. Nahm sich das richtige Hinterrad von Pozzato und sprintete auf den 2. Platz, da Oscar Freire ein noch besseres Hinterrad und noch einen etwas schnelleren Antritt heute hatte.
Mit unserer Leistung waren alle zufrieden. Wir konnte uns gut in Szene setzen, waren in Ausreißergruppen vertreten, haben unsere Arbeit, wenn's nötig wurde verrichtet und Erik hat mit seinem 2. Platz vollendet. Ein guter Tag.
Nach dem Rennen sind wir dann sofort mit unserem Team-Bus nach Düsseldorf gefahren. Morgen werden wir hier eine kleine Runde trainieren fahren und uns schon mal die Strecke vom Prolog der Deutschland-Tour, die ja dann am Dienstag startet, ansehen. 


Tour de France, Pro-Tour - 20. Etappe, 23. Juli 2006

Was ein Gefühl - Einfahrt auf den Champs-Élysées
Samstag Abend haben wir in Couche übernachtet - dort war großes Dorffest. Kirmesbuden, Musik, Rockkonzert - das volle Programm. Aber dank meiner Oropax konnte ich gut schlafen. Glaub, hab daher am besten von meinen Kollegen geschlafen. Denn Fenster auf hieß Lärm - Fenster zu Hitze.
Morgens nach dem Frühstück sind wir dann schön gemütlich mit einem TGV-Sonderzug gen Paris gefahren, wo in einem Vorort Start zur letzten Etappe war. Im Zug haben wir sogar auch noch mal was zu essen bekommen.
Habe mich sehr gefreut auf die Etappe - endlich ging's nach Paris. War eine super Stimmung im Feld und natürlich an der Strecke. Es waren überall so viele Menschen, kaum mal ein Meter Platz dazwischen. Man hatte nicht mal Platz für ne Pinkelpause. Die ersten Kilometer sind wir sehr gemütlich gefahren und haben genossen, dass wir die drei Wochen überstanden haben. Richtig ernst ist das Rennen erst kurz vor Paris geworden. Phonak hat richtig Tempo gemacht und hat das Feld auf den Champs-Elysées geführt. Dort die Atmosphäre war der Wahnsinn. Ich war noch nie in Paris - Arc de Triomphe, Eiffelturm - ein bisschen was konnte ich auf der ersten Runde schon aufnehmen. Mit dem Kopfsteinpflaster, und ner kleinen Welle hat die 6,5 Kilometer-Runde am Ende richtig weh getan, zumal wir nicht langsamer als 50-55 km/h gefahren sind. Auf der 2. Runde haben dann einige Fahrer attackiert. Ich war zu dem Zeitpunkt weit vorne platziert und bin hinterher gegangen. Mit 15 Mann konnten wir uns direkt einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Ca. 30 Sekunden hatte das Feld Rückstand. Da von Davitamon-Lotto und Francaise des Jeux zwei Fahrer in der Gruppe waren, war es wichtig für unser Team, dass einer mit dabei war. Denn so mussten meine Kollegen hinten nicht arbeiten. Und ist es natürlich ein geiles Gefühl, wenn auf der Champs-Elysées in einer Spitzengruppe fährt. Hinten haben sich dann die zwei restlichen Sprinter-Teams formiert, um uns wieder einzuholen. Nach und nach kamen sie näher. Dann attackierten noch mal ein paar Fahrer und wir waren nur noch zu sechst vorne. Die anderen Fahrer ließen sich zurück fallen. Dann hatte ich Defekt. Sehr ärgerlich in dem Moment. Bin dann langsam weiter gefahren - ging mit nem Platten im Vorderrad auf dem Kopfsteinpflaster ja auch nicht anders. Hat ein bisschen gedauert bis das Feld an mir vorbei war. Hab dann vor ner Kurve angehalten und noch kurz auf's Team-Auto gewartet. Nach dem Radwechsel habe ich eine halbe Runde gebraucht, um wieder ans Feld ranzukommen. Das Tempo war ja tierisch hoch. Mittlerweile hatte das Feld wieder alle Ausreißer gestellt.
Habe mich dann im Feld nach vorne gekämpft, um Ete zu helfen und gut in Position fahren zu können. Bin bis drei Kilometer vor Ziel noch mal alles für Ete gefahren. Dann hab ich mich ein wenig ins Feld zurück fallen lassen und bin dort auch ins Ziel.
Marco Velo hat dann für Erik den Sprint angezogen und hat ihn ganz gut in Position gefahren - Erik wurde am Ende Vierter.

Abends sind wir mit dem gesamten Team und unseren Frauen bzw. Freundinnen zum Abschluss schön essen gegangen - das erste Mal seit drei Wochen keine Nudeln. Haben auf das Ende unserer ersten Tour angestoßen und haben uns ganz radsportler-untypisch ein zwei Bierchen genehmigt. Das war ein schöner Ausklang von 23 Tagen voller Strapazen. Und auch wenn's für einen Etappensieg leider nicht ganz gereicht hat, denke ich, wir können dennoch ganz zufrieden sein mit unserem Auftreten bei der Tour.
Das war eine tolle Erfahrung und hat trotz Quälerei und Stürzen Spaß gemacht. Hoffe, dass ich die Tour in den nächsten Jahren noch öfter fahren werde und ich mir meinen Traum - einen Etappensieg bei der Tour - irgendwann erfüllen kann.

Tour de France, Pro-Tour - 19. Etappe, 22. Juli 2006

Zimmer-internes Duell verloren
Bin mit Grabschi mit dem Rad zum Start gefahren. Schon mal 20 km locker eingerollt. Zum Team-Bus hin. Nochmal ne Kleinigkeit gegessen. Eine Stunde vor dem Start habe mich dann aufs Rad geschwungen und habe mich auf der Rolle warm gefahren. Vor dem Rennen war ich 103., Grabschi 102. Also stand ein kleines zimmer-internes Duell an: wer ist am Ende besser in der Gesamtwertung platziert!?
Die ersten 30 Kilometer liefen ganz gut, da war ich noch schneller als Ralf. Aber hinten raus kamen noch einige Wellen, ich hab mich ein wenig platt gefühlt und es lief nicht mehr ganz so gut. Im Ziel hatte ich eine Zeit von 1:15:20 - damit bin ich am Ende 55. geworden. War ganz okay. War damit im vorderen Mittelfeld. Aber Mist, damit hatte ich leider den zimmer-internen Kampf gegen Grabschi verloren. Er hatte eine Zeit von 1:14. Tja, da muss ich wohl sagen: Glückwunsch Ralf!!

Tour de France, Pro-Tour - 18. Etappe, 21. Juli 2006

Attacke, Attacke
Den Sturz gestern habe ich zum Glück gut überstanden. Mit den Schürfwunden am Hintern war sitzen und liegen zwar gestern nicht so angenehm, aber auf dem Rad heute war's okay. Denn die Schürfwunden sind zum Glück "neben" dem Sattel.
Heute war klar, dass eine Ausreißergruppe gehen würde. Und unser Team hatte vor, auf jeden Fall einen mit dabei zu haben. Denn mit unseren wenigen Mann wäre es schwer geworden, Nachführarbeit zu leisten - wer sollte dann am Ende noch Erik nach vorne bringen. So sind Grabschi und ich von Beginn an jede Attacke mitgegangen oder haben selber attackiert. Aber es kam einfach keine Gruppe weg.
Bei Kilometer 50 circa bin ich wieder mal eine Attacke mitgegangen, die nicht funktionierte. Habe mich ein wenig ins Feld zurückfallen lassen, um mich ein wenig auszuruhen, um dann die nächste Attacke wieder mitgehen zu können. Ausgerechnet in dem Moment attackiert wieder eine Gruppe - und die lassen sie ziehen. Da müht man sich echt die ganze Zeit ab und versucht es immer wieder. Und eine einzige Attacke, die keiner von uns mitgeht, ist dann die erfolgreiche. Tierisch ärgerlich.
Gut, den Rest des Tages haben wir dann irgendwo im Feld verbracht. Denn, wie gesagt, Nachführarbeit hätte sich nicht gelohnt. Das wären nur vergebens verlorene Körner gewesen. Morgen noch ein letztes Mal 50 Kilometer lang den inneren Schweinehund besiegen und am Sonntag noch mal alles für Erik. Denn bei der letzten Etappe gibt's kein Körner aufsparen mehr. Freu mich sehr darauf, am Sonntag den Champs-Elysées zu erreichen. Jetzt sollte doch nichts mehr dazwischen kommen, hoff ich.

Wieder ein Video des ZDF - mit einem kleinen Einspieler über meinen Sturz auf der 17. Etappe unter: www.zdf.de

Tour de France, Pro-Tour - 17. Etappe, 20. Juli 2006

Sturzpech.. schon wieder
Heute die letzte Berg-Etappe der Tour. Unser sportlicher Leiter riet uns verbleibenden fünf Fahrern, einen ruhigen Tag zu machen und mit dem Gruppetto ins Ziel zu fahren. Also ein wenig schonen für die letzten beiden flachen Etappen. Wie auch schon beim Giro fühle ich mich in der dritten Woche nach wie vor gut - habe also mit meinen Kräften gut hausgehalten. Hatte daher auch schon mal überlegt, heute in einer Gruppe mitzugehen - aber es hätte sich ja heute doch nicht gelohnt. Zu anspruchsvoll war die Etappe. Da doch wirklich lieber schonen für die nächsten drei Tage.
Bis zum ersten Berg lief auch alles wunderbar, doch dann ging Phonak nach vorne und machte tierisch Tempo. Ihr Kapitän hatte sich wohl gut erholt. Bei dem Tempo bildete sich hinten schnell ein Gruppetto, dem sich letztendlich 80 Fahrer anschlossen. Also wieder richtig groß. Die Berge sind wir in einem schön gleichmäßigen Tempo hochgefahren und dazwischen gut Tempo gemacht, damit der Abstand nicht zu groß wird und wir in der Karenz bleiben.
Eine Schrecksekunde hatte ich dann in der Abfahrt vom Col des Aravis. Am Ende der Abfahrt bin ich hinten ans Teamauto Flaschen holen. Auf dem Weg wieder nach vorne zum Feld musste ich natürlich wieder an allen Autos vorbei. Als ich gerade neben einem Teamauto war, hupte der. Er wollte also nach vorne fahren und seinen Vordermann warnen. Bin aber davon ausgegangen, dass der mich neben sich hat fahren sehen... aber dann zog der plötzlich nach links raus und hat mich einfach umgenietet. Habe dabei aber wirklich noch Glück gehabt. Habe Schürfwunden am Hintern, Bein und Schulter und mein Helm war entzwei. Da hätte wohl auch mehr passieren können... Habe mir dann erstmal "Luft" verschafft und den Fahrer angebrüllt, auch die Zuschauer dort waren völlig schockiert. An meinem Rad war nichts, so konnte ich dann mit neuem Helm meine Fahrt fortsetzen. Die Zuschauer haben mich wahnsinnig angefeuert, haben gejubelt und geklatscht - das war echt super und hat mich ziemlich aufgebaut. Konnte zum Glück wieder an das Gruppetto ranrollen und bin so im Zeitlimit geblieben.
Mein Teamarzt hat mich heut abend gut verarztet. Bin optimistisch, dass ich die morgige Etappe in Angriff nehmen kann. So kurz vor Paris werde ich mich weiter durchbeißen. Und vielleicht geht's ja morgen auch schon wieder besser.

Tour de France, Pro-Tour - 16. Etappe, 19. Juli 2006

Walberberger Klänge in den Alpen
Heute war eine verdammt schwere Etappe. Gleich nach wenigen Kilometern rauf auf das Dach der Tour. Da hieß es für mich nur: festbeißen so lange es geht.
40 Kilometer bergauf ist eine verdammt lange Zeit. Aber den Col du Galibier hab ich noch mit dem Feld geschafft. Dann erst mal eine rasante Abfahrt, auf der man ein wenig die Beine lockern konnte.
Den 2. Berg bin ich dann unten noch mit dem großen Feld rein. Dann fingen sie vorne an, mehr Tempo zu machen. Es bildete sich ein riesiges Gruppetto - am Ende insgesamt 80 Fahrer. An dem Berg stand scheinbar auch mein Walberberger "Fan-Club". Sie riefen meinen Namen, feuerten mich an und sangen so was wie "Walberberg ist schön". Das war schon witzig. Da macht Radfahren bei 40°C glatt Spaß.
Die restlichen zwei Berge sind wir dann in einem schönen Tempo gefahren. Immer mit Blick auf die Karenz-Zeit. Die haben wir mit 44 Minuten eingehalten.
Jetzt noch einmal durch die Alpen - dann ist's geschafft. Ich muss sagen, ich werde sie nicht vermissen, wenn's am Freitag wieder auf flaches bis welliges Terrain geht.

Tour de France, Pro-Tour - 15. Etappe, 18. Juli 2006

Das Highlight: Alpe d'Huez
Alpe d’Huez – wie immer ein Highlight der Tour – hat auch auf mich eine faszinierende Wirkung gehabt.
Bin vom Start weg Attacken mitgegangen. Hatte mir vorgenommen, mit einer kleinen Gruppe wegzukommen. Denn, wer weiß, je nach Zusammenstellung hätten sie uns vielleicht weit davon ziehen lassen. Und wer träumt schon nicht davon, mit einer Spitzengruppe in diesen Berg reinzufahren.
Die Gruppe, mit der ich weggekommen bin, war dann aber doch um einiges größer. Und bei den 25 Fahrern waren ein paar wirklich gute Bergfahrer dabei. Da war mir schon klar, dass das schwer werden würde für mich. Fünf Kilometer vor der ersten Bergwertung konnte ich der Gruppe nicht mehr folgen und bin mein eigenes Tempo gefahren. Habe darauf gehofft, dass ich auf der Abfahrt wieder heran fahren könnte. Mit Wegmann und Flecha bin ich die letzten Meter berghoch zusammen gefahren. Auf der Abfahrt sind die beiden mir dann allmählich davon gebrettert. Ganz so wollte und konnte ich da nicht runter fahren. Mit meinen paar Kilos mehr als die muss ich doch immer schon etwas früher abbremsen.
Als die Chance, noch mal vorne hinzukommen, dahin war, habe ich auf die acht Fahrer hinter mir gewartet – wir sind dann aber auch sehr bald komplett vom Feld eingeholt worden. Das war am 2. Berg. Da hab ich mich dann dem Grupetto angeschlossen. Für heute hat’s gereicht.
Was am Alpe d’Huez dann los war, war der Wahnsinn. Und hinten in unserer Gruppe konnte ich das richtig genießen. Wir sind ein lockeres Tempo hochgefahren. Habe mir die Leute dort angeschaut und die Stimmung aufgesogen. Wahnsinn, wie die Menschen einen da hoch brüllen. Habe hin und wieder auch meinen Namen gehört – das ist schon Gänsehaut-Feeling. Das Witzige war – zwischen all den tausend Menschen habe ich sogar einen ehemaligen Radfahr-Kollegen gesehen, der mich dann noch mal richtig angefeuert hat. Das war auf jeden Fall ein absolut geiles Erlebnis heute. Da tun die 14 Kilometer und 21 Kehren gar nicht mehr ganz so weh.

Tour de France, Pro-Tour - 2. Ruhetag, 17. Juli 2006

Ruhe vor dem Sturm am Alpe d'Huez
Nach der gestrigen Etappe habe ich mich schon ein wenig auf den Ruhetag gefreut. Einfach noch mal ein bisschen ausschlafen und locker den Tag beginnen.
Weiß aber auch nicht, was Ralf schon wieder "gestochen" hatte - um neun lief der schon wieder durch's Zimmer. Da war ich dann auch wach und bin aufgestanden. Aber war okay - genug geschlafen hatte ich ja.
Nach dem Frühstück sind wir wieder locker zwei Stündchen trainieren gefahren. Schaffi (unser sportlicher Leiter Jan Schaffrath) hat sich wieder mit auf's Rad geschwungen. Auch das Kamerateam vom ZDF hat uns wieder einige Zeit begleitet. Am Ende, hinauf zum Hotel, gab's noch mal einen richtigen "Schlussanstieg" - aber nur Schaffi ist mit dem Rad hochgefahren. Wir haben uns den gespart - ging immerhin über zehn Kilometer und eine Höhendifferenz von 600 Metern. Sind mit den Teamautos hoch, schließlich stehen in den nächsten Tagen noch genügend Pässe und Höhenmeter auf dem Plan.
Meine Beine haben sich heut wieder ganz gut angefühlt. Hoffe also, dass ich die nächsten drei schweren Berg-Etappen gut durchstehe.
Ein bisschen Ausruhen auf dem Zimmer, DVD gucken, Massage - so ging es nach dem Training weiter. Am späten Nachmittag stand wieder eine Pressekonferenz auf dem Plan. Das ZDF hat mich im Anschluss daran noch mal interviewt - soll wohl bei der nächsten Etappe gezeigt werden.
(Den Zusammenschnitt vom ZDF kann man sich hier anschauen: www.zdf.de)

Heut abend geht's früh ins Bett. Denn morgen steht ein echter Kracher an. Schlussanstieg zum Alpe d'Huez. Da denke ich mit gemischten Gefühlen dran - Respekt vor einem Wahnsinns-Anstieg, aber fast noch mehr Vorfreude auf die Wahnsinns-Stimmung an der Strecke. Ich denke, sich von Tausenden Leuten den Alpe d'Huez hoch schreien lassen, ist eines der Dinge, die man als Radfahrer mal erlebt haben muss.
In diesem Sinne bis morgen nach Alpe d'Huez..

Tour de France, Pro-Tour - 14. Etappe, 16. Juli 2006

Völlig verkorkst
Immer noch leicht gehandicapt ging ich zum Start der 14. Etappe. Aber heute tat die Hand schon wesentlich weniger weh als noch gestern. Konnte schon wieder besser zupacken. Aber dennoch lief es heut nicht so richtig bei mir. Der erste Berg war noch ganz ok. Bin mit dem Feld drüber. Aber danach ging's auf die Windkante und ich musste ein kleines Loch reißen lassen. Ich scherte aus, um den nächsten Fahrer vorbei zu lassen, damit er das Loch schließen konnte. Aber ich kam nicht mehr in die Reihe rein. Ich bin einfach durchgereicht worden und hatte dann am Ende des Feldes wieder ein Loch und konnte es einfach nicht zufahren. Irgendwie hatte ich da einen totalen Blackout - denn so schlecht waren die Beine nicht. Nach einer Weile lief es nämlich wieder ganz gut. Zusammen mit David Kopp, Gilberto Simoni und Riccardo Ricco bin ich die restlichen 140 Kilometer ins Ziel gefahren. Das hätten wir echt einfacher haben können. So mussten wir uns hinten richtig anstrengen, damit der Abstand nicht zu groß wurde und wir in der Karenz blieben.
Wenn man hinten in einer kleinen Gruppe fährt, denkt man sich - toll, das hätten wir auch vor dem Feld machen können. Das ist nämlich genauso anstrengend, aber wesentlich angenehmer und erfolgversprechender… Zumindest war mit David noch ein Deutscher mit in der Gruppe - da konnte man sich wenigstens zwischendurch mal ein wenig unterhalten.
Naja, wenigstens haben wir die Karenz geschafft und können am Dienstag nach dem verdienten Ruhetag wieder ins Renngeschehen eingreifen.

Tour de France, Pro-Tour - 13. Etappe, 15. Juli 2006

Pech für Andriy
Zum Glück konnte ich zur 13. Etappe gestern wieder an den Start gehen. Meine Hand tat zwar noch weh morgens, aber so schnell wollte ich ja nicht aufgeben. Beim Radfahren tat sie vor allem dann weh, wenn ich den Lenker unten greife. Also bin ich größtenteils Oberlenker gefahren und hab die Hand so ein wenig aufgelegt und nicht die ganze Zeit voll zugepackt. So ging's dann eigentlich ganz gut. Und ansonsten hab ich ja nix und fühl mich auch immer noch recht fit. Die Etappe war wieder wie gemacht für Ausreißer - von daher wurde von Beginn an attackiert. Von uns gingen vor allem Björn und Andriy mit. Ich wollte heut dennoch gern mitspringen, war aber dafür am Anfang zu weit hinten im Feld. Denn ob ich nun hinten im Feld oder vorne bin - die Hand tut ja nicht mehr oder weniger weh und meine Beine sind ja fit. Aber dann stand die 6-Mann-Gruppe auch schon und ich habe einen ruhigen Tag im Feld verbracht. Nach 100 Kilometern hab ich die Hand dann auch nicht mehr gemerkt.
Da Andriy vorne mit in der Gruppe war, brauchten wir hinten nichts zu tun. Aber auch Phonak mit dem gelben Trikot schien nicht daran interessiert zu sein, die Gruppe wieder einzuholen. Denke, dass es Absicht war, dass sie gestern das gelbe Trikot verloren haben. So haben sie heute noch mal einen Tag Ruhe, bevor es ab Dienstag in die schweren Alpen-Etappen geht. Muss man sehen, ob ihre Rechnung aufgeht, und Pereiro nicht mit dem gelben Trikot über sich hinauswächst und sich vorne festbeißt.
Die meisten Fahrer, mich inklusive, hat es aber auf jeden Fall gefreut, dass bei dieser Wahnsinns-Hitze relativ locker gefahren wurde.
Leider konnte Andriy das Tempo vorne am Ende nicht mehr halten - aber ein 5. Platz ist ja auch nicht schlecht.

Tour de France, Pro-Tour - 12. Etappe, 14. Juli 2006

Blöder Sturz vorm ersten Berg
Man, war das heut ein Sch*tag.
Die ersten zehn Kilometer ging es ein wenig bergab. Dort fuhren wir trotz Gegenwind schon sauschnell. Es gingen auch gleich wieder von Beginn an Attacken. 13 Mann konnten sich lösen. Bei Kilometer 15 circa kam ein Kreisverkehr. Ich fuhr rechts entlang, die meisten anderen links. Wo die Fahrbahnen hinter dem Kreisel wieder zusammen kamen, waren auf der Mittellinie so weiße Poller aufgestellt. Ich seh noch, wie einige Fahre vor mir Cédric Vasseur voll auf so ein Ding drauf fährt und sich hinlegt. Ich dachte noch, ich käm dran vorbei, aber dann stürzten noch ein paar andere Fahrer. Zum Glück war ich noch ganz langsam unterwegs nach dem Kreisel. Aber ganz verhindern konnte das meinen Sturz leider auch nicht. Muss mich irgendwie ungünstig mit der rechten Hand aufgestützt haben und dann bin ich auf Hintern und Rücken gefallen. Habe keine Schürfwunden oder ähnliches und auch keine Prellungen - "nur" meine Hand habe ich mir ordentlich gestaucht. Bin gleich wieder aufgestanden, um weiter zu fahren, aber mein Lenker war total schief. Bekam ihn aber auch nicht gerade gebogen. Da das Team-Auto noch einige Meter hinter mir war, fuhr ich erstmal dennoch los. Richtete ein wenig meine Schaltung und gab über die Funk Bescheid, dass ich das Rad tauschen muss. Bekam ein paar Meter später dann mein Ersatzrad. Jetzt musste ich richtig reintreten. Ausgerechnet jetzt ging es ja schon den Berg der 2. Kategorie hoch. Bin dann ziemlich am Anschlag den Berg hoch. Zum Glück war mein Ersatzrad gut eingestellt. Ich merkte kaum einen Unterschied.
30 Kilometer habe ich gebraucht, bis ich das Feld vorne wieder eingeholt hatte. Das war richtig schwer und hat ganz schön Körner gekostet. Denn im Feld fuhren sie ja auch ein hohes Tempo, da sie die große Gruppe vorne wieder einholen wollten. Kurz vor der Hälfte der Etappe hatten wir alle wieder gestellt. Ich habe mich dann die ganze Zeit ziemlich mitten im Feld aufgehalten, um mich zu erholen. Richtig zugreifen konnte ich aber nicht. Echt Mist - aber meine rechte Hand tat schon ganz schön weh.
Kurz nachdem die Ausreißer gestellt wurden, ging die nächste und entscheidende Attacke. Die vier Mann wurden ziehen gelassen und das Tempo wurde zum ersten Mal etwas ruhiger. Die erste Rennhälfte hatten wir in einem Höllentempo bestritten - echt der Wahnsinn. Und das nach der schweren Bergetappe.
Mein Ersatzrad habe ich bis zum Ende behalten - es lief gut, da hatte ich kein Interesse daran, noch mal anzuhalten und zu wechseln. Heute hatten die Ausreißer mal wieder Glück - im Feld fand sich kein Team, dass die Nachführarbeit lancieren wollte. Marco Velo hat am Ende Erik noch mal in eine gute Position gefahren, um sich im Sprint um Platz 5 nochmal ein paar Punkte abholen zu können. Erik wurde 8.
Unser Teamarzt hat meine Hand nach dem Rennen erstmal verbunden, damit sie ruhig gestellt ist. Ich hoffe, dass die Verstauchung so schnell abklingen kann und ich morgen wieder richtig zupacken kann. Ich werde mich auf jeden Fall durchbeißen - so schnell geb ich meinen Traum von Paris nicht auf!

Tour de France, Pro-Tour - 11. Etappe, 13. Juli 2006

"Ungemessen" ins Ziel
Gestern hatten wir ein richtig cooles Hotel. Schick ausgestattet mit allerlei Designer-Möbel. Zum Beispiel so ein Kunststoff-Stuhl aus einem Guss - der sah richtig gut aus.

Die heutige Königsetappe wurde von Anfang an sehr schnell gefahren. So hat es auch etwas länger gedauert, bis sich dann doch noch eine Vier-Mann-Gruppe lösen konnte. Mal wieder mit dem attackierfreudigen Wegmann - vor allem wenn's in die Berge geht.
AG2R mit dem Gesamtführenden Dessel hat das Tempo des Feldes kontrolliert. Sogar noch über die ersten Berge drüber - die sind heut echt stark gefahren.
Ich hatte mir für die Berge wieder vorgenommen, so weit vorne wie möglich im Feld in den Berg hinein zu fahren. Mich dort so lange wie möglich festzubeißen und falls ich dann doch reißen lassen muss, in der Abfahrt wieder heranzurollen. Das hat bei den ersten zwei Bergen auch wieder gut funktioniert. Am Tourmalet musste ich erst kurz vorm Ende ein paar Meter reißen lassen und bin auf der Abfahrt wieder herangefahren. Da fing auf einmal irgendwas an zu klappern an meinem Fahrrad. Hab geguckt und überlegt, was das sein könnte. Und gehofft, dass es nichts Tragisches ist - schließlich fuhr ich gerade mit 80 Sachen den Tourmalet runter. Dann sah ich, dass sich der Sender, mit dem unsere Zeit genommen wird, sich langsam von der Strebe löste und immer mal wieder gegen die Speichen schlug. Aber da konnte ich auf gar keinen Fall während der Fahrt hin greifen und anhalten war bei dem Profil heut auch nicht so praktisch. Einige Kilometer später fiel das Ding dann endlich komplett von selber ab.
Bei der Einfahrt in den zweiten Berg, dem Col d'Aspin, sind vor mir welche gestürzt. Echt super. Ich musste ein Loch reißen lassen und bin den Berg etwas weiter hinten als geplant hochgefahren. Konnte aber soweit den Anschluss halten, dass ich auf der Abfahrt wieder zum Feld aufschließen konnte.
Am dritten Anstieg von fünf konnte ich dem Feld dann nicht mehr folgen. Habe zusammen mit Erik und einigen anderen Fahrern - u.a. Jens Voigt, Sebastian Lang, Bert Grabsch - ein Gruppetto eröffnet.
Das Tempo nicht zu schnell, nicht zu langsam - so ließen sich die letzten drei Anstiege gut bewältigen und die Karenzzeit einhalten.
Im Ziel hatten wir 33 Minuten Rückstand - bin zum Glück trotz des verlorenen Senders gewertet worden - hat sich die Schinderei also gelohnt!

Tour de France, Pro-Tour - 10. Etappe, 12. Juli 2006

Erste Bergetappe - mit roter Nummer
Heute ging's also erstmals mit einer roten Startnummer zum Start. Das war eine schöne Sache. Die ersten 20 Kilometer heute taten dann schon noch ein wenig weh. Habe die Anstrengungen von gestern in den Beinen gemerkt. Doch dann hab ich mich so langsam eingerollt und es lief besser. Über den ersten Berg der 3. Kategorie bin ich gut und vorne im Feld mit drüber gekommen. Konnte ganz gut im Feld mitrollen.
Der 2. Berg, einer der höchsten Kategorie, war da schon was heftiger. Ca. 12 Kilometer lang ging es bergauf. Wollte so lange wie möglich in der Gruppe bleiben. Bin deshalb ziemlich weit vorne im Feld gefahren. Ab der Hälfte verlor ich so langsam etwas an Positionen. Ein bis zwei Kilometer vor der Spitze musste ich reißen lassen. Ich versuchte aber, noch im Bereich der Autos zu bleiben, um den Anschluss an die Gruppe nicht ganz zu verlieren. Das klappte und ich schlängelte mich auf der Abfahrt wieder an den Autos vorbei zur Gruppe hin. Als ich den Berg so alleine hochgefahren bin, riefen viele Zuschauer meinen Namen und feuerten mich an. Das war ein tolles Gefühl und hat unheimlich motiviert. Ich denke mal, dass durch meine lange Flucht gestern, einige Leute mehr meinen Namen kannten und mich an der roten Rückennummer ja auch eindeutig identifizieren konnten.
Der dritte und letzte Anstieg am heutigen Tage war ein Berg der 1. Kategorie. Auch dort wollte ich wieder so lange wie möglich im Feld bleiben und dann auf der Abfahrt wieder dran rollen. Fast hätte das auch geklappt. Ich musste wieder kurz vor der Kuppe reißen lassen und fuhr mein eigenes Tempo hoch. Nicht allzu weit vor mir sah ich Erik fahren. Konnte aber nicht zu ihm aufschließen. Leider kam aber nach dem Anstieg nicht direkt die Abfahrt, sondern es ging erstmal ein kurzes Stück flach weiter. Auf diesem Stück sind dann die Autos davon gebraust und das Feld war nicht mehr in Sicht. Auf der Abfahrt habe ich dann noch mal versucht, nach vorne aufzuschließen - aber vergebens.
Bin zusammen mit einer kleinen Gruppe ins Ziel gefahren. Hatten einen Abstand von 12 Minuten auf den Sieger und 4:30 Minuten auf die große Gruppe vor uns, zu der Erik noch aufschließen und sogar noch in den Sprint eingreifen konnte. Tolle Leistung heut von Ete. Hat sich als 9. noch mal sieben Punkte fürs grüne Trikot sichern können - wo hingegen alle anderen Sprinter, außer Bennati, im Grupetto mit riesigem Abstand hinten lagen.

Tour de France, Pro-Tour - 9. Etappe, 11. Juli 2006

"Rote Nummer in der Muschel"
Wahnsinn - ich war auf der "Tour de France"-Bühne. Das war ein super Gefühl.
Aber mal von vorne.. Habe mich heut morgen schon ganz gut gefühlt. Von unserem sportlichen Leiter bekamen wir die Ansage, wieder zu versuchen, in einer Fluchtgruppe zu sein, um unser Team bei der Nachführarbeit zu entlasten.
Björn ging die erste Attacke mit, ich die nächste. Die war aber recht groß und wurde schnell wieder vom Feld geschluckt. Doch kurz vor dem Zusammenschluss attackierte ich noch mal. Ich wollte es heut unbedingt schaffen. Habe gar nicht groß darüber nachgedacht, dass das alleine ziemlich aussichtslos sein könnte, sondern ich wollte erstmal nur weg vom Feld. Als ich so 30, 40 Sekunden hatte, zeigte man mir an, dass sich zwei Fahrer auf die Verfolgung gemacht haben. Habe etwas Tempo herausgenommen und wollte die beiden herankommen lassen. Doch sie kamen nicht so schnell, wie ich dachte. Ich erhöhte wieder das Tempo. Erst als ich fürs Erste genügend Vorsprung hatte, nahm ich noch mal Tempo raus und wartete auf die beiden. Wir setzten unsere Flucht gemeinsam fort. Wir haben gut zusammen gearbeitet und haben fast acht Minuten Vorsprung gehabt.
Aber es war klar, dass das heute verdammt schwierig werden würde. Schließlich war es die letzte Flachetappe vor den Bergen. Die Sprinter brannten darauf, noch mal einen Sieg herauszufahren. Aber ich wollte auf jeden Fall alles geben, um vorne anzukommen. Hinten haben viele Teams Führungsarbeit gemacht. Der Vorsprung schmolz allmählich. Meine beiden Begleiter haben nach einer Weile nicht mehr so richtig mit geführt. Da war mir klar, dass ich es nur alleine schaffen konnte. Ab Kilometer 30 vor Ziel habe ich dann mehrere Male attackiert. Doch so k.o. waren die beiden dann scheinbar doch nicht. Auf jeden Fall waren sich die beiden Franzosen einig, mich nicht wegzulassen und haben sich beim Nachsetzen meiner Attacken immer abgewechselt. Ich kam einfach nicht weg. Ab da war dann erst recht die Luft raus aus unserer Gruppe. Aber ich dachte mir, die beiden will ich jetzt nicht ins Ziel schleppen und dann am Ende Dritter werden. Dann doch lieber versuchen, was geht.
Drei Kilometer vor dem Ziel hat uns das Feld eingeholt. Hab noch versucht im Feld drin zu bleiben. Aber mit den vielen Kurven auf den letzten Kilometern und dem immer wieder Antreten danach, hab ich das nicht geschafft.
Hinter dem Ziel wusste ich dann erst gar nicht, was los ist. Die Betreuer gaben mir ein Handtuch und "zogen" mich zur "Muschel". Ich habe die rote Rücknummer für den aggressivsten Fahrer bekommen. Das war schon ein cooles Gefühl, da oben zu stehen. Bin auch auf jeden Fall super zufrieden mit meiner Etappe. Auch wenn ich natürlich lieber gewonnen hätte und dafür auf die Bühne gekonnt hätte. Aber so ist auch schon ok. Ich denke, es ist besser, dass Erik am Ende die Chance auf den Sieg hatte, einen super Sprint gefahren ist und 3. geworden ist, als dass ich die beiden Franzosen mit ins Ziel genommen hätte und dann nur 3. geworden wäre.
Interview nach der Etappe

Tour de France, Pro-Tour - Ruhetag, 10. Juli 2006

Wie gut, dass morgen wieder eine Etappe ist..
Unser erster Ruhetag.. komisches Gefühl, als ich heut um 9 Uhr wach geworden bin, als mein Zimmerkollege Grabschi aufstand. Was mach ich denn heut?
Aber diese Frage blieb nicht lange unbeantwortet. Trotz Etappen-frei gab's ein gut gefülltes Tages-Programm. Nach dem Frühstück gaben wir ARD und ZDF Interviews. Die begleiteten uns dann auch die ersten Kilometer auf unserer Trainingsrunde. 70 Kilometer sind wir heut gefahren. Nicht zu schnell, nicht zu langsam - die Beine schön in Bewegung halten, damit's morgen gleich gut weitergeht.
Nach dem Training gab's Mittagessen, dann haben wir uns alle auf den Zimmern etwas ausgeruht. Grabschi und ich haben uns die DVD "Meet The Fockers" (Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich) angeschaut - schön seichte Kost zum Abschalten.
Bei der Massage war wieder (oder immer noch?) das ZDF da und hat mich gefilmt. Als ich danach auf's Zimmer ging, um mich noch ein wenig auf's Bett zu legen, haben sie auch noch kurz gefilmt. Würd ja gern wissen, was die aus dem heutigen Tag da zusammenschneiden.
Um 18 Uhr mussten wir zur Pressekonferenz in unserem Hotel. Einige Journalisten von Zeitungen und Fernsehanstalten waren dort und fragten uns nach unserer Bilanz nach einer Woche Tour. Einen Etappensieg, den wir zu gerne erreichen würden, haben wir zwar bislang nicht geschafft - und das wird auch noch verdammt schwer werden. Aber wir können ganz zufrieden sein mit unserem ersten Auftreten bei der Tour. Ein Podiumsplatz durch Erik und die lange Flucht von Björn sind auf jeden Fall positiv zu verbuchen.
Zum Abendessen um 20 Uhr mussten wir dann wieder einen halben Kilometer laufen - unser Hotel ist toll, aber irgendwie total riesig. Unsere Zimmer liegen am Ende eines ellenlangen Flures und eine Ewigkeit entfernt vom Speisesaal. Echt krass. Zumal Radfahrer doch so ungern laufen...
Wie ihr seht war dieser Ruhetag gar nicht so ruhig, wie man vielleicht meinen würde. Für mich hätte er auf jeden Fall noch was ruhiger sein können.
Morgen fahren wir ja zum Glück wieder Fahrrad...

Tour de France, Pro-Tour - 8. Etappe, 9. Juli 2006

Tag der Ausreißer
Am Sonntag habe ich wieder mein Glück versucht, in einer Gruppe dabei zu sein. Björn und Ralf haben ebenfalls mit attackiert. Ralf war auch kurz mal mit einer Gruppe raus - wurde aber bald schon wieder vom Feld gestellt. Bei der nächsten Attacke wollte ich versuchen mitzugehen, doch die hab ich ein wenig verpasst. Hätte auch nicht unbedingt damit gerechnet, dass die funktioniert, da gute Leute für die Gesamtwertung, wie Matthias Kessler und David Zabriskie, dabei waren. Bin daher auch nicht noch hinterher gegangen. Aber sie kamen dann doch weg. Phonak reagierte nach einigen Kilometern als Erste. Sie sahen die Gefahr für die Gesamtwertung für ihren gut platzierten Floyd Landis. Der Vorsprung pendelte sich so auf vier Minuten ein. Am Ende hat sich aber dann heut kein Team mehr gefunden, dass mit aller Macht nachsetzen wollte. Man merkte irgendwie auch, dass die Tour nun doch schon eine Woche alt ist und die Fahrer nicht mehr zu 100% frisch sind. Dazu kam noch, dass Boonen in der Phase, als Quick Step sich um die Nachführarbeit kümmerte, einen Defekt hatte. Da war dann endgültig die Luft raus. Drei der sechs Fahrer haben wir zwar noch eingeholt - der Rest blieb aber vorne. Erik ist wieder mit um die Punkte gespurtet und wurde Dritter vom Feld.

Heute Abend steht der erste Transfer an - ab in den Süden nach Bordeaux. Auf dem Weg zum Flughafen hörten wir ständig "Allez le bleu" - die Franzosen sind schon gut in Feierlaune für das Finalspiel.

Morgen ist unser erster wohlverdienter Ruhetag. Ein wenig Rad fahren werden wir aber dennoch. Denn zu sehr "runterfahren" darf der Körper nicht, sonst ist man am nächsten Tag völlig überfordert. Und da haben wir doch vor den Bergen noch mal die Chance, Erik in Szene zu setzen.


Tour de France, Pro-Tour - 7. Etappe, 8. Juli 2006

Mit den Red Hot Chili Peppers über 52 Kilometer
Um 13:40 Uhr hatte ich Start. Das bedeutete für mich heute eine ruhigen Morgen. Ich habe mich, wie immer vor Zeitfahren, gut und lange auf der Rolle warm gefahren. Denn so ist man in der Lage direkt vom Start weg volle Leistung zu bringen. 200 Meter nach dem Start habe ich mir dann erstmal den IPOD angemacht mit der neuen CD von den "Red Hot Chili Peppers". Bei 52 Kilometern brauch ich etwas, was mich antreibt. Es waren natürlich auch wieder unheimlich viele Leute an der Strecke, die mich auch alle angefeuert haben. Das hab ich schon auch noch mitgenommen. Aber mit schneller Musik im Ohr läuft's einfach noch mal besser. Bin zu Beginn kontrolliert gefahren, wollte nicht zu schnell angehen. Bei der ersten Zwischenzeit dann bei Kilometer 16,5 hatte ich 50 Sekunden Rückstand auf den dort derzeit Führenden. Da ich wusste, dass Sebastian Lang, ein sehr guter Zeitfahrer, schon vor mir durch war, konnte meine Zeit ja nicht so schlecht sein. Mein Ehrgeiz war geweckt und ich machte nun mehr Druck. Die Strecke war flach und ohne große Schwierigkeiten. Nach circa der Hälfte der Strecke fuhr ich auf den zwei Minuten vor mir gestarteten Franzosen Walter Beneteau auf. Als ich den vor mir gesehen habe, hat das natürlich weiter Motivation gegeben. Mit einem Fahrer im Blick kann man sich immer gut "ranziehen". Nachdem ich ihn überholt hatte, blieb der die ganze Zeit nur einen Meter hinter mir. Der fuhr richtig im Windschatten, obwohl er das gar nicht darf. Das hat mich ein wenig geärgert und noch mal angetrieben. Wollte den unbedingt loswerden. Einige Kilometer später hatte ich dann den nächsten Fahrer im Blickfeld. Ich gab noch mal alles, um auch Christophe Rinero vom Team Saunier-Duval einzuholen. Auf der Zielgeraden hatte er noch knapp 100 Meter Vorsprung.
Habe für die 52 Kilometer durch die Bretagne 1h 05'54" gebraucht und bin damit 47. geworden. Damit kann ich, denk ich, ganz zufrieden sein. Die Gesamtwertung ist mit dieser Etappe das erste Mal "durchgeschüttelt" worden und die Anwärter auf den Tour-Sieg 2006 liegen nun vorne. Ich konnte mich auf den 44. Platz verbessern.

Morgen ist noch mal eine leicht wellige Etappe, bevor es ab Dienstag nach unserem wohlverdienten ersten Ruhetag in die Berge geht. Somit ist sie prädestiniert für Ausreißergruppen. Drei Fragen stellen sich da für mich: 1. kann ich es diesmal schaffen, die richtige Gruppe zu erwischen, 2. werden auch morgen wieder die Sprinter-Teams siegen oder kommt zum ersten Mal bei der Tour 2006 eine Fluchtgruppe durch und 3. können wir bei einer Massensprint-Ankunft Erik Zabel in die Position fahren, dass er eine vordere Platzierung erreichen kann.

Tour de France, Pro-Tour - 6. Etappe, 7. Juli 2006

Eine Torte für Erik Zabel
"Happy Birthday to you..." - zum Glück hört ihr jetzt nicht, wie's geklungen hat. Unser Ete musste es heut Morgen aber bis zum Ende "ertragen", als das gesamte Team ihm ein Ständchen zu seinem Geburtstag sang. Aber es hat seinen Zweck erfüllt - es war ein netter Start in den Tag. Einen Kuchen gab's natürlich auch noch. Mit ganz vielen Kerzen.. wie viele, verrat ich jetzt mal nicht.
Der Start des Rennens fand bei Wolken verhangenem Himmel in Lisieux statt. Es wurde viel attackiert. Ein paar Mal waren kleinere Gruppen weg, die aber kurze Zeit später immer wieder eingeholt wurden. Ca. bei Kilometer 40 starteten zwei Fahrer wieder eine Attacke. Ich fuhr gerade weit vorn im Feld, attackierte ebenfalls und schloss mit zwei weiteren Fahrern nach vorne auf. Wir fuhren einige Kilometer als von hinten weitere 13 Fahrer rankamen - und was für welche. Boonen, Hushovd, Flecha, Sinkewitz - um nur einige des illustren Fahrerkreises zu nennen. Später erzählte man mir, dass zu dem Zeitpunkt wohl einige Fahrer Pinkelpause machten und deshalb das Feld erstmal nicht so schnell reagiert hat. Naja - mit dieser Konstellation war es jedenfalls nicht zu erwarten, dass das Feld uns so einfach ziehen ließ. Das dachte sich auch Backstett. Er attackierte und zwei weitere Fahrer folgten. Ich führte in dem Moment die Gruppe an und rechnete damit, dass weitere Fahrer ranspringen und so die Lücke geschlossen würde. Aber es fuhr keiner. Auf den nächsten Kilometern versuchte ich noch einige Male, mich auch von der Gruppe zu lösen. Auch Boonen, Flecha, etc. attackierten noch einige Male. Doch es kam keiner mehr weg. Von hinten kam nun das Feld wieder angerauscht. Wir nahmen die Beine hoch..
Der Rest der Etappe verlief für mich dann ziemlich ruhig. Wir überließen es heute den anderen Sprinter-Teams, die Nachführarbeit zu leisten. Am Ende war es vor allem Marco Velo, der Erik in eine gute Position fuhr. Fabio Sacchi musste leider heute Morgen die Tour vorzeitig beenden. Er hatte schon seit ein paar Tagen die Grippe. Er hatte sich bislang durchgequält in der Hoffnung, dass es besser würde. Aber heute entschied er dann, dass es keinen Sinn hat. Er war zu geschwächt. Das ist für die Sprintvorbereitung für Erik natürlich ein herber Schlag. Denn nun fehlt einer der letzten Anfahrer vor Erik.
Ete schnappte sich auf den letzten Metern wieder Boonens Hinterrad. Doch wieder konnte auch Boonen keinen optimalen Sprint durchziehen. Ete blieb auf seiner Position hängen und wurde 7. Ich rollte mit dem Feld mit rein.
Morgen ist nun das erste lange Zeitfahren. Danach wissen wir, wer nun die Favoriten auf den Gesamtsieg sind, nachdem die zuvor hoch gehandelten Favoriten suspendiert wurden.

Tour de France, Pro-Tour - 5. Etappe, 6. Juli 2006

Björn beschert uns einen ruhigen Tag
Unsere Devise auf der 5. Etappe lautete: immer schön mitspringen. Es sollte keine Gruppe gehen, in denen nicht einer von uns vertreten war. So gingen Björn und ich im Wechsel bei den Attacken mit. Björn hat dann die richtige Gruppe erwischt. Doch in der Gruppe waren einige Fahrer von Sprinter-Teams vertreten. Das wurde den restlichen Sprinter-Teams zu heiß. Schon bald wurde mit einem Höllentempo der Gruppe nachgesetzt. 20 Kilometer lang war das Tempo wirklich sau-schnell. Kurz bevor wir diese Gruppe wieder gestellt haben, attackierte Björn noch einmal und nur Dumoulin von AG2R folgte ihm. Zu zweit nahmen sie die restlichen Kilometer des Tages in Angriff. Eine tolle Leistung, die Björn da heut abgeliefert hat. Dank ihm brauchten wir hinten heut nicht zu arbeiten. Auf den letzten Kilometern musste Björn die Arbeit fast ganz alleine machen, sein Weggefährte konnte nichts mehr zulegen. Vielleicht hätten sie es sonst doch noch geschafft. Sie wurden ja erst 2 Kilometer vor dem Ziel geholt. Im Feld fuhren wir da schon einige Kilometer lang mit 60 km/h. Da war es schwer, Erik ganz nach vorne zu bringen und dort zu halten. Seine gute Position hinter Tom Boonen konnte er leider nicht halten und war auf den letzten Metern völlig zugebaut. In einem Sprint entscheiden Milli-Sekunden über gute Position und vordere Platzierung. Und Glück braucht man natürlich auch.
Mit meiner eigenen Leistung nach fast einer Woche bin ich zufrieden. Ich habe mein Team dabei unterstützen können, die Ausreißer auf den bisherigen Etappen zu stellen und das Rennen auf den letzten Kilometern schnell zu machen. Auf den nächsten Etappen möchte ich weiterhin versuchen, die Attacken mitzugehen und vielleicht einmal die richtige Gruppe zu erwischen.

Tour de France, Pro-Tour - 4. Etappe, 5. Juli 2006

Leichte Differenzen...
Gestern abend gab es erstmals leichte Differenzen im Team...
so gegen 23.30 Uhr war's: jubelnde Italiener, daneben traurige Deutsche.
Haben uns die Italiener bei der Fußball-WM doch glatt ins kleine Finale geschickt. Wie schön für unsere italienischen Kollegen.. mit breitem Grinsen gingen sie nach dem Spiel an uns vorbei auf's Zimmer. Naja, jetzt drücken wir ihnen halt im großen Finale die Daumen und sie uns im kleinen...
Bei der 4. Etappe heut mit Start im belgischen Huy war's so richtig schwülwarm. So ein Wetter mag ich am wenigsten. Aber hilft ja nix. Heut war viel trinken somit das Wichtigste. Das dachte sich auch Atze (Björn Schröder), als wir wenige Minuten vor dem Start in der ersten Reihe standen und er auf einmal merkte, dass er gar keine Flaschen dabei hatte. Spontan entschied er sich, doch noch mal schnell zu unserem Begleitfahrzeug zu sprinten und von weiter hinten zu starten. Besser war das..
Vorher hatten wir schon einige Minuten im "Sammelbereich" gestanden, also vorm Startaufruf wenige Meter vor der Startlinie. Neben uns Tom Boonen im gelben Trikot - und das in seinem Heimatland, so wie er sich das ja auch vorgenommen hatte. Eine Wahnsinnssache - aber ein Wunder, dass die Presse ihn überhaupt starten ließ, so wie die den dort umlagerte.

An der 1. Bergwertung war Björn kurz mal mit einer Gruppe raus - ich direkt danach mit einer 25-Mann-Gruppe. Die ließ man aber natürlich nicht weg - viel zu groß und außerdem Tom Boonen mit dabei. Wenige Kilometer später ging dann die entscheidende Attacke. Das Tempo im Feld wurde heute natürlich von Quick Step kontrolliert. Es gab zwar nur zwei Bergwertungen, aber es ging auch sonst die ganze Zeit nur auf und ab auf der Strecke nach St. Quentin. Bei dem Wetter war das heut echt anstrengend.
Ab ca. Kilometer 70 vor Ziel stieg von uns Grabschi mit in die Führungsarbeit ein und machte lange 60 Kilometer mächtig Tempo. Auf den letzten 10 Kilometern war's dann ein ziemliches Hara-Kiri. Es ging leicht bergab und links und rechts kamen immer wieder Fahrer nach vorne vorbeigerollt. Da war es schwer, einen Zug aufzubauen und das Feld zu führen. Björn leistete dann noch mal bis vier Kilometer vor dem Ziel starke Führungsarbeit, doch dann das Pech. Erik hatte sich einen Nagel in den Reifen gefahren - wohl zum ungünstigsten Zeitpunkt einer Etappe. Jegliche Chance vorne einzugreifen war dahin. Er fuhr noch bis zur 3-Kilometer-Marke mit dem Platten hinten am Schwanz des Feldes - so bekam er zumindest die gleiche Etappen-Zeit wie das Feld angerechnet.
Wirklich schade, denn so hat er nun auch wertvolle Punkte im Kampf um's grüne Trikot verpasst.
Marco Velo wollte dann noch sein Glück versuchen, doch der Sturz des Hushovd-Helfers vor ihm brachte ihn zu sehr aus dem Tritt. Zudem ist er nach seiner Sturzverletzung noch nicht wieder ganz fit, doch er steigert sich von Tag zu Tag. Vielleicht kann er ja schon morgen erfolgreich den Sprint für Erik anziehen. 

Tour de France, Pro-Tour - 3. Etappe, 4. Juli 2006

Schon wieder erste Attacke erfolgreich
Es ist schon kurios - da erzählt man mir beim Giro, dass es bei der Tour vor allem auf den Flachetappen viel, viel schwerer ist, weil dort eine Attacke nach der nächsten geht und keiner weggelassen wird - und nun ist es schon die 3. Etappe in Folge, bei der beinah die erste Attacke die erfolgreiche ist.
Es konnte sich also auch heute wieder mal eine Gruppe auf den ersten Kilometern lösen - unter den fünf Fahrern war auch Jens Voigt, weshalb das Feld, allen voran das Team um das gelbe Trikot, diese Gruppe als "Bedrohung" sah. Denn einen Mann wie Voigte lässt man auf solch einer Strecke wie heute natürlich nicht weit davonfahren.
Die Strecke war auch ganz schön anspruchsvoll - es waren zwar "nur" Berge der 3. und 4. Kategorie, dafür aber eine ganze Menge davon und bei der Hitze und dem immer noch recht heftig wehenden Wind tun die ganz schön weh. Haben versucht, uns immer so weit wie möglich vorne aufzuhalten, um an den Bergen nicht den Anschluss zu verlieren, durch irgendwelche Löcher, die vor uns reißen. So musste man ständig achtsam sein und konzentriert fahren - für ein Pläuschchen blieb da diesmal keine Zeit.
Als so ca. 20 Kilometer vor dem Ziel Valverde stürzte, hätte es mich beinahe mit erwischt. Er fuhr schräg rechts vor mir, er kam mit seinem Vorderrad an seinen Vordermann und stürzte - sein Fahrrad touchierte dabei mein Bein. Ich konnte aber zum Glück gegensteuern und so dem Sturz entgehen. Es gab sogar noch eine weitere brenzlige Situation auf dem Weg nach Valkenburg. In den Anstiegen lassen die Zuschauer immer nur so kleine Gassen für uns Fahrer übrig, dass man tierisch eng an denen vorbeifahren muss. Diesmal bekam ich das ganz genau zu spüren, als ein Zuschauer seine Kamera vor uns hielt, die ich dann volle Kanne gegen meinen Oberarm bekommen habe. Der hat dann erstmal ein paar Kilometer lang ganz schön gepocht.
Ansonsten ist es natürlich total genial, wenn einen da hunderte oder gar tausende Menschen den Berg hoch schreien. Bin in der Hinsicht auch total gespannt auf die Etappe nach Alpe d'Huez…
Auf den letzten Kilometern haben wir uns dann auch noch mal richtig mit eingeschaltet in die Führungsarbeit. Denn die Chance, dass es nicht alle Sprinter mit vorne über den Cauberg schaffen, war groß. Und so kam es dann auch - McEwen und Hushovd mussten reißen lassen.
Doch vorne schlug T-Mobile uns Sprinter-Teams ein Schnippchen - Matze Kessler attackierte und gewinnt die Etappe. Meinen Glückwunsch.
Erik konnte sich wieder ganz gut im Sprint behaupten und wurde 5. Im Kampf um's grüne Trikot liegt er damit gut im Rennen.
Die nächste Etappe ist wieder total flach - also wieder alles parat machen für den nächsten Massenspurt…

Tour de France, Pro-Tour - 2. Etappe, 3. Juli 2006

Zeit für ein Pläuschen
Es war wieder mal ne super Stimmung an der Strecke. Habe heute auch einige Leute am Start gesehen, die ich kenne - das ist immer schön, wenn Bekannte zuschauen kommen und einem Glück wünschen.
Auf der Etappe heute war, wie auch schon gestern, eine sehr frühe Attacke erfolgreich. Eigentlich ungewöhnlich für die Tour, wie man sich im Fahrerfeld so erzählte. Denn sonst dauert es wohl immer eine Zeit, bis sich eine Gruppe findet, die den Absprung schafft - zu viele wollen sich auf einer Tour de France - Etappe zeigen oder sie gewinnen. Die Gruppe konnte sogar einen Vorsprung von 10 Minuten herausfahren. Erst dann griff Discovery Channel ein, um ihr gelbes Trikot zu verteidigen.
Während der noch ruhigen Phase im Rennen blieb ein wenig Zeit für ein Pläuschen mit meinem alten Kollegen aus U23-Nationalmannchafts-Zeiten Markus Fothen. Erst auf den letzten 40 Kilometern stiegen wir mit in die Führungsarbeit ein - zuerst Ralf Grabsch, später Björn Schröder und ich. Vor allem nachdem an der vorletzten Bergwertung eine neue Attacke mit Fabian Wegmann ging, forcierte ich noch mal das Tempo - denn diese Gruppe war zu gefährlich, um sie wegzulassen. Wir konnten die Fahrer alle wieder einholen, doch wenig später gingen die nächsten Attacken - das war wirklich Schwerstarbeit heute auf den letzten Kilometern das Feld beisammen zu halten. Habe bis 1,5 Kilometer vor Ziel mein Bestes gegeben - dann bin ich raus.
Als ich mich umguckte, hab ich mich gewundert, dass das Feld nur noch so klein ist - dachte schon, es hätte an unserer Tempoverschärfung gelegen - denn den Massensturz hinter mir hatte ich gar nicht mitbekommen.
Erik war am Ende eigentlich in einer ganz guten Position, aber der Gegenwind auf der Zielgeraden war doch recht heftig - dem war ja auch schon Matze Kessler zum Opfer gefallen, als wir ihn 50 Meter vor dem Ziel einholten. So hat es heute im Spurt nicht ganz geklappt, aber morgen ist ja wieder ein neuer Tag.
Nach dem Rennen ging's direkt ins Hotel in Luxemburg, das wirklich gut ist. Dann duschen, Massage, ein wenig ausruhen auf dem Bett, Fernsehgucken, um zu wissen, was in der restlichen Welt so los ist und dann natürlich Tagebuch schreiben - so sieht eigentlich jeden Abend mein "Nach-Etappen-Programm" aus. Um 20:30 Uhr geht's heut zum Essen, danach noch mal ein bisschen Fernsehen oder DVD gucken - dann ist der Tag auch schon wieder rum. Also viel Ruhe, um morgen wieder fit zu sein für die nächste Etappe.

Tour de France, Pro-Tour - 1. Etappe, 2. Juli 2006

3. Platz für Erik
Die heutige Etappe von Straßburg nach Straßburg stand ganz im Zeichen eines Massenspurts und für uns damit der erste Angriff auf das grüne Trikot. Es wurde wie immer auf solchen Etappen schon früh attackiert. Doch was mich überraschte, war, dass gleich die erste Attacke die entscheidende des heutigen Tages war. Sieben Fahrer konnten sich vom Feld lösen und bauten ihren Vorsprung schnell auf über vier Minuten aus. Im Feld wurde erstmal gar nicht reagiert. Es waren noch über 160 Kilometer zu fahren - Zeit genug, um die Spitzengruppe wieder einzuholen.
So war es über viele Kilometer eine sehr angenehme Etappe, bei der ich viel von der tollen Stimmung an der Strecke mitnehmen konnte. Die ist zum Glück trotz der erschreckenden "Doping-Geschichte" ungebrochen. Es war schön, auch ein paar Kilometer über deutschen Boden zu fahren - denn das war für die nächsten drei Wochen (hoffentlich) das letzte Mal. Credit Agricole mit dem Führenden Thor Hushovd hat die ersten 100 Kilometer das Tempo gut kontrolliert und den Vorsprung der Ausreißer auf einem gleich bleibenden Niveau um die fünf Minuten gehalten. Erst dann beteiligten sich auch Fahrer der anderen Sprinter-Teams an der Nachführarbeit. Für unser Team Milram machte Grabschi (Ralf Grabsch) das Tempo. Nur langsam kamen wir den Ausreißern näher - aber zu früh wollten wir sie ja auch nicht einholen - da ist die Gefahr zu groß, dass direkt wieder attackiert wird.
Ca. zehn Kilometer vorm Ziel hatten wir dann auch den letzten Ausreißer eingeholt, jetzt galt es das Tempo hoch zu halten, um keinen mehr wegzulassen. Ich wurde nach vorne geschickt und zog das Tempo noch mal an. So zwei Kilometer lang gab ich noch mal echt alles, um die optimalen Bedingungen für Eriks Endspurt zu schaffen, dann ging ich raus aus der Führung. Jetzt waren die Sprint-Anfahrer von uns an der Reihe.
Für Erik lief's ganz gut heut und mit dem 3. Platz und unserer Vorarbeit war er sehr zufrieden. Denn auf den letzten Metern konnte er noch mal ein paar Meter auf die anderen Sprinter gut machen - das gibt Hoffnung für die nächsten Sprintetappen. Die nächste ist gleich morgen - mal sehen, wie's da für uns läuft...

Tour de France, Pro-Tour - Prolog, 1. Juli 2006

Endlich geht's los
Es war ein Riesenstimmung an der Strecke. Viele Leute haben uns schon beim Warmfahren am Bus zugeguckt und beim Rennen an der Strecke bejubelt. Um 14:12 Uhr war ich dran - hab mich vorher eine gute Stunde lang warm gefahren, damit ich auf Betriebstemperatur direkt in den 7 Kilometer langen Prolog starten konnte. Die Strecke war gut zu fahren. Waren keine großen Schwierigkeiten drin. Es ist auch ganz gut gelaufen. Aber so richtig in Fahrt war ich noch nicht. Meine Zeit war dennoch ganz gut - bin 33 Sekunden langsamer als der Sieger gewesen. Das geht in Ordnung.
Jetzt freu ich mich vor allem auf die morgige Etappe. Die erste Sprintetappe der Tour und viel Arbeit, um für Erik den Endspurt zu bereiten. mal sehn, wie es uns gelingt...

Deutsche Meisterschaft, Klingenthal, 25. Juni 2006

Heute bin ich die Deutschen Meisterschaften in Klingenthal gefahren. Es ging über eine sehr selektive 29,5 Kilometer lange Runde, die wir sieben Mal umrunden mussten. Insgesamt 206,5 Kilometer und 4550 Höhenmeter. Ich habe versucht von Anfang an aufzupassen, um die richtige Gruppe zu erwischen. War auch in der ersten Runde zwei Mal in einer Gruppe, die aber sofort wieder eingeholt worden ist.
Dann ging eine 7-Mann-Gruppe, in der wir durch Daniel Musiol vertreten waren. Diese Gruppe lief auch erstmal ganz gut und hatte zeitweise einen Vorsprung von bis zu sieben Minuten, ehe dann hinten im Feld zur Attacke geblasen wurde.
Hauptsächlich war es dem Team Gerolsteiner zu verdanken, dass der Vorsprung der Gruppe sehr schnell schmolz, bis die Attacke von Jens Voigt kam. Ich konnte zuerst mitgehen, musste aber ca. einen Kilometer vorm Bergpreis das Trio Voigt, Kessler und Dirk Müller ziehen lassen. Dieses Trio schaffte den Anschluss zur Spitzengruppe und nahm diese voll auseinander. Außer dem neuen Trio haben wir die Spitzengruppe wieder komplett eingeholt.
Das Rennen war so schwer, dass in der letzten Runde das Hauptfeld, in dem ich war grad mal noch so zehn Mann waren. Kurz vor dieser Gruppe war noch Björn Schröder, der als bester Milram Fahrer heute 6. wird - ich werd 9. und Erik 11. Neuer Deutscher Meister ist übrigens überraschenderweise Dirk Müller geworden, ein Amateur vom VC Frankfurt.


Giro d'Italia, Pro-Tour - 21. Etappe - 28. Mai 2006

Die letzte Etappe konnte man nochmal so richtig genießen. Sind bis 50 Kilometer vor dem Ziel sehr locker gefahren. Und es ist ja ungeschriebenes Gesetz, dass auf der letzten Etappe nicht mehr attackiert wird. Es ist ja auch so, dass ein Fahrer und eine Mannschaft, die es drei Wochen lang geschafft alle Angriffe in den schwersten Bergen abzuwehren, wohl kaum auf den letzten 200 flachen Kilometern noch in "Gefahr" zu bringen sind.
Auf der ca. 4-Kilometer-Runde durch Mailand haben wir dann noch versucht, doch noch einen Etappensieg beim Giro einzufahren. Diesmal mit anderer Taktik. Zwei Fahrer von uns, Cortinovis und Ongarato, haben wenige Kilometer vor dem Ziel nochmal attackiert und wollten so den anderen Sprintern ein Schnippchen schlagen. Eigentlich wollte / sollte ich auch nochmal attackieren, aber auf den engen Straßen und bei der hohen Geschwindigkeit, die wir am Ende drauf hatten, bin ich einfach nicht mehr ganz nach vorne gekommen. War die ganze Zeit so um die 10. bis 15. Position. Dort bin ich dann im Prinzip auch bis zum Ende geblieben. Einfach das Tempo mitgefahren, aber beschleunigen war halt einfach nicht drin. So hab ich dann auf der Schlussetappe sogar mein bestes Etappenergebnis herausgefahren - 12. Platz.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 18. Etappe - 25. Mai 2006

Die Etappe heute habe ich schwerer empfunden als die gestrige. Die Berg waren nicht so lang und so hoch, dafür aber ziemlich steil. Da musste man sich richtig quälen da hoch. Wollte aber versuchen, so lange wie möglich im großen Feld zu bleiben. Das ist mir dann auch gelungen. Hab mich bis zum letzten Berg im Feld gehalten. Dann bin ich wieder mein eigenes Tempo gefahren. Mir hat's dann heut gereicht. Bin mit einem kleinen Grüppchen dann ins Ziel gerollt. Hatte einen Abstand von 5:39 Minuten auf den Sieger Schumi. Nicht schlecht, dass der das heut zum 2. Mal geschafft, eine Etappe beim Giro zu gewinnen. Ich hoffe jetzt einfach nur darauf, die nächsten zwei Tage auch gut zu überstehen. Aber ich denke mal, dass ich das schaffe. Denn jetzt bin ich so nah an Mailand - jetzt will ich auch hin!

Giro d'Italia, Pro-Tour - 17. Etappe - 24. Mai 2006

Am Start heute war erstmal ziemlich viel Diskussion. Denn auf dem ersten Berg, den wir heut fahren sollten, das Würzjoch, war es 3°C und es fiel Schneeregen... da wollte keiner hoch. Obwohl hochfahren ja gar nicht unbedingt das Problem ist - wenn da oben dann Ende wäre. Aber so durchgefroren und nass muss man dann die Abfahrt runter, die zudem bei Nässe auch nochmal schwieriger zu fahren ist. Na, wer da dann nicht am nächsten Tag krank ist... Von jedem Team sollte dann ein Fahrersprecher nach vorne. Allen voran Ivan Basso hat sich gegen diesen Berg ausgesprochen - ich denke mal, dass das bei den Organisatoren schon Wirkung gezeigt hat. Jedenfalls sind wir dann so nach 20 Minuten losgefahren - zum Glück hatte es am Start noch nicht geregnet. Da wusste dann aber noch keiner, ob wir den Berg nun fahren oder nicht. Man hatte sich wohl darauf geeinigt, zumindest erstmal loszufahren, damit der Zeitplan nicht total durcheinander kommt. Aber nach 10 Kilometern wurde dann von der Renndirektion bekannt gegeben, dass wir das Würzjoch wie von den meisten Fahrern auch vorgeschlagen umfahren. Das hat schonmal die meisten gefreut - außer natürlich die, die heute nochmal Basso attackieren wollten. Aber ich glaube, so wie der drauf ist, war das eh nur reine Theorie. Glaube nicht, dass der sich den Sieg noch nehmen lässt.
Als bekannt war, dass wir den ersten Berg nicht fahren, wurde dann auch so langsam das Tempo im Feld höher. Vorher hatten sich eigentlich alle darüber unterhalten, was die Organisatoren denn machen werden. So sind wir dann weiter in einem zügigen Tempo gefahren. Mittlerweile hat es auch angefangen zu regnen. Echt ein Mistwetter hier bei der Rundfahrt. Vor allem Saunier Duval haben Tempo gemacht, als sich zwei Fahrer vom Feld gelöst hatten. Die hatten wohl noch was vor.
50 Kilometer vor dem Ziel sagten die Organisatoren dann endlich definitiv, wie die Etappe zu Ende geht. Die letzten fünf Kilometer wurden gestrichen. Als wir am letzten Berg angekommen sind, war ich so mitten drin im Feld und bin direkt mein Tempo gefahren. Vorne gingen wieder die Attacken derer, die in der Gesamtwertung noch was reißen wollen. Bin nicht volle 100% gegangen, denn die Karenz war heute durch die Verkürzung locker zu halten. Und es folgen noch ein paar schwere Berge in den nächsten drei Tagen. War im Ziel überrascht, dass ich nur gut fünf Minuten Rückstand hatte. Dann war ich ja gar nicht so viel langsamer da hoch. Irgendwie wär ich die letzten fünf Kilometer sogar noch gern gefahren. Wär halt schon was Besonderes gewesen. Und wenn man einmal auf dem Rad sitzt, ist es fast egal. Naja, nur der Rückweg wär wahrscheinlich dann doch nicht so toll gewesen. Soweit möglich frische Klamotten an und dann in die Seilbahn... Naja, wär mal was anderes... Aber so war schon besser. Schön in den warmen Bus rein und dann ab ins Hotel. Für ein Team hat das, glaub ich, noch was länger gedauert. Der Parkplatz, auf dem die Teambusse standen war so durchgeweicht, dass der Bus von Bouygues Telecom mit dem linken Hinterrad feststeckte. Und so leicht kamen die da nicht wieder raus. Da war ich dann doch ganz froh, dass wir da ohne Probleme wegkamen.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 16. Etappe - 23. Mai 2006

Die 16. Etappe von Rovato nach Trento Monte Bondone über 173 Kilometer endete in einem Schlussanstieg der 1. Kategorie.
Am Anfang gingen wieder einmal ein paar Attacken. Aber im Feld war man sehr wachsam und ließ keinen weg. Irgendwann löste sich ein einzelner Fahrer, den man doch wegziehen ließ. Bis zum Schlussanstieg standen noch zwei weitere Berge "im Weg". Über diese beiden Berge konnt ich aber gut im Feld mit drüberrollen. Im Fuße des letzten Anstiegs habe ich es dann direkt locker angehen lassen und bin von Beginn an mein Tempo gefahren. Dort haben wir dann auch den Ausreißer wieder eingeholt. Es hat sich dann ein Grüppchen gebildet, mit dem ich diesen Schlussanstieg in Angriff genommen habe. Zum Glück war der Berg nicht ganz so steil, so dass ich ihn so noch ganz gut hochgekommen bin.
Mit 22:51 Minuten Rückstand auf den Sieger Basso waren wir dann im Ziel - ich auf Platz 124.
Auf morgen bin ich sehr gespannt. Auf der 2. Rennhälfte stehen einige 1500er bis 2000er auf dem Programm mit dem Schlussanstieg auf den Kronplatz - 5 Kilometer über Schotter bei einer Steigung von ca. 24%. Ich frag mich, wie dort die ganzen LKWs hochkommen sollen. Und wenn sie hochkommen, sieht der Boden da bestimmt klasse aus, schöne Furchen von den LKW-Reifen. Das ist der Wahnsinn, was die sich da ausgedacht haben... ich hoffe, der Berg ist nicht ganz so schlimm, wie's ausschaut. Naja, man wird sehen...

Giro d'Italia, Pro-Tour - 15. Etappe - 22. Mai 2006

Heute stand wieder eine komplett flache Etappe auf dem Programm - die letzte bis zum kommenden Sonntag...
Auch heute wurde wieder viel attackiert. Aber heute brauchte man es erst gar nicht zu versuchen. Denn es war klar - sobald ein Fahrer von T-Mobile, Quick Step oder uns dabei war, würden die jeweils anderen Teams das Loch direkt wieder zufahren. Denn die wenigen Sprinter-Möglichkeiten lässt sich kein Team so schnell entgehen. Denn man wollte nicht das Risiko eingehen, am Ende alleine die Nachführarbeit leisten zu müssen, wenn ein Team einen Fahrer in der Spitzengruppe haben würde und dann nichts tun bräuchte. Bei Kilometer 23 setzte sich dann also eine Truppe der Marke "ungefährlich" ab - sowohl für die Sprinterteams als auch für die Gesamtführenden. Quick Step setzte sich aber schon kurze Zeit später an die Spitze des Feldes, um das Tempo zu kontrollieren, damit der Abstand nicht zu groß werden würde. Es war offensichtlich, dass heute Bettini nochmal sein Glück versuchen würde. Ein paar von unserem Team spannten sich auch vorne mit ein. Bin dann auch wieder sehr viel von vorne gefahren heut. Aber das mag ich eigentlich ganz gern. Denn den ganzen Tag hinten im Feld rumgurken ist verdammt langweilig. So hat man wenigstens "was zu tun" - weil man ja sozusagen einen Auftrag hat. Außerdem ist es da vorne auch nicht so gefährlich. Dadurch dass wir schon ziemlich früh mit der Tempoarbeit begonnen haben, hätten wir die Spitzengruppe eigentlich schon so ca. 25 Kilometer vor dem Ziel einholen können. Aber wir haben sie noch ein wenig an der langen Leine gelassen. Denn das wäre noch zu früh gewesen. Sonst muss man immer zu lange aufpassen, dass keine neuen Attacken gehen. Ca. neun Kilometer vor Schluss haben wir sie gestellt. Da bin ich dann auch meine letzte Führung gefahren. Habe nochmal richtig alles gegeben und so lang wie möglich geführt. Dann bin ich raus und hab mich nach hinten durchreichen lassen.
Vorne haben meine Teamkollegen für Alberto Ongarato den Zug aufgebaut und den Sprint angezogen. Leider wurde Ongarato im Sprint eine Welle verpasst - er musste das Tempo völlig rausnehmen und hatte keine Chance mehr, in den Sprint einzugreifen. Er wurde 12. - schade, da kann man nix machen. Ich bin 16 Sekunden hinter dem ersten Feld mit der zweiten großen Gruppe ins Ziel gerollt.
Morgen kommt die erste der fünf superschweren Bergetappen. Hoffe, dass ich lange genug vorne bleiben kann, damit ich am Ende auf jeden Fall in der Karenz bleibe. Naja, wir werden sehen. Ich werde auf jeden Fall alles geben.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 14. Etappe - 21. Mai 2006

Die 14. Etappe ging von Aosta nach Domodossola über 223 Kilometer. Heute haben sich meine Beine nicht ganz so gut angefühlt. Die Flucht von gestern hab ich doch noch was in den Beinen gespürt. Habe mich daher heute eigentlich die gesamte Etappe mitten im Feld "versteckt". Schön mitrollen und keine Attacken mitgehen. Auch wenn es mich natürlich im Nachhinein ein wenig geärgert hat, dass die heutige Gruppe durchgekommen ist. Da wär ich gern dabei gewesen...
Aber heute lief's halt einfach nicht so flüssig. Bin dann auch schon am ersten Berg abgefallen. Es hat sich eine schöne große Gruppe gefunden und wir haben ein gleichmäßiges Tempo durchgezogen - bis zum Schluss. Am Ende wartete ja nochmal ein netter Schlussanstieg. Aber es ging noch ganz gut. Sind mit ca. 20 Minuten Rückstand ins Ziel gekommen. Das ist natürlich nicht wenig, aber ich denke, in Anbetracht der kommenden schweren Etappen war das ganz gut, nochmal ein paar Kräfte geschont zu haben.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 13. Etappe - 20. Mai 2006

Die 13. Etappe von Alessandria nach La Thuile über 218 Kilometer sah auf dem Papier auch wieder ganz gut für Ausreißer aus. Die komplette Distanz leicht ansteigend, kurz vor Ende ein knackiger Anstieg und dann bergab ins Ziel. Man musste nur mit genug Zeitvorsprung in den Berg kommen, dann hätte man eine Chance mit einer Spitzengruppe ins Ziel zu kommen. Also nahm ich mir auch heute wieder vor zu attackieren, wenn meine Beine gut sind.
Das Tempo war auf der Etappe von Beginn an recht hoch. Es gingen auch immer wieder Attacken - aber lange Zeit wurden die Ausreißer immer wieder eingeholt. Ich bin auch ein paar Attacken mitgegangen. Und dann wieder ca. bei Kilometer 90. Dort bildete sich eine etwas größere GRuppe und ich ging mit. Da kein "Gefährlicher" für die Gesamtwertung dabei war, standen die Chancen gut, dass sie uns fahren ließen. Und so war es dann auch. Wir konnte schnell unseren Vorsprung auf fünf Minuten hochschrauben. Die 6-Mann-GRuppe lief ganz gut. Wir wechselten uns gut in der Führung ab und fuhren ein konstant hohes Tempo. Wenn wir mit dem Vorsprung in den Berg reingefahren wären, hätte es klappen können. Aber leider formierten sich hinten die Teams der Basso-Verfolger, die heute nochmal veruschen wollten, Zeit auf Basso gut zu machen. So schmolz der Vorsprung kontinuerlich, obwohl wir vorne wirklich hohes Tempo fuhren und richtig durhczogen. Aber wenn sich hinten einmal viele frische Fahrer formiert haben, hat man vorne kaum eine Chance. Weiß ich ja selbst gut genug - sonst würden wir nicht so oft unsere Reihe vorm Feld aufziehen, um irgendeine Spitzengruppe wieder einzufangen. Wenn man zum richtigen Zeitpunkt mit der Nachführarbeit anfängt und die Ausreißergruppe nicht zu groß ist, haben die vorne fast nie eine Chance.
Naja, jedenfalls war das Feld dann am Fuße des Berges schon bis auf eine Minute rangekommen. Da war mir klar, dass das nichts gibt heute. Aus unserer Gruppe heraus attackierten nochmal zwei Fahrer, da konnte ich dann aber nicht mitgehen, konnte dort im Berg nicht nochmal forcieren. Als dann Basso und die anderen von hinten an mir vorbeiflogen, bin ich ganz ruhig mein Tempo dort hochgefahren. Denn ich wusste, dass ich eh nicht ganz vorne mit drüber kommen könnte. So eine Etappe mit einer kleinen Gruppe vorne im Wind - und das bei diesem kalten und nassen Wetter - geht ja nicht spurlos an einem vorbei. Und ob nun 30. oder 89. auf einer Etappe... Dann lieber nicht überpacen und noch was Kräfte aufsparen für eine andere Etappe. Denn solch eine Platzierung ist zwar irgendwie nicht schlecht, aber zählen tut sie nicht. Hätten die uns erst kurz vor Ende des Berges geholt, hätte ich mich auf jeden Fall noch mal richtig gequält, um vorne mit drin zu bleiben. Aber so bin ich nach und nach durchgereicht worden und bin letztendlich als 89. mit einem Rückstand von 14:14 Minuten auf den Sieger Piepoli ins Ziel in Media gekommen.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 12. Etappe - 19. Mai 2006

Die Etappe von Livorno nach Sestri Levante über 165 Kilometer war eine gute für Ausreißer. Keine richtig schweren bErge - also nix für die in der Gesamtwertung Führenden -, aber dennoch ein paar Wellen und ein Schlussanstieg - also auch nix für Sprinter. Hab dann auch direkt nach noch nicht mal einem Kilometer attackiert. Konnte mich auch ein wenig vom Feld lösen und wir waren kurz weg. Aber das Feld ist dann ziemlich schnell wieder rangerollt. Hab's dann bei einer der nächsten Attacken nochmal probiert - aber auch diese Gruppe kam leider nicht entscheidend weg. Nach acht Kilometern löste sich dann eine 15-Mann-Spitzengruppe - von uns war Ongarato mitgegangen. Das war dann die Gruppe für heute - schade. Sie wurden vom Feld und den Spitzenreitern ziehen gelassen, da sie in der Gesamtwertung nicht gefährlich werden konnten. CSC kontrollierte von da an das Feld und hielt den Abstand bei max. sechs Minuten.
Bei mir lief's dann im Laufe der Etappe nicht mehr ganz so gut. Hatte etwas müde Beine. Bin am vorletzten Berg abgefallen - war mir einfach zu hoch das Tempo. Bin dann mit dem 1. Gruppetto den Berg hoch. Im Ziel hatten wir 14:57 Rückstand auf den Sieger Joan Horrach Rippoll und 7:54 Rückstand auf das Feld.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 11. Etappe - 18. Mai 2006

Beim Zeitfahren über 50 Kilometer von Pontedera nach Pontedera lief's nicht so gut bei mir. Für so ein langes Zeitfahren muss man halt absolut topfit sein und einen guten Tag haben - da muss einfach alles passen.
Die Strecke war komplett flach und gut zu fahren - ne echte Rollerstrecke. BIn am Anfang nicht so schnell angegangen - wollte sicher gehen, dass ich am Ende noch ein paar Körner übrig hab. Ein 50 Kilometer langes Zeitfahren bin ich nämlich noch nie gefahren. Und ich wollte nicht, dass mir das gleiche passiert wie bei der Deutschen Meisterschaft im letzen Jahr - da bin ich so schnell angegangen, dass ich am Ende eingegangen bin. Das ist mir heut nicht passiert. Dennoch bin ich mit meiner Zeit nicht zufrieden. Hatte mir eine bessere ausgerechnet. Hatte eine Zeit von 1:04:41 - das ist ein SChnitt von 46,4 km/h. Bin damit 76. geworden - 5:53 hinter einem saustarken Jan Ullrich.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 10. Etappe - 16. Mai 2006

Die letzte Etappe im Süden Italiens ging von Termoli nach Peschici über 190 Kilometer. Von Beginn an wurde heute wieder attackiert. Denn vom Profil her und angesichts der kommenden schweren und wichtigen Etappen für die Favoriten in der Gesamtwertung, war heute ein guter Tag für Fluchtgruppen. Deshalb bin ich heute auch einige Attacken mitgegangen. Leider hatte ich dabei nicht das Glück, die richtige zu erwischen. Die Attacke der "glücklichen" Gruppe habe ich irgendwie verpasst. Zudem dachte ich nicht, dass so eine große Gruppe - 21 Mann - weggelassen wird. Denn dann ist es immer schwieriger für's Feld, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen.
Bin heute dann aber wieder ganz gut mitgekommen und bin bis wenige Kilometer vor dem Ziel im großen Feld gewesen. Erst im letzten Anstieg zog sich das Feld noch einmal auseinander und zerfiel in Grüppchen. Ich kam als 81. 4:17 Minuten hinter dem Sieger und 54 Sekunden hinter der ersten Gruppe hinter den Ausreißern ins Ziel. In der Gesamtwertung bin ich nach wie vor auf dem 66. Platz.
Heute abend geht es dann nach der dreistündigen Busfahrt zum Flughafen - schön geschlafen!! - mit dem Flieger in die Toscana. Dort haben wir morgen dann unseren 2. und letzten Ruhetag - und dann kommen nochmal 11 Etappen!! Wahnsinn... ganz schön lang so ne 3-Wochen-Rundfahrt!! Und die schwersten Berge kommen erst noch.... Naja, wir werden sehen - aber ich bin optimistisch, dass ich es bis nach Mailand schaffe. Und das wär doch schonmal ganz gut!!

Giro d'Italia, Pro-Tour - 9. Etappe - 15. Mai 2006

Die 9. Etappe von Francavilla Al Mare nach Termoli über 147 Kilometer war weite Strecken nur wellig. Schon früh suchten wieder zwei Fahrer ihr Glück in der Flucht. Doch da heute eine der wenigen Etappen war, die für Sprinter geeignet ist bei dieser Rundfahrt, war die Chance nur sehr gering, dass sie durchkamen. Habe mich in der vorderen Hälfte des Pelotons aufgehalten und bin dort mein Rennen gefahren. Aber einfach war es dennoch nicht, denn das Tempo wurde die ganze Zeit ziemlich hoch gehalten. Vor allem auf der 2. Hälfte der Etappe machten dann T-Mobile und Quick Step ordentlich Tempo für eine Massenankunft für Pollack und Bettini. Wir haben uns heute wieder nicht an der Nachführarbeit beteiligt. Am letzten Berg so ca. 20 Kilometer vor dem Ziel wurde das Tempo unverändert hoch gehalten, die Fluchtgruppe wurde eingeholt und das Feld fiel auseinander. Befand mich zu dem Zeitpunkt etwas weiter hinten. War dann in einer Gruppe mit Robbie McEwen. Dessen Teamkollegen ließen sich dann nach hinten fallen, um McEwen wieder ranzufahren. So bin auch ich wieder ins Feld.
Die letzten Kilometer formierten sich dann wieder einige Fahrer von Milram, um diesmla für Ongarato den Sprint zu lancieren. Leider hat das diesmal so gar nicht hingehauen und Ongarato konnte nicht raus von seiner Position und musste total abbremsen. Ein erneute Beschleunigung brachte ihn nicht mehr wirklich nach vorne, so dass er den Sprint nicht mehr durchzog und am Ende auf Platz 12 landete. Ich kam im vorderen Feld als 50. ins Ziel.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 8. Etappe - 14. Mai 2006

Die heutige Etappe war über die Hälfte der Distanz flach. Also eigentlich ganz angenehm zum Einrollen. Aber heute wurde von Beginn an ein wahnsinnig hohes Tempo gefahren. Hatte fast die ganze Zeit ne 60 auf meinem Tacho stehen! Nach ca. 60 Kilometern bildete sich dann endlich eine Spitzengruppe, was normalerweise dazu führt, dass es im Feld ruhiger wird. Von unserem Team Milram war mein Zimmerkollege Alessandro Cortinovis mit dabei. Doch heute blieb es nur kurze Zeit ruhig. Dann wurde gleich wieder Tempo gemacht - vor allem von T-Mobile, die ihr Rosa Trikot heut nochmal verteidigen wollten. Während dieser Phase - so auf der Hälfte der Distanz - hatte ich mal wieder einen Platten. Echt verrückt - das war heut schon der vierte Platte - und das bei grad mal acht Etappen! Aber zum Glück immer auf der Flachen. Weiß auch nicht, was ich mir da immer einfange.. Scheine hier der Mann für die Defekte zu sein - meine Kollegen hatten noch keinen einzigen Platten! Naja, was soll's.. solang sonst alles glatt läuft, will ich mich nicht beschweren.
Bis zum Schlussanstieg ging es dann erst noch über ein paar Wellen, über die ich aber alle ganz gut drüber gekommen bin. Am Fuße des Schlussanstiegs habe ich dann Sergio Ghisalberti nochmal noch ganz vorne gefahren, denn er ist unser bester Bergfahrer. Die Favoriten und ihre Teams haben dann mal wieder ein Höllentempo angeschlagen. Die fahren da so rein, als würde es gleich zum Sprint gehen. Ich bin dann mein Tempo hochgefahren - teils alleine, teils in einer kleinen Gruppe. Aber so Berge fahre ich eigentlich am liebsten alleine hoch, dann kann man schön sein eigenes Tempo fahren. Hatte nach den 12 Kilometern Anstieg einen Rückstand von 10:51 auf den Sieger Basso auf dem 71. Platz.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 7. Etappe - 13. Mai 2006

Die erste bergige und gleichzeitig längste Etappe des Giro ging über 236 Kilometer von Cesena nach Saltara. Zu Beginn der Etappe war's wie immer.. es gingen einige Attacken, bis sich dann zwei Fahrer erfolgreich vom Feld lösen konnten. Das Feld, und vor allem T-Mobile mit dem Rosa Trikot, ließen sie ziehen. Die erste Hälfte der Strecke war dann auch noch ganz gut zu fahren. Über die Wellen bin ich ganz gut mit drüber gekommen. Die zwei Spitzenreiter hatten am ersten richtigen Berg schon 17 Minuten Vorsprung. Aber ab da wurde die Strecke dann ja erst so richtig eklig zu fahren. Vor dem Monte Catria, einem Berg der 1. Kategorie, hatte sich eine 30köpfige Verfolgergruppe gebildet. Zu dem Zeitpunkt war ich leider zu weit hinten, um mitzugehen, sonst hätte ich es vielleicht mal versucht. Aber in der Gruppe waren zudem einige sehr gute Fahrer, so dass es eher unwahrscheinlich war, dass die ziehen gelassen wurde. In der Auffahrt zum Berg haben wir dann bis auf sechs Fahrer auch alle wieder eingeholt. Über diesen Berg bin ich ganz gut im Feld mit hoch gekommen. Viele Fahrer mussten dort reißen lassen., in der Abfahrt sind dann aber einige wieder ans Feld rangerollt, so dass die Gruppe wieder ziemlich groß war.
In den nächsten Berg sind die Favoriten mit ihren Helfern dermaßen schnell reingefahren, dass ich dort nicht lange mithalten konnte. Bin also mit einigen anderen aus dem Feld herausgefallen und es bildete sich ein kleines Grüppchen. Auf der Abfahrt formierte sich dann Olaf Pollack mit seinem Teamkollegen Ludewig, um den Versuch zu starten, nochmal an das Feld heranzukommen, um vielleicht das Rosa Trikot zu retten. Es hieß, der Abstand sei gar nicht so groß. Habe mich den beiden angeschlossen, wie auch Stefan Schumacher und Staf Scheirlinckx, der erste Ausreißer des Tages, der an diesem Berg eingeholt worden war. In dieser Gruppe haben wir dann versucht, wieder den Anschluss zu schaffen. Aber der Abstand war doch schon zu groß gewesen.. wie wir dann nachher erfahren haben. Hat sich im Nachhinein leider nicht wirklich gelohnt, die Kraft zu investieren, denn die größere Gruppe hinter uns, war auch nur 1:30 Minuten nach uns im Ziel. Die letzten zwei Berge waren auch nochmal richtig steil, wobei der vorletzte auf dem Papier gar nicht so aussah. Aber da ging's ganz schön knackig hoch! Den Schlussanstieg bin ich dann recht ruhig hochgefahren. Alles andere wären verschenkte Körner gewesen - die ich morgen bestimmt brauchen werde!!
Die heutige Etappe hab ich dann als 72. mit einem Rückstand von 11:49 Minuten abgeschlossen und in der Gesamtwertung bin ich auf dem 66. Platz.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 6. Etappe - 12. Mai 2006

Die heutige Etappe ging über 227 Kilometer von Busseto nach Forli - und das komplett flach. Es konnte sich schon nach sechs Kilometern eine 4-Mann-Spitzengruppe lösen - und alle im Feld, vor allem die Teams, die heute arbeiten mussten, waren froh, dass so schnell Ruhe einkehrte ins Feld. Denn es war eh relativ klar, dass wir die Gruppe wieder einholen würden. Dadurch war das Rennen heute über weite Strecken echt langweilig. Die 200 Kilometer wollten nicht rumgehen. Gut, man kann sich mal mit dem ein oder anderen deutschen Fahrer unterhalten, aber ja auch keine vier Stunden.
Als die Gruppe dann irgendwann die 6-Minuten-Grenze überschritten hatte, fing T-Mobile an das Tempo zu kontrollieren, damit der Vorsprung zumindest mal nicht größer wird. So ab 60 -70 Kilometer vor Ziel machten sie dann richtig Tempo. Einige Kilometer später gesellte sich Davitamon-Lotto dazu. Wir haben uns an der Nachführarbeit nicht beteiligt. Das wollten wir den anderen Teams überlassen, die größere Chancen im Sprint haben als wir. Als wir die Gruppe dann so 15 Kilometer vor dem Ziel eingeholt haben, haben wir uns dann auch vorne eingereiht und unseren Zug aufgebaut - diesmal für Rigotto.
Bin so bis Kilometer 5 vor Ziel gefahren - hab in meiner letzten Führung nochmal alles gegeben und hab mich dann ins Feld zurückfallen lassen. Unser Zug hat so wieder ganz gut funktioniert. Leider hat Rigotto beim Taktieren im Sprint ein wenig den Kürzeren gezogen und hat letztendlich etwas zu lange mit seinem Antritt gewartet. Aber so schlecht ist ein 8. Platz ja auch nicht.
Ich bin heut mitten im Feld als 141. ins Ziel gerollt. Bin in der Gesamtwertung nun 60. mit 2:05 Minuten Rückstand auf den Führenden. Morgen steht nun die erste bergige und mit 236 Kilometern auch die längste Etappe des Giro auf dem Programm. Bin mal gespannt, wie's bei mir läuft...

Giro d'Italia, Pro-Tour - 5. Etappe TZF - 11. Mai 2006

Das heutige Mannschaftszeitfahren von Piacenza nach Cremona sollte eigentlich über 38 Kilometer gehen, wurde dann aber auf 35 Kilometer verkürzt.
Wollten am Anfang nicht zu schnell angehen, damit wir hinten raus nicht Gefahr laufen, einzugehen. Haben ja in der Konstellation noch nie ein Teamzeitfahren bestritten. Und so ein Zeitfahren mit der Mannschaft ist gar nicht so einfach, denn es sollten so lange wie möglich alle beisammen bleiben, um die Führungsarbeit auf möglichst vielen Schultern (oder besser Beinen!) zu verteilen, und am Ende sollten mindestens fünf zusammen ins Ziel kommen, damit eine gute Zeit dabei rauskommt.
So sind wir dann aber um 15:15 Uhr motiviert an den Start gegangen. Die äußeren Bedingungen waren optimal - 30°C und Sonnenschein. Im ersten Drittel der Strecke hatten wir dann im Vergleich zu den anderen Teams eine langsamere Zeit. Doch dann haben wir langsam aufgedreht. Die letzten 10 Kilometer sind wir dann sogar einen richtigen Kreisel gefahren - das heißt, jeder ist nur ganz kurz in die Führung und sofort setzt sich der nächste Fahrer wieder davor. So ist eine ziemliche Temposteigerung möglich, denn die Geschwindigkeit erhöht sich kontinuierlich mit jedem Führungswechsel.
So haben wir auf den letzten Kilometern nochmal einige Zeit gut machen können und hatten am Ende eine Zeit von 38:09 Minuten - das ist ein Schnitt von 55,17 km/h. Damit liegen wir in der Endabrechnung gar nicht so schlecht. Sind damit auf dem 12. Platz gelandet - aber bis zum 5. sind es nur 13 Sekunden - das ist nicht viel. Sind von daher sehr zufrieden mit unserer Leistung, denn wir haben keinen ausgesprochenen Zeitfahrer bei uns im Team.
Morgen geht's auf die letzte echte Flachetappe... leider ohne Petacchi. Mal sehen, was dennoch für uns morgen drin ist.

Giro d'Italia, Pro-Tour - Ruhetag - 10. Mai 2006

Heute am Ruhetag haben wir uns schonmal die Strecke von morgen angeschaut. Für das Teamzeitfahren morgen ist es ganz gut, wenn man die Kurven und eventuell gefährlichen Stellen des Kurses kennt. Aber die Strecke ist ganz gut zu fahren - sehr flach und viel gerade aus. Haben uns dann ein wenig aufeinander eingespielt - sind ja noch nie ein Mannschaftszeitfahren zusammen gefahren.
Bin dann heut so 40 Kilometer locker trainieren gefahren. Zurückgefahren bin ich mit dem Bus. Einige Teamkollegen sind dann noch mit dem Rad zurück, aber mir hat's für heute gereicht. Hauptsache ein bisschen die Beine bewegt.
Ansonsten hab ich heut nicht viel gemacht, sondern mich wirklich ein bisschen ausgeruht, wobei das nach vier Etappen noch nicht so wild ist.
Morgen haben wir dann als 7. Team um 15:15 Uhr Start. Bin mal gespannt, wie's für uns läuft. Haben ja jetzt auch schon einen Mann weniger... aber ich denke mal, dass sich das auf der relativ kurzen Distanz nicht so bemerkbar macht. Naja, morgen wissen wir mehr....

Giro d'Italia, Pro-Tour - 4. Etappe - 9. Mai 2006

Die heutige 4. Etappe war die letzte in Belgien. Diesmal ausnahmsweise ganz ohne Regen. Über 193 Kilometer von Wanze nach Hotton, mit zwei Bergen der 3. Kategorie und einem kleinen Ausflug auf die Formel 1-Strecke von Spa-Francorchamps. Heute wieder eine klassische Sprintetappe - und wir leider ohne unseren Leader Alessandro Petacchi. Das änderte natürlich unsere Taktik für die heutige Etappe. An dem Großteil der Nachführarbeit wollten wir uns heute nicht beteiligen, denn die verbliebenden Sprinter n unserem Team sind zwar gut, aber halt natürlich nicht so gut wie Petacchi.
Auch heute löste sich wie zu erwarten eine Spitzengruppe - die fünf Fahrer konnte einen maximalen Vorsprung von knapp sieben Minuten herausfahren. Dann begann Lotto mit der Nachführarbeit - bis dahin hatte das Team Gerolsteiner, als Träger des rosa Trikot, das Tempo kontrolliert. 14 Kilometer vor dem Ziel hatten wir sie gestellt. Nun fuhren wir auch nach vorne und formierten uns an der Spitze des Feldes, um für Lorenzetto den Sprint anzuziehen. Bin mehrere Kilometer von vorne gefahren, um das Tempo richtig hoch zu halten, damit keiner merh asureißen konnte. So ca. drei Kilometer vor dem Ziel habe ich mich dann zurückfallen lassen - mein Job war erledigt. Meine Teamkollegen haben dann weiter den Zug aufgebaut - der wieder mal super geklappt ha. T-Mobile veruschte paralell dazu einen Zug aufzubauen. Doch gegen den endschnellen McEwen war auch heute wieder kein Kraut gewachsen. Mirco Lorenzetto von uns wurde am Ende guter 6. Ich bin zeitgliech mit dem Feld ins Ziel gerollt.
Nach der Etappe ging es dann in eine belgische Kaserne zum Duschen und von da aus mit zwei Reisebussen zum Flughafen nach Lüttich. Da hatte man den kompletten Flughafen für uns gesperrt - echt der Wahsninn. Und zudem ne kleine Party organisiert - auf die aber kein Fahrer so richtig Lust hatte. Wollte einfach nur in den Flieger ab nach Italien und ins Hotel. Zumal es bei dieser Party keine Sitzplätze gab.... und das mit 200 schnellen Kilometern in den Beinen. Alle saßen auf irgendwelchen Taschen, Kisten oder sonstiges zu Sitzmöbel umfunktionierbarem. Um 21:30 Uhr ging es dann mit der ersten Maschine nach Italien - die zweite ging eine Stunde später. Da war ich schon sehr dankbar, dass ich für die erste eingeteilt war. Dann noch vom Flughafen ins Hotel.. da war ich froh im Bett zu liegen.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 3. Etappe - 8. Mai 2006

Die 3. Etappe zählte auf dem Papier mit zu den Sprintetappen, doch wenn man sich mal die Zielankunft anschaute war schnell klar, dass es hier nicht zu einem Massenspurt kommen würde. Ein zwei Kilometer langer Anstieg hoch zur Zitadelle von Namur war zu bewältigen - und der war gar nicht so ohne.
Am Start in Perwez war wie gestern wieder richtig viel los - und das am Montag. Heute war es zumindest trocken am Start, aber dennoch ziemlich kühl. 202 Kilometer standen heut auf dem Plan und außer dem Zielberg waren noch zwei kleine Berge zu bewältigen.
Heute wollten wir aufgrund der Bergankunft nicht alles daran setzen, eine Ausreißergruppe wieder einzuholen, sondern einfach mal abwarten, was sich so ergibt. Nach 20 Kilometern löste sich dann die entscheidende Gruppe - von unserem Team war jedoch keiner dabei. Bin dann heute einfach mal so mitgerollt - bei dem bescheidenen Wetter heute war das anstrengend genug. Es hörte gar nicht mehr auf zu regnen. Man musste sehr konzentriert fahren, um nicht zu stürzen. Viele Fahre kamen auf den rutschigen Straßen zu Fall. Das Schlimme für unser Team: Alessandro Petacchi ereilte das Schicksal 50 Kilometer vor dem Ziel. Vor ihm stürzte ein Euskaltel-Fahrer, er konnte zunächst noch stehen bleiben, doch dann fuhr Cioni in ihn rein und er fiel nach vorne und dabei so ungünstig auf die Knie, dass er sich die linke Kniescheibe brach. Doch das erfuhr er erst im Krankenhaus nach der Etappe. Fünf Leute von uns hatten sich zurückfallen lassen, um Alessandro wieder ans Feld ran zu fahren - da ich nicht genau wusste, was los war und über Funk keine Order bekam, blieb ich im Feld. Doch Alessandro musste sich beim Tour-Arzt behandeln lassen - die Schmerzen waren zu groß. Kein Wunder bei der Verletzung. Da jetzt klar war, dass er den Anschluss ans Feld nicht mehr schaffen würde, blieben noch drei Fahrer bei ihm und fuhren mit ihm 15 Minuten hinter dem Feld ins Ziel. In der Hoffnung, dass er am nächsten Tag wieder an den Start gehen könnte. Ein Wunder, wie er das überhaupt noch hingekriegt hat, mit der gebrochenen Kniescheibe. Naja, im Krankenhaus haben sie ihm dann direkt das ganze Bein eingegipst, damit das Knie ruhig gestellt ist. Für ihn und unser gesamtes Team war das eine ziemlich niederschmetternde Nachricht. Das ganze Team ist auf ihn ausgerichtet gewesen, um für ihn auf den Flachetappen Tempo zu machen und den Sprint anzuziehen. Das ganze Konzept, nicht nur für den Giro, ist über den Haufen geworfen. Ein echt besch* Geschichte!
Die 3. Etappe ging dann im Regen zu Ende. Bin den Berg ganz gut hochgekommen und konnte mich im vorderen Feld als 42. mit 13 Sekunden Rückstand auf den Sieger Stefan Schumacher platzieren. War eine super Leistung von ihm die Attacke am Ende - nicht schlecht. Bin mit meiner Form ganz zufrieden - hoffe, dass ich die über die drei Wochen halten kann.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 2. Etappe - 7. Mai 2006

Die 2. Etappe ging über 197 Kilometer von Mons nach Charleroi. Schon vor dem Start regnete es in Strömen. Da war die Lust erstmal nicht besonders groß. Aber naja, da muss man dann durch. Wie immer auf solchen Etappen wurde von Beginn an attackiert bis nach wenigen Kilometern die Gruppe für die heutige Etappe stand. Ich war gerade hinten am Teamwagen und brachte die Regenjacken weg. Da musste ich dann ganz schön reintreten, um das Feld wieder einzuholen.
Die vier Fahrer holten einen maximalen Vorsprung von sieben Minuten raus. Für uns im Feld waren daher die ersten gut 100 Kilometer ziemlich relaxed. So ca. 80 Kilometer vor dem Ziel begannen wir dann mit der Nachführarbeit. Bis dahin hatte Discovery Channel das Tempo kontrolliert und einer von uns hatte ein wenig mitgeführt. Doch nun machten drei, vier fahre von uns Tempo, irgendwann gesellten sich dann auch ein paar Lotto-Fahrer dazu. Zwischen Kilometr 30 und 10 bin ich dann sehr lange Führungen gefahren und habe nochmal richtig forciert. Bei Kilometer 20 hatten wir die Gruppe eingeholt, danach ging es darum, keine weiteren Gruppen wegzulassen. Das gelang uns auch. Meine Arbeit war damit für heute getan.
Meine Teamkollegen reihten sich auf und bauten den Zug für Petacchi auf. Ongarato zog als Letzter den Sprint für Alessandro an. Rechts zog als Erster Pollack raus und kam auf gleiche Höhe. Dann ging McEwen raus von Petacchis Hinterrad. Leider war Petacchi dann wohl links ein wenig eingeklemmt und konnte seine Endschnelligkeit nicht ganz ausspielen. McEwen wurde klar Erster, dahinter war es von Platz 2 bis 4 ziemlich eng. Alessandro wurde letztendlich Vierter, ich bin hinten im Feld mit reingerollt.

Giro d'Italia, Pro-Tour - 1. Etappe EZF - 6. Mai 2006

Der Giro d'Italia - die erste Drei-Wochen-Rundfahrt meiner Radsportkarriere.
Gestern war die offizielle Team-Vorstellung - alles ganz groß aufgezogen bei so einer großen Rundfahrt. Aber leider war nicht so richtig viel los auf dem Marktplatz, so dass das richtig "große" Gefühl noch nicht entstanden ist.
Der heutige Auftakt zur Rundfahrt war ein Einzelzeitfahren über 6,2 Kilometer rund durch Seraing an der Maas. Die Runde war gar nicht so leicht. Auf halber Distanz war ein ziemlich knackiger Berg zu bewältigen und die Abfahrt war auch nicht so einfach zu fahren, zumal es unten dann in einer rechtwinkligen Linkskurve auf die Zielgerade ging.
Bin ziemlich früh gestartet - war ganz angenehm, da ich nicht so lange rumsitzen musste. Bin die Strecke dann vor dem Rennen auch nochmal abgefahren, um nochmal ein Gefühl für die Strecke zu bekommen und zu schauen, ob die Straße wirklich überall abgetrocknet ist. War nämlich kurz vorher ein ziemlich starker Regenguss runtergekommen.
Im Rennen lief es dann nicht so richtig gut. Hab mich nicht so optimal gefühlt heut, und das muss man, um ein gutes zeitfahren abliefern zu können. Hatte am Ende eine Zeit von 8:53 und war somit ungefähr eine Minute hinter dem späteren Sieger Paolo Savoldelli. Aber das macht ja nix - wichtig ist, dass ich auf den kommenden Flachetappen fit bin, um vorne im Feld Tempo zu machen und die Spitzengruppen für einen Massenspurt einzuholen. Das wird dann auch gleich morgen meine Aufgabe sein.

Tour de Romandie, Pro-Tour - Prolog - 25. April 2006

Heute war der Auftakt zur Romandie-Rundfahrt - 3,4 Kilometer Prolog. Hat heute nachmittag aber leider ziemlich stark geregnet, und als ich um 17 Uhr auf die Strecke musste, waren die Straßen noch sehr nass und rutschig. Der Rundkurs war sehr kurvig und bei den nassen Straßen musste man ziemlich aufpassen. Hab mich dann dafür entschieden mit dem Straßenrad zu fahren, denn auf dieser Strecke konnte man die Vorteile eines Zeitfahrrads eh nicht ausspielen. Bin nicht volles Risiko gegangen bei meiner Fahrt, bin aber dennoch noch eine ganz gute Zeit gefahren. Hatte auf den ersten beiden Kilometern sogar Bestzeit - halt zu dem Zeitpunkt natürlich. Bin am Ende mit einer Zeit von 4:50 Minuten auf Platz 75 gelandet mit einem Rückstand von 23 Sekunden auf den Sieger Savoldelli.
Die morgige Etappe scheint noch nicht so schwer - müssen nur zwei Berge der 3. Kategorie bewältigen. Mal sehen, wie es morgen bei mir läuft...

Tour de Romandie, Pro-Tour - 1. Etappe - 26. April 2006

Die 1. Etappe ging heut über 169 Kilometer von Payerne wieder zurück nach Payerne. Zwei Berge der 3. Kategorie mussten wir bewältigen. Zu Beginn gingen wie immer einige Attacken. Bin mal mitgegangen, aber wir haben uns nicht vom Feld lösen können. Nach ca. 30 Kilometern fuhr Dimitri Konyshev vorne raus. Man ließ ihn fahren und er hatte zeitweise einen Vorsprung von über 11 Minuten. Hinten im Feld wurde zunächst mal nichts gemacht und ich konnte locker mitrollen. Vor allem Lotto-Davitamon sorgte dann für das Tempo und ca. 20 Kilometer vor dem Ziel holten wir Konyshev wieder ein. Nun war alles für einen Massenspurt bereitet. Ich habe mich im vorderen Drittel des Feldes aufgehalten, um möglichst vorne dabei zu sein, falls ein Loch reißt. Bin dann auch als 66. mit dem Feld durchs Ziel gerollt. Mirco Lorenzetto und Alberto Ongarato sind mitgespurtet - Mirco wurde Zweiter und Alberto 6.
Morgen wird's dann zum ersten Mal richtig schwer mit über 1800 Höhenmetern.

Tour de Romandie, Pro-Tour - 2. Etappe - 27. April 2006

Die 2. Etappe ging heut über 171 Kilometer von Porrentruy wieder zurück nach Porrentruy. Heute mussten wir zwei Berge der 1. Kategorie bewältigen. Konnte von Beginn an wieder gut im Feld mitrollen, hatte kein Problem, das schnelle Tempo, das angegangen wurde mitzugehen. Auch über den ersten Berg konnte ich ganz vorne mit drüber fahren. Das Wetter war heut wieder richtig mies - hat schon morgens geregnet wie aus Kübeln. Die Abfahrten waren dann auch nicht ganz so angenehm zu fahren.
Der zweite Berg war dann noch was länger und auch steiler. Da musste ich dann ein wenig reißen lassen. Das ganze Feld hat sich hier nochmal gut auseinander gefahren. Bin bergab nochmal an die Gruppe vor mir herangefahren. Im Endspurt habe ich es dann auf Platz Zwei dieser Gruppe geschafft und bin somit heute 30. geworden - mit 2 Minuten Rückstand auf den Sieger Christopher Horner.
Bin somit jetzt in der Gesamtwertung 52. mit 2:22 Minuten Rückstand. Aber morgen und übermorgen kommen ja noch die beiden schwersten Bergetappen. Mal sehen, wie's da bei mir läuft...

Tour de Romandie, Pro-Tour - 3. Etappe - 28. April 2006

Die 3. Etappe ging heut über 164 Kilometer von Bienne nach Leisin.
Konnte heute die ersten Berge ganz gut mitfahren. Habe mich immer in der vorderen Drittel des Feldes aufgehalten. Da Sergio Ghisalberti von unserem Team vor der Etappe in der Gesamtwertung auf Platz 11 mit nur 33 Sekunden Rückstand auf den Führenden lag, sollten wir ihn auf der Etappe unterstützen. Als es bei Kilometer 150 in den Schlussanstieg ging, bin ich alles gefahren was ging mit Sergio an meinem Hinterrad. Habe ihn auf den ersten Metern ganz nach vorne im Feld gefahren und hab dann noch ein kurzes Stück Tempo für ihn gemacht. Das hat dann all meine Körner gekostet und ich bin durchgereicht worden. Im Laufe des Anstiegs hat sich dann ein schönes Gruppetto gebildet, mit dem ich bis zum Ziel gefahren bin. Die Gruppe hatte am Ende 11:49 Minuten Rückstand. Das war ok. Sind schließlich schön gleichmäßig hoch gefahren, während sich die vorne gegenseitig attackiert haben. Sergio konnte sich ganz vorne festbeißen und hat nur 30 Sekunden auf den Sieger Contador verloren. Echt stark gefahren! Ist jetzt in der Gesamtwertung auf Platz 7 vorgerückt.
Morgen ist dann für mich die letzte Etappe, da ich am Sonntag nach Frankfurt fliege.

Tour de Romandie, Pro-Tour - 4. Etappe - 29. April 2006

Die 4. Etappe ging heut über 127,7 Kilometer von Sion zurück nach Sion. Diesmal waren drei Berge der 1. Kategorie zu fahren. Eindeutig die schwerste Etappe der Rundfahrt.
Schon am ersten Berg haben die heute richtig Tempo gemacht. Die Leute für's Gesamtklassement wollten heute nochmal alles versuchen. Lief heute nicht so richtig gut bei mir und ich musste schon am ersten Berg etwas reißen lassen. War also nicht mehr ganz vorne mit dabei. Da zu diesem Zeitpunkt noch ganz schön viele Kilometer vor mir lagen, bin ich nach diesem Berg ausgestiegen. Hatte das Gefühl, dass es nicht so viel gemacht hätte, sich da heute weiter durchzuquälen. Das hätte mir für Montag nur dicke Beine beschert. Und das wär nicht so sinnvoll. So konnte ich mich heut schonmal ein wenig ausruhen. Morgen flieg ich dann schon recht früh nach Frankfurt und werde dort dann noch eine lockere Runde trainieren fahren.
Sergio ist heut mit in der ersten Gruppe ins Ziel gekommen als 10. Hatte nochmal richtig gesprintet und lag kurz auf dem 1. Platz, aber es war leider noch etwas zu weit bis zur Ziellinie und die anderen haben ihn überspurtet. Liegt jetzt auf Platz 5 in der Gesamtwertung mit 54 Sekunden Rückstand auf den Führenden Contador. Wär natürlich toll, wenn er diese Platzierung im morgigen 20-Kilometer-Zeitfahren verteidigen könnte.
Rund um Köln, 1.1 - 17. April 2006

Wie soll ich bei diesem Tagebuch-Eintrag nur anfangen. Am liebsten würde ich mit den letzten Metern anfangen... denn das waren eindeutig die schönsten in meiner bisherigen Radsport-Karriere! Doch fange ich mal vorne an...
Vor dem Rennen war natürlich alles auf unsere beiden Top-Sprinter Erik und Alessandro ausgerichtet. Wir anderen Fahrer aus dem Team sollten aufmerksam fahren und bei den Gruppen dabei sein, damit andere Teams arbeiten müssen. Habe mich von Beginn an vorne im Feld gehalten und bin einige Attacken mitgegangen, bis eine ziemlich große Gruppe von 25 Mann weg war. War zu dem Zeitpunkt eigentlich eher unwahrscheinlich, dass diese Gruppe vorne bleibt, da sie dazu eigentlich viel zu groß war. Das Feld hat uns dann einige Kilometer später auch im Prinzip wieder eingeholt - war also wieder hinten dran an der Gruppe. Aber plötzlich war da wieder ein Loch gerissen. Keine Ahnung, wie das genau gekommen ist - vielleicht durch die engen, nassen Straßen. Naja, jedenfalls waren wir jetzt 28 Mann vorne - neben mir noch zwei weitere aus unserem Team - Enrico Poitschke und Sebastian Siedler. Es war eine ziemlich schlagkräftige Truppe da vorne zusammen - viele junge deutsche Fahrer, darunter z.B. Vorjahressieger David Kopp von Gerolsteiner und Linus Gerdemann von T-Mobile. Wir sind ein ziemlich hohes Tempo vorne gefahren und haben kontinuierlich unseren Vorsprung ausgebaut. Für mich lief's ganz gut. Wir sind einfach in der Gruppe mitgefahren und haben erstmal abgewartet, was aus der Gruppe wird. Denn schließlich waren unsere beiden Top-Fahrer hinten im Feld und noch war die Team-Taktik auf diese beiden ausgerichtet.
Nach ca. der Hälfte des Rennens und bei 4 Minuten Vorsprung haben sie dann hinten von unserem Team gearbeitet und sind bis auf 2 Minuten an uns herangekommen - nun waren bei uns in der Gruppe T-Mobile, Gerolsteiner und Wiesenhof gefordert, wenn sie diese Gruppe ins Ziel retten wollten. Diese Teams machten dann auch wieder richtig Tempo vorne und allmählich wuchs der Vorsprung wieder.
Bei der Verpflegung hab ich mich dann hingelegt - Koppi hatte gerade vorne attackiert und die waren zu dritt weg. Da dachte ich schon - na klasse, das war's jetzt für mich. Hatte aber zum Glück nix am Rad, bin direkt wieder drauf gesprungen und hinterher gefahren. Habe zum Glück den Anschluss wieder geschafft und vorne die drei waren auch nicht richtig weg gekommen.
Am nächsten Berg ist Gerolsteiner dann wieder von vorne gefahren und Koppi hat dann nochmal forciert. Ich konnte vorne mithalten und dann waren wir auf einmal nur noch zu sechst. Einige Kilometer sind wir in dieser Gruppe gefahren, doch hinten hatten sie noch nicht aufgesteckt und sind wieder an uns herangefahren. Dadurch hatte sich die Gruppe aber auseinander gerissen und wir waren nur noch 15 Mann in der Gruppe - von Team Milram war nun nur noch ich ganz vorne mit dabei.
Der Vorsprung zum Feld wurde immer größer und so war klar, dass das Rennen nun hier vorne entschieden wurde. Am Bensberg attackierte wieder einmal Kopp, ein Rabobank-Fahrer ging direkt mit. Ich fuhr hinterher und versuchte den Anschluss zu schaffen, bei mir im Schlepptau ein weiterer Rabobank-Fahrer. Auf der Abfahrt haben wir dann zu den beiden vorne aufgeschlossen. Die Vierer-Gruppe harmonierte perfekt, denn wir wussten alle, dass unsere einzige Chance war, direkt voll zu fahren. So konnten wir unseren Vorsprung ganz allmählich immer weiter ausbauen. Hinten fuhren zwar T-Mobile und Wiesenhof voll, doch sie konnten den Abstand nicht verkürzen. Als der Vorsprung über eine halbe Minute war, wussten wir, dass wir's schaffen könnten. Und wir sind weiter voll gefahren.
Dann ging's auf die Zielrunde in Köln. Mir war klar, meine einzige Chance war attackieren. Nur so hatte ich eine Chance gegen den sprintstarken David Kopp. Und die zwei Rabobank-Fahrer hatten schließlich auch einen ziemlichen Vorteil gegenüber uns. Kurz vor der Mülheimer Brücke hab ich's deshalb zum ersten Mal probiert, doch Kopp konterte und ging an mir vorbei, hinter ihm einer der beiden Rabobank-Fahrer. Der andere war abgehangen. Aber ich musste auch ein wenig reißen lassen. Die beiden vorne guckten sich an, zogen nicht richtig durch - so konnte ich wieder aufschließen. Und attackierte gleich noch ein zweites Mal. Diesmal kam keiner hinterher und ich konnte einen kleinen Vorsprung herausfahren. Am Ende der Deutzer Brücke, wenige Kilometer vor dem Ziel, haben sie mich wieder eingeholt und fuhren an mir vorbei. Doch wieder guckten sich die beiden an und konnten sich nicht einigen, wer jetzt die Führungsarbeit macht. Da dachte ich mir - ok, wenn ihr nicht wisst, was ihr machen sollt, attackier ich halt gleich nochmal. Meine Beine waren gut. Also fuhr ich bei der Einfahrt auf die Rhein-Ufer-Straße gleich nochmal los. Es kam keiner nach. Dass ich das Ding gewinnen könnte, glaubte ich erst 500 Meter vor dem Ziel! Aber zu jubeln hab ich mich erst wenige Meter vor dem Ziel getraut! Ein Wahnsinnsgefühl vor dieser Kulisse, bei meinem Heimrennen, als Solist auf's Ziel zuzufahren. Das war echt der Hammer! Ich kann's jetzt noch kaum begreifen. Das muss erstmal sacken. Das war mein erster Profi-Sieg! Auf diesen Tag hab ich gehofft seitdem ich Radrennen fahre und jetzt ist er da! Einfach genial!
Jetzt hab ich erstmal eine Woche Rennpause - nächsten Dienstag geht's dann weiter bei der "Tour de Romandie" und dann zum "Giro d'Italia" - ich freu mich auf die nächsten Rennen!!


Gent-Wevelgem, Pro-Tour - 6. April 2006

Das Rennen ging über 210 Kilometer von Deinze bei Gent nach Wevelgem. Das Wetter war heute trocken und windig. Zu Beginn war der Parcours nur flach, aber aufgrund des Windes musste man dennoch immer aufpassen. Am Meer ist das Feld dann mal in zwei Teile gerissen. Zabel, ich und noch ein paar andere aus dem Team waren in der vorderen Gruppe. Aber diese lief nicht so richtig, da sie mit 50 Mann noch viel zu groß war. Es wollte kein Team die Führungsarbeit übernehmen und die anderen mit zum Ziel ziehen. So kam nach einigen Kilometern die hintere Gruppe wieder ran.
Die einzige topografische Schwierigkeit war der Kemelberg, den wir zwei Mal fahren mussten. Der Berg an sich ist aber nicht unbedingt die Schwierigkeit, sondern die Positionskämpfe davor. Weil er schmal ist und Kopfsteinpflaster hat, wollen alle so weit wie möglich vorne fahren. Das ist mir auch beide Male gut gelungen - bin ganz vorne im Feld mit drüber. Nach der 2. Überquerung waren wir noch ein 40-Mann-Gruppe vorne. Wir waren noch zu sechs Mann inklusive Zabel und Petacchi in der Gruppe. So dass es für mich und Cortinovis sofort hieß vorne fahren und Tempo machen, damit keiner mehr wegfahren konnte. Dabei unterstützte uns kein anderes Team. So wurden die verbleibenden 40 Kilometer etwas zu lang, und wir waren zu früh vorne. Wenige Kilometer vor dem Ziel gingen dann noch drei Attacken, denen wir jedes Mal nachsetzen mussten. So waren unsere Anfahrer für Petacchi zu früh vorne und konnten den Sprint nicht mehr optimal anziehen.
Petacchi war somit leider den letzten Kilometer auf sich alleine gestellt und wurde Dritter hinter Thor Hushovd und David Kopp.


Flandern-Rundfahrt, Pro-Tour - 3. April 2006


Die Flandern-Rundfahrt - ein echter Klassiker. Und wenn man sich mal das Profil so auf dem Papier anschaut, ist das ganz schön beeindruckend. Ab der Hälfte geht es nur noch rauf und runter. (Profil) Im letzten Jahr bin ich dort zum ersten Mal gestartet, aber nicht zu Ende gefahren. Das sollte dieses Jahr anders sein!
Um 9:40 Uhr startete das Rennen in Brügge bei Regen und kühlen Temperaturen. Schlechte Aussichten für die kommenden Kopfsteinpflaster-Berge, die man bei nassen Straßen kaum hochkommt, weil die Räder durchdrehen.
Von Beginn an gingen wie erwartet Attacken. Bin auch mal mit gesprungen, aber keine Gruppe konnte sich wirklich absetzen. So hatte das Feld schon von Beginn an ein recht hohes Tempo drauf. Bei Kilometer 100 dann ging wieder eine Attacke und diesmal konnte sich die Gruppe lösen. Sechs Fahrer waren nun vorne - von uns keiner dabei. Ich bin das Rennen die ganze Zeit im vorderen Drittel gefahren, hab mich ganz gut gefühlt.
Bei Kilometer 145 kam dann der erste Berg. Zum Glück war mittlerweile das Wetter besser und die Straßen waren einigermaßen trocken. Bin den Molenberg dann unter den ersten 15 drüber. Dort vorne bin ich dann erstmal geblieben. Bin wirklich gut über die Berge drüber gekommen. Beim 3. Berg, dem Kwaremont, hatte dann vor mir einer nen Strauchler und ich musste beinah auch mit dem Fuß aus dem Pedal. Aber ich bin zum Glück so nochmal dran vorbeigekommen und konnte noch ein klein bisschen Geschwindigkeit bewahren, so dass ich dann normal weiterfahren konnte und den Anschluss an die Gruppe halten konnte. Konnte mich wieder nach vorne kämpfen und war wieder so unter den ersten 25. Über den Paterberg bin ich dann ohne Probleme gekommen. Der nächste Berg hatte es allerdings in sich. Der Koppenberg stand an. Tierisch steil, große Pflastersteine und durch den Regen am Morgen noch leicht nass und dementsprechend rutschig. Die Fahrer an der Spitze des Feldes kamen noch ohne Probleme und mit einer hohen Geschwindigkeit über den Berg. Doch dahinter, so an Position acht, hatte ein Fahrer Probleme. Der Schwung war raus und er musste absteigen. Alle, die dahinter waren, hatten nun auch keine Chance mehr, weiterzufahren. Wir mussten alle absteigen. Ich glaube, das habe ich auch noch nie erlebt in einem Rennen.. Das musst ich bislang nur beim Crossrennen in Köln diesen Winter. Naja, so war jetzt jedenfalls das Loch zur Spitze da. Leider auch für Erik. Er konnte sich zwar danach wieder rankämpfen, aber das hat ihn so viele Körner gekostet, dass er zum Schluss nichts mehr zusetzen konnte.
Ich war nun in der großen Gruppe dahinter, ca. 30 Mann, die auf Platz 15 lag. Wir sind ein gutes Tempo gefahren und unser Rückstand wurde nun halt nach und nach größer. Am letzten Berg riss die Gruppe dann nochmal auseinander. Leider war ich in dem Moment nicht weit genug vorne und mir fehlte auch ein wenig Frische, um dort dann hinterherzugehen. Habe dann darauf gehofft, dass der zweite Teil der Gruppe, in dem ich nun war, nach der Steigung wieder ranfahren würde. Aber scheinbar war den anderen in der Gruppe nicht so viel daran gelegen wieder aufzuschließen. Und alleine habe ich es nicht geschafft. So hatten wir am Ende dann nochmal einen Rückstand von ca. 40 Sekunden auf die 10 Mann.
Ich bin dann am Ende als 35. durchs Ziel gerollt. Bin im Prinzip ganz zufrieden mit dem Rennen. Bin gut über die Berge gekommen und der Platz ist auch nicht schlecht. Wäre aber natürlich lieber in der Gruppe ab Platz 15 gewesen und hätte so eine Platzierung unter den ersten 20 geschafft. Aber naja, kommen ja noch ein paar Rennen, in denen ich meine gute Form auch mal in eine gute Platzierung umsetzen kann. Als nächstes steht dann am Mittwoch Gent-Wevelgem auf dem Programm.. 


Brabantse Pijl - Flèche Brabanconne, 1.1 - 26. März 2006

Das Rennen ging über 190 Kilometer von Zaventem nach Alsemberg. Nach 110 Kilometern ging's noch fünf Mal auf eine 16km-Runde.
Es wurde wie immer bei solchen Rennen von Beginn an attackiert. So bei Kilometer 10 ging ich auch wieder bei einer Attacke mit. Wir waren 15 Mann und konnten zunächst mal einen guten Vorsprung herausfahren. Hinten war nun Quick Step gefordert, da die keinen mit in der Gruppe hatten. Das war dann schonmal ganz gut für's Team. Die Gruppe lief eigentlich ganz gut, doch im Feld wurde auch gearbeitet. Bei Kilometer 20 hatten sie uns dann wieder ein. Kurze Zeit später löste sich nochmal eine 8-Mann-Gruppe vom Feld. Aber auch die wurde vom Feld wieder eingeholt, bevor es auf die Zielrunden ging. Diesmal hatten Lotto und CSC für's Tempo im Feld gesorgt.
Auf den Zielrunden habe ich dann nochmal attackiert, weil ich mich heut ganz gut gefühlt habe. Leider habe ich mich etwas vertan. Ich dachte, es wäre nur noch eine Runde zu fahren - da hab ich dann attackiert - doch es waren noch zwei! Fünf Fahrer sind zu mir aufgeschlossen, darunter Karsten Kroon und Flecha, also ziemlich starke Fahrer. Eine Runde vor Schluss haben sie uns dann leider wieder eingeholt. Naja, meine Attacke war ja auch echt zu früh, 40 Kilometer vor dem Ziel. Als die uns dann eingeholt haben, war ich natürlich platt. Da ging dann nix mehr bei mir.
Sonst war dann nur noch Erik von uns im Feld. Er konnte noch auf den 8. Platz sprinten. Die Teamleitung war wieder sehr zufrieden mit meiner Leistung und dem Ergebnis.


Tirreno - Adriatico, Pro-Tour - 1. Etappe - 8. März 2006

Die heutige erste Etappe von Tirreno-Adriatico, meinem ersten Pro-Tour-Rennen in diesem Jahr, war eine 167 Kilometer-Runde von Tivoli nach Tivoli. Am Anfang wurde wieder viel attackiert. Nach ca. 10 Kilometern lösten sich drei Mann vom Feld. Eine Weile wurde noch weiter attackiert, bin auch noch ein paar Mal mitgesprungen, aber die Dreiergruppe war die einzige, die sich absetzen konnte. Hinten im Feld ließ man sie ziehen und fuhr ein sehr moderates Tempo. Die Berge heute waren auch nicht allzu schwer, so dass es zum größten Teil eine sehr angenehme, ruhige Etappe für mich war.
Da am Ende der Etappe ein drei Kilometer langer Anstieg kam, schätzte man heute unsere Chancen in einem Massenspurt nicht so hoch ein. Deshalb beteiligten wir uns lange Zeit nicht an der Führungsarbeit, die Lampre,Liquigas, Saunier Duval und Quick Step ca. bei Kilometer 70 begannen, als die Gruppe einen maximalen Vorsprung von knapp zehn Minuten hatte. Von uns gingen dann Enrico Poitschke und Alessandr Cortinovi mit durch die Führung. Der Vorsprung schmolz immer weiter. Auf den letzten fünf Kilometern bin ich dann auch noch zwei Mal mit durch die Führung. Wir hatten ein richtig hohes Tempo drauf, dafür dass wir schon im Anstieg waren. Denn die Gruppe hatte nur noch einen Vorsprung unter 30 Sekunden. Nach meinen zwei 110%-Führungen bin ich erstmal durchgereicht worden und bin dann ganz locker mein Tempo den Berg hochgefahren. Vorne fuhren sie weiter hohes Tempo - ca. drei Kilometer vor Schluss hatten sie die Gruppe wieder. Erik und Alessandro waren beide noch mit vorne dabei. Als ich aus der Führung rausgegangen war, waren da auch noch Sacchi, Ongarato und Velo vorne. Sie haben heute alle - einschließlich Petacchi - den Sprint für Erik vorbereitet. Doch leider hat's nicht ganz geklappt - Bettini war am Ende etwas schneller und hat die Etappe vor Erik gewonnen.
Ich habe auf den letzten Kilometern noch über zwei Minuten auf die Spitze verloren. Morgen wird es eine schwerere Etappe - drei Berge gilt es zu bewältigen, einer davon kurz vor dem Ziel. Danach geht es dann noch zehn Kilometer bergab bis zum Ziel - bleibt abzuwarten, ob es morgen auch wieder zu einem Massenspurt kommt oder ob diesmal eine Gruppe erfolgreich durchkommt. Bei dem Profil werden wir auf jeden Fall immer jemanden dabei haben müssen bei Spitzengruppen - also heißt es auch morgen wieder - immer schön mitattackieren! Also dann bis morgen...

Tirreno - Adriatico, Pro-Tour - 2. Etappe - 9. März 2006

Heute ging es über 171 Kilometer von Tivoli nach Friscati. Von Beginn an war es ein schnelles Rennen, so dass kaum Attacken gehen konnten. Bei Kilometer 18 löste sich dann eine Vierergruppe. Und wie immer brachte dies Ruhe ins Feld und ins Tempo und man ließ die Gruppe ziehen. Quick Step setzte sich an die Spitze des Feldes und hielt das Tempo konstant hoch. Allerdings nicht so hoch wie das Tempo in der Spitzengruppe, so dass der Vorsprung schnell wuchs. Bei Kilometer 110 hatten sie den "Spitzenwert" von 7:30 Minuten. Nun kam von hinten die Ansage, dass drei vier Fahrer von uns mit führen sollten. Das waren Poitschke, Ongarato, Cortinovis und ich. Wir haben das Tempo derart hochgezogen, dass Quick Step ihre Fahrer "auswechselte". Aber die hatten ja auch schon einige Führungskilometer hinter sich heute. Schnell konnten wir den Rückstand auf die Spitze verringern. Nach 40 Kilometern betrug ihr Vorsprung auf unsere Gruppe nur noch 3 Minuten. Das Feld war derweil in zwei Gruppen geteilt. Nun hatten wir noch 20 Kilometer Zeit, die Gruppe einzuholen. Das würde eng werden.
Es kam eine kleine Welle mit Kopfsteinpflaster, die ich vorne im Feld mit drüber bin, danach bin ich noch einmal nach vorne in die Führung und dann kam auch schon der Anstieg zum 600 Meter hohen Tuscolo. Dort habe ich mich dann zurückfallen lassen und andere vom Team haben die Führungsarbeit übernommen.
Ca. fünf Kilometer vor dem Ziel haben sie dann vorne die Gruppe eingeholt. Nur Contrini war jetzt noch vorne raus - doch auch sein Vorsprung schmolz unaufhörlich. Berg runter hat dann Marco Velo richtig Tempo gemacht. Erst auf den letzten 500 Metern haben sie ihn gestellt.
Petacchi hat heute wieder für Ete den Sprint angezogen. Doch Erik gelang heut nicht so ein spritziger Antritt wie gestern. Bettini konnte die beiden übrraschen, als er rauszog auf die andere Straßenseite und seinen Sprint anzog. Erik sah das zu spät und konnte nicht mehr dagegen halten. Aber dennoch holte er wieder einen 2. Platz!! Das muss ihm erstmal einer nachmachen...

Morgen ist eine sehr wellige Etappe - mal sehen wie die verlaufen wird und ob wir wieder auf den Massenspurt setzen..

Tirreno - Adriatico, Pro-Tour - 3. Etappe - 10. März 2006

Heute war direkt am Start ein richtiges "Sauwetter" - wenige Grad über 0 und starker Regen. Kurz hinter dem Start ging es direkt einen ziemlichen Berg hoch - dort oben sollten es -2°C Grad sein und schneien. Wir Fahrer waren uns einig, dass wir das nicht mitmachen wollten und haben auf eine Verkürzung bestanden - also eine Umfahrung des Berges. Das wollten die Veranstalter aber nicht. So einigte man sich nach einigem hin und her, dass wir am Fuße des Berges in die Busse einsteigen konnten um dann nach der Abfahrt, die bei solch einem Wetter natürlich auch immer ziemlich gefährlich ist, wieder weiter zu fahren. Doch dann kam am Fuße des Berges die Ansage, dass alle, die jetzt aussteigen, raus sind aus dem Rennen... echt klasse!! Naja, um dann keinen Aufstand zu machen und ewig in der Kälte rumstehen zu müssen, haben wir uns quasi gebeugt und sind weiter gefahren. Aber in ruhigem Tempo und mit Achtung auf der Abfahrt. Ist auch alles gut gegangen.
Ein paar Kilometer nach der Abfahrt wurde es dann langsam wärmer und die Straße trockener. Ich sammelte die Regenjacken von meinen Kollegen ein und brachte sie zum Teamauto. Ausgerechnet jetzt ging's mit 70 Sachen bei Rückenwind auf die Windkante - wirklich tolles Timing. Nach und nach konnte ich mich wieder nach vorne durcharbeiten.
Dann wurde Bettini von einer Windboe erwischt und stürzte. Das Tempo wurde erstmal was ruhiger, damit Bettini die Chance hatte ins Feld zurück zu kommen. Doch dann stand fest, dass er raus war. Zu heftig war die Verletzung. Tja, und eigentlich hatten wir heute die anderen mehr arbeiten lassen wollen - denn das bergige Terrain heute kam einer Sprintankunft nicht wirklich entgegen. Doch durch den Ausfall Bettinis war nun Ete im gelben Trikot - und wir mussten doch wieder ran.
Bei der Hälfte der Distanz gingen dann auch die ersten Attacken und mehrere kleinere Grüppchen konnten sich lösen - insgesamt waren zwölf Fahrer vorne, die im Laufe der Etappe zueinander aufschlossen und einen Vorsprung von ca. einer Minute herausfahren konnten. Wir hielten sie sozusagen immer am langen Arm. Dann kamen mehrere Anstiege. Über den ersten bin ich noch ganz gut mit drüber gekommen, aber so richtig gut lief's heut nicht bei mir.
Zuerst die Kälte heut morgen und dementsprechend viel angezogen und im Laufe der Etappe wurd's dann immer wärmer... hab dann irgendwann meine Beinlinge ausgezogen, weil ich das Gefühl hatte, dass irgendwie keine Luft rankommt. Zum Verpflegen bin ich dann auch nicht richtig gekommen - wir waren so schnell unterwegs, dass es keine Chance gab von hinten Getränke zu holen. Und dann hatte ich an der Verpflegungsstation auch noch das Pech, dass ich nicht weit genug auf die Seite gekommen bin. Konnte also keinen Beutel erhaschen. Petacchi hatte sich einen geschnappt und hat mir dann so ein Kohlehydrat-Gel gegeben. Das war echt nett von ihm und mir hat's sehr geholfen..
Auf der Abfahrt bin ich dann wieder ganz nach vorne gefahren und habe meine Teamkollegen, die nach wie vor das Tempo machten, wieder unterstützt. Das Feld wurde immer mehr auseinandergerissen. Das war auch echt eine anspruchsvolle Etappe heute.
Ca. 30 Kilometer vor dem Ziel kamen wir dann auf die 14 Kilometer lange Zielrunde mit einem 3 Kilometer langen steilen Anstieg. Die erste Runde bin ich dann noch mit durch die Führung. Dann kamen wieder die anderen Teamkollegen auf den Plan. Ein Massenspurt war aber heut schwer zu erreichen, denn die Strecke war heut schwer und der letzte Anstieg hatte es auch in sich. Bin dann einiges zurückgefallen. Die Spitzengruppe wurde auf der letzten Runde eingeholt und vorne nahmen sie sich dann noch ziemlich auseinander... Es kam dann zwar zu einem Endspurt mit 20 Fahrern, aber an dem Anstieg war das kein klassisches Sprintfinale. So dass es von Alessandro eine super Leistung war, heute 6. zu werden.
Die morgige Etappe ist nicht so schwer, dafür aber sehr lang - über 220 km. Die ersten zwei Drittel sind nur flach, dann geht's noch ein bisschen ins Gebirge. Schau mer mal, wie's morgen läuft...

Tirreno - Adriatico, Pro-Tour - 4. Etappe - 11. März 2006

Die heutige vierte Etappe ging über 220 Kilometer von Paglieta nach Civitanova Marche. Schon früh konnte sich heute eine Gruppe vom Feld lösen. Acht Mann waren nach ein paar Kilometern vorne. Im Feld stürzte ein Rabobank-Fahrer, weshalb das Team sich vorne vor's Feld spannte und das Tempo drosselte, damit der Fahrer wieder aufschließen konnte. Denn für sie galt es ja heute, das gelbe Trikot von Freire zu verteidigen - da brauchten sie jeden Mann. Als er wieder drin war, hatte die Gruppe vorne schon einen ziemlichen Vorsprung. Drei Mann waren dabei, die Freire in der Gesamtwertung gefährlich werden konnte. Deshalb wurde dann schon ab Kilometer 20 Tempo gemacht - zwei von Rabobank und zwei bis vier von uns. Vorne haben sie dann wohl diskutiert und haben die Fahrer, die in der Gesamtwertung vorne sind, aufgefordert, sich zurückfallen zu lassen, damit die Gruppe zumindest eher eine Chance hatte durchzukommen. Zwei Fahrer kamen dann auch irgendwann zurück, ein paar Kilometer später auch der Dritte. Durch unsere Tempoarbeit im Feld hatten wir den Vorsprung auf 2 Minuten runter - den haben wir dann erstmal so gehalten. Waren ja noch einige Kilometer bis ins Ziel.
Ab Kilometer 80 vor Ziel ging es dann nochmal einige Berge rauf. Bis Kilometer 25 vor Ziel bin ich dann auch noch mit durch die Führung, der Vorsprung war jetzt bei ca. 1 Minute. Doch an dem Berg fiel ich dann zurück. Die knapp 180 Kilometer Führungsarbeit hatten doch einige Kraft gekostet.
Meine Teamkollegen und die Fahrer von Rabobank machten vorne weiter Tempo. Ca. 10 Kilometer vor Ziel hatten sie die Gruppe dann eingeholt. Diesmal zogen wir für Petacchi den Sprint an. Aber er war wohl zu früh im Wind. Heute war richtig starker Wind, weil wir den ganzen Tag an der Küste entlang sind. Thor Hushovd, der an seinem Hinterrad war, konnte noch an ihm vorbeigehen. Alessandro wurde Zweiter.
Morgen steht das 20 Kilometer lange Zeitfahren auf dem Programm. Mal schauen, wie ich drauf bin, nach den beiden letzten anstrengenden Etappen.

Tirreno - Adriatico, Pro-Tour - 7. Etappe - 14. März 2006

Die letzte Etappe stand wieder ganz im Zeichen der Sprinter - das bedeutete für uns, dass wir uns heute schonmal auf Arbeit einstellen konnten. Heute war zumindest mal besseres Wetter - es war zwar arg kalt, aber trocken.
Die ersten Kilometer gingen im Gegensatz zu den anderen Etappen sehr ruhig los. Bis Kilometer 50 tat sich nichts. Dann attackierte ein einzelner Fahrer, Albizu. Rabobank war an der Spitze des Feldes und kontrollierte das Tempo. Albizu konnte seinen Vorsprung aber kontinuierlich ausbauen. Als sein Vorsprung bei über sechs Minuten lag, sollten Enrico und ich mit Tempo machen. Das war so 75 Kilometer vor Ziel. Wir konnten den Vorsprung dann auch kontinuierlich wieder verkleinern. Das Terrain war heut auch nicht so schwer. Am Anfang noch ein paar Wellen, ca. ab Kilometer 100, als es auf die Zielrunde ging, nur noch flach. Die Runde war acht Kilometer lang und wir mussten sie sieben Mal fahren. Dort haben wir dann richtig Tempo gemacht. Drei Runden vor Schluss hatten wir ihn dann. Jetzt hieß es das Feld zusammenzuhalten. Wir bildeten einen langen Zug an der Spitze des Feldes. Auf den letzten beiden Positionen Erik Zabel und Alessandro Petacchi. Ich hatte dann irgednwann meinen Job getan und habe mich nach hinten ins Feld zurückfallen lassen. Auf den letzten vier Kilometer waren noch fünf Mann von uns vorne. Heute hat wirklich alles super geklappt. Attacken, die kurz vor dem Ziel noch gingen, konnten meine Teamkollegen alle abfangen. Die letzten 200 Hundert Meter standen an und Erik war optimal positioniert vor Alessandro und zog das Tempo nochmal hoch. Dann ging Petacchi aus seinem Windschatten und fuhr das Ding nach Hause. Mit einem guten Vorsprung vor McEwen. Heute hatte keiner eine Chance an ihm vorbeizuziehen. Und selbst Erik war mit so einer hohen Endgeschwindigkeit unterwegs, dass er als Anzieher noch 5. geworden ist.
Ein super Abschluss für unser Team. Und der Beweis, dass es klappt mit unseren beiden Top-Sprintern!!
Jetzt freuen wir uns alle auf Mailand-San Remo am Samstag. Bis dahin werde ich mich jetzt ein wenig ausruhen und nur locker trainieren, damit die Form am Samstag stimmt. Wir werden sehen.....

Fotos von allen Etappen
Giro della Provincia di Lucca, 1.1 - 6. März 2006

Auch heute habe ich wieder von Beginn an mit attackiert und habe versucht, mit einer Gruppe wegzukommen, um unserem Team letztendlich die Nachführarbeit zu ersparen. Doch heute konnte sich lange Zeit keine Gruppe so recht vom Feld lösen.
Erst bei Kilometer 60 ca. konnten drei Fahrer dem Feld enteilen. Man ließ sie fahren. Im Feld kehrte erstmal wieder Ruhe ein.
Heute wollte unser Team unter allen Umständen wieder einen Massensprint herbeiführen - denn die Strecke war fast nur flach und zum ersten Mal in dieser Saison - und überhaupt - waren Petacchi und Zabel gemeinsam für ein Team am Start.
Bei Kilometer 100, also bei der Hälfte der Distanz von Fornaci di Braga nach Capannori, hatte die Gruppe ihren größten Vorsprung mit 4:30 Minuten. Zwei, drei Mann von uns - darunter Enrico und ich - fuhren immer vorne, um das Tempo einigermaßen hoch zuhalten, damit der Vorsprung nicht zu groß wurde. Doch die erste richtige Tempoverschärfung übernahm das italienische Pro Continental Team Ceramica Panaria - Navigare. Wir reihten uns dahinter ein. Nach 50 Kilometern waren wir bis auf eine halbe Minute ran an der Gruppe. Das italienische Team ging raus aus der Führung, doch wir haben das Tempo dann erst nochmal etwas gedrosselt, damit wir die Gruppe nicht zu früh einholen, und nicht wieder neue Attacken gehen. So an die 10 Kilometer waren wir in der Führung und der Vorsprung war wieder gewachsen - auf ca. 1 Minute. Nun waren es noch knappe 50 Kilometer bis ins Ziel.
Dann reihte sich Phonak mit drei Fahrern vor uns ein und zogen das Tempo wieder an. 20 Kilometer später hatten wir die Gruppe eingeholt. Eigentlich etwas zu früh, aber zumindest mussten wir diesmal nicht so viel arbeiten. Auf den letzten 30 Kilometern wurde das Tempo nun konstant hochgehalten, damit keine neuen Attacken gehen konnten.
Dann kam es zur Sprintanfahrt. Erik fuhr für Alessandro den Sprint an - und Alessandro hat gewonnen. Doch selbst Erik wurde noch Dritter !! Ein absolutes Top-Ergebnis für unser Team. Total klasse.
Darauf wurde dann heut abend auch glatt mit einem Gläschen angestoßen... morgen ist ja ein Tag frei!
Mittwoch startet dann Tirreno-Adriatico. Da bin ich sehr gespannt, wie es bei mir läuft. Sind ein paar anspruchsvolle Etappen mit Bergen dabei und auf der 5. Etappe am Sonntag ein Einzelzeitfahren über 20 Kilometer. Naja, schau mer mal...


Milano-Torino, 1.HC - 4. März 2006

Das Rennen heut ging über 199 Kilometer von Mailand nach Turin. Wir hatten die Ansage, direkt von Beginn an bei Gruppen mitzugehen. Habe dann auch mehrmals attackiert, bis sich bei ca. Kilometer 50 eine 14köpfige Gruppe löste, darunter Enrico Poitschke und ich. Wir sollten aber nicht mit führen, denn hinten waren Zabel und Celestino, die heute ihre Chance nutzen sollten. So konnten Enrico und ich recht angenehme 20 Kilometer fahren, obwohl die Gruppe doch ein ziemlich hohes Tempo fuhr und sich nicht daran störte, dass wir hinten blieben. Doch dann kam das Feld von hinten wieder an uns rangerollt.
Zehn Kilometer später attackierten dann wieder zwei Fahrer, ca. 15 Kilometer später zwei weitere, die zu den vorderen aufschließen konnten. Hinten wurde zunächst nichts getan, so dass die Vierergruppe schnell einen Vorsprung von 4:30 Minuten herausfahren konnte. Nun musste ich doch wieder ran. Zu fünft, darunter drei von uns, haben wir den Vorsprung nach und nach verkleinern können. Vor dem letzten Berg, ca. 20 km vor Ziel, hatten wir sie wieder eingeholt. Damit hatte ich heut wieder meine Arbeit getan. Das hat richtig weh getan heut da vorne im Wind - war gar nicht so einfach, die Gruppe wieder einzuholen. Bin dann einiges nach hinten durchgereicht worden und bin dann mit einer kleinen Gruppe auf Platz 144 ins Ziel.
Auf den letzten Kilometern haben sie sich dann vorne auch noch gut auseinander genommen. Mirko Celestino konnte ganz vorne mitgehen und kam als 3. ins Ziel. Das nächste Grüppchen ab Platz fünf wurde von Zabel angeführt. Somit heute auch wieder ein erfreuliches Ergebnis für unser Team.
Montag geht's dann weiter beim Giro della Provincia di Lucca in der Nähe von Pisa.


Vuelta a Andalucía, 1. Etappe - 12. Februar 2006

Die heutige erste Etappe der Andalusien-Rundfahrt ging über wellige 161,4 Kilometer von Antequera zum Otura Santa Clara Golf. Ziemlich früh attackierten an einem Berg sieben Spanier und setzten sich vom Feld ab. Im Verlauf der Etappe konnten sie ihren Vorsprung immer mehr ausweiten. Hinten im Feld fuhren wir ein ziemlich lockeres Tempo. Ich erwartete schon den Funkspruch, dass unser Team nach vorne soll, um die Gruppe wieder einzufahren. Aber er kam nicht...
Es fand sich aber auch kein anderes Team, das die Nachführarbeit leisten wollte. War aber auch eine recht schwere Strecke heute mit vielen kleinen Anstiegen. So fuhr die Gruppe vorne immer weiter weg.
Am Ende sind wir dann nochmal gefahren, damit der Abstand nicht noch riesiger wurde. Alles in allem war es somit ein recht ruhiger Tag für mich und das Team. Fühl mich auf jeden Fall gut und freu mich auf die morgige Etappe...

Vuelta a Andalucía, 2. Etappe - 13. Februar 2006

Die Anfahrt zu unserer heutigen zweiten Etappe war richtig entspannt - sind schön mit unserem großen Bus zum Start gefahren. Der war diesmal in La Guardia de Jaén.
Heute sollten Maarten und ich unserer Chance suchen und attckieren. Auf den ersten 10 Kilometern ging es gleich einen ziemlich schweren und langen Berg hoch. Habe am Fuße des Berges dann direkt das erst Mal attackiert. Konnten uns dann auch einige Meter lösen, aber die Spanier haben das Loch wieder zugefahren. Auf der Hälfte des Berges bin ich dann noch einmal mit einer Gruppe mitgegangen, aber die wurde auch wieder eingeholt. Bei der nächsten Attacke hatte ich dann nicht mehr die nötige Kraft und Spritzigkeit, um der Attacke zu folgen. Leider war diese Neuner-Gruppe die entscheidende Fluchtgruppe am heutigen Tage.
Bin dann mit dem Feld über diesen ersten Berg. Die Gruppe baute derweil ihren Vorsprung auf ca. 2 Minuten aus. Dann machte sich Team T-Mobile daran, ein wenig Nachführarbeit zu leisten und wir kamen wieder so auf 1:40 an die Gruppe heran. Doch nach knapp 10 Kilometern höre T-Mobile wieder auf. Der Vorsprung erhöhte sich daraufhin wieder auf 2:30 Minuten. Dann bekamen wir die Order Tempo zu machen. Maarten den Bakker und ich fuhren an die Spitze des Feldes und erhöhten das Tempo. Hinzu kam noch ein Fahrer vom Team Quick Step. Wir konnten den Abstand aber auf ca. 1:30 bis 1:50 Minuten verkürzen. Doch die Strecke war heut sehr wellig und daher sehr schwer zu fahren. Deshalb entschied Petacchi, dass wir nicht weiter fahren sollen. Das Terrain war heut nichts für einen Vollblut-Sprinter, zumal es zum Ziel hin auch nochmal leicht hoch ging. Wir gingen also nach 20 Kilomtern Nachführarbeit ca. bei Kilometer 55 wieder aus der Führung raus. War aber kein Problem für mich. Fühl mich gut und meine Verfassung ist für den noch frühen Zeitpunkt in der Saison voll in Ordnung.
Die Gruppe heute kam also dann mit Vorsprung, so ca. 5 Minuten, im Ziel in Jaén nach 157 Kilomtern an. Die Rückfahrt zum Hotel war dann auch wieder richtig schön entspannt in unserem Bus. Kann man sich echt dran gewöhnen.. schön mit Dusche.. und ganz hinten so ne Art Sofa. Da da niemand saß, hab ich's mir da schön gemütlich gemacht und bis zum Hotel ein Ründchen geknackt...
Morgen muss ich schließlich absolut fit sein, denn dann steht die erste Flachetappe auf dem Programm. Das heißt morgen werden wir zum ersten Mal richtig arbeiten müssen für Alessandro. Freu mich aber drauf und bin sehr gespannt, wie's laufen wird...

Vuelta a Andalucía, 3. Etappe - 14. Februar 2006

Wie ich schon gestern angekündigt habe, kam heute eine Menge Arbeit auf uns zu. Die 174 Kilometer von Cabra nach Córdoba waren größtenteils flach. Lediglich zu Beginn ging es eine kleine Welle hoch. Heute war das Wetter zum Glück auch wieder ganz gut - mediterran mild.
Die Etappe begann sehr nervös, es wurde viel attackiert. Schon nach wenigen Kilometern konnten sich 16 Fahrer vom Feld absetzen. Marco Velo von uns war mit in dieser Gruppe. Die Mannschaft des Spitzenreiters, Unibet, machte als erstes Tempo im Feld. Maarten und ich reihten uns mit ein, und noch zwei Franzosen. So machten wir einige Kilometer Tempo an der Spitze - zwischenzeitlich ließen sich zwei von Unibet aus der Führung rausfallen, dafür reihten sich drei von Saunier Duval mit ein. Vorne schien man sich nicht ganz einig zu sein - über die Hälfte der Gruppe fiel zurück ins Feld.
Nun machten nur noch Maarten, ich und ein Quick Step Fahrer weiter durchgängig Tempo. Immer mal wieder reihte sich ein Fahrer von Unibet oder anderen Teams ein.
Kilometer 50 vor Ziel attackierten nochmal sechs Spanier und fuhren zur Spitzengruppe hin. Ich machte weiter Tempo bis ca. Kilometer 10 vor Ziel bis zu einer kleinen Welle. Dann hatte ich für heute nach 150 Kilomtern Führungsarbeit genug. Hab in meiner letzten Führung nochmal alles gegeben. Die Spitzengruppe hatte nur noch unter einer Minute Vorsprung. Den Rest haben dann meine Teamkollegen übernommen.
800 Meter vor dem Ziel wurden die Ausreißer erst gestellt. Vorne fuhren zwei Quick Step-Fahrer mit Boonen am Hinterrad, dahinter Marco Velo mit Alessandro Petacchi am Hinterrad. Marco scherte nach rechts aus - Boonen sah das, vermutete wohl Petacchi und hängte sich ans Hinterrad. An Boonens Hinterrad dann Alessandro. Dann lief alles optimal weiter. Marco ging aus der Führung, Boonen war vorne im Wind und Alessandro dahinter. Alessandro brauchte nun "nur" noch aus Boonen's Windschatten herauszufahren und an ihm vorbei zu gehen. Das gelang ihm auch!! Also zweiter Sieg für Petacchi in 2006! Und 1:0 im Duell gegen Boonen
Das gesamte Team war auf jeden Fall hoch zufrieden - zum einen natürlich mit dem Ergebnis, zum Anderen aber auch mit unserer Nachführarbeit. Das hört man natürlich gern, wenn die Leistung anerkannt wird. Da freu ich mich glatt darauf, mich morgen wieder 100 Kilometer vorne im Wind zu schinden... Wenn dann wieder ein super Ergebnis herauskommt, umso besser !!

Vuelta a Andalucía, 4. Etappe - 15. Februar 2006

Das vierte Teilstück ging über 162,1 Kilometer von Ecija nach Ronda und wir hatten wieder ideale äußere Bedingungen und Temperaturen um die 18 Grad.
Heute sollten wir versuchen, keine Spitzengruppe rauszulassen - auf jeden Fall dann nicht, wenn ein Quick Step-Fahrer mit dabei ist. Habe einige Male mit attackiert und ansonsten vorne mit Tempo gemacht. Bei Kilometer 50 musste ich mich dann einmal komplett nach hinten zurückfallen lassen, um Flaschen zu holen. Das Tempo war auch gerade etwas ruhiger geworden. Das nutzen dann jedoch gleich wieder ein paar Fahrer zum Attackieren. Fünf Fahrer konnten sich lösen und Vorsprung herausfahren, bis über drei Minuten. Simone Cadamuro kam einige Kilometer später zu mir und fragte mich, wie ich mich fühle, ob ich gut drauf sei. Da ich mich auch heute wieder gut fühlte, gab er mir den Auftrag nach vorne zu fahren und das Tempo des Feldes hoch zuhalten, damit der Vorsprung nicht größer wird. Habe dann also so ab Kilometer 60-65 alleine vorne Tempo gemacht. Konnte den Vorsprung sogar verringern und habe ihn dann so auf 2:30 bis 3:00 Minuten gehalten. Zwischendurch reihte sich Simone oder Fabio Sacchi mal mit ein und fuhr eine Führung, damit ich mich ein wenig am Hinterrad ausruhen konnte. Das hab ich dann bis ca. Kilometer 130 durchgezogen, dann wieder Simone Cadamuro nach vorne und wir fuhren noch ca. 10 Kilometer zu zweit durch die Führung. Das lief wieder richtig gut heut bei mir. War gar kein Problem so lange in der Führung zu fahren.
18 Kilometer vor Ziel kam dann noch ein Berg der 3. Kategorie. Dort bin ich dann eher hinten im Feld mit drüber gefahren. Marco Velo ist mit Petacchi an der Spitze des Feldes drüber. Dann haben sich mehrere von uns wieder vorne eingereiht, dazu kamen Fahrer von Quick Step und Rabobank. Ich bin noch so 5 Kilometer mit durch die Führung - dann war genug für heute. Die Jungs haben dann das Loch zugefahren und haben die Ausreißer 1 Kilometer vor dem Ziel gestellt.
Wie der Sprint heute genau abgelaufen ist, weiß ich gar nicht - naja Petacchi hat wieder gewonnen - das ist die Hauptsache!! :-) Und das wieder mit einem ziemlichen Vorsprung.
Unser sportlicher Leiter und natürlich auch Alessandro waren wieder hoch zufrieden mit unserer Tea-Leistung. Das macht wirklich Spaß hier zu fahren. Das ist ein tolles Gefühl, an diesen Siegen teil zu haben.
Morgen also dann die letzte Etappe - und wieder eine flache... Mal sehen, wie's morgen läuft...

Rundstreckenrennen in Qatar - 27. Januar 2006

Das erste Rennen der Saison 2006 ist rum! Endlich!! Der Grand Prix Doha International in Qatar.
Der Rundkurs ging über neun Kilometer - war der selbe Kurs wie die Finalrunde auf der Schlussetappe der Rundfahrt im letzten Jahr. Also 4,5 Kilometer rauf, Wende am Kreisverkehr und 4,5 Kilometer wieder zurück. Alles ganz flach.

War ziemlich windig auf der Strecke. Und es gingen direkt ein paar Attacken. Eine Drei-Mann-Gruppe konnte sich sehr früh lösen und das Feld ließ sie ziehen.

Nach ca. der Hälfte des Rennens spannte sich das Team Quick Step von Sprinter Tom Boonen vor das Feld und zog das Tempo mächtig hoch. Viele Fahrer mussten da schon reißen lassen. Vom Team Milram verblieben aber alle Fahrer in der vorderen Gruppe. Ab fünf bis vier Runden vor Schluss reihten Martin Müller und ich uns auch mit in den Zug ein, um die Spitzengruppe, die noch immer einen Vorsprung von fünf Minuten hatte, einzuholen. Eineinhalb Runden vor Schluss hatten wir sie dann wieder. Nun galt es, das Feld beisammen zu halten, um Erik einen Sprinterfolg zu ermöglichen.

Leider haben wir uns dann im Finale nicht richtig gefunden. Haben's dennoch irgendwie versucht. Am Ende hat Erik dann den 3. Platz rausgeholt.

Alles in allem bin ich mit meiner Leistung im ersten Rennen sehr zufrieden. Hab mich auch gut gefühlt.
Freu mich jetzt auf die Rundfahrt, die am Montag beginnt. Werden versuchen, dort Erik besser in Position bringen zu können.

Das Ergebnis bis Platz 10 und Fotos auf cyclingnews.com
Weitere Fotos von einem italienischen Fotografen

Qatar-Rundfahrt, 1. Etappe - 30. Januar 2006

Heute stand die erste Etappe der Qatar-Rundfahrt an. Über 131,5 Kilometer vom Khalifa Stadion nach Al Khor Corniche. Und wie immer hier in Qatar war es mal wieder verdammt windig.
Es wurde gleich von Beginn an ein hohes Tempo gefahren. Leider war ich nicht weit genug vorne im Feld gestartet. Schon auf den ersten 20 Kilometern zog Bonnens Team Quick Step so am Tempo, dass das Feld in mehrere Gruppen riss. Ich befand mich in der 3. Gruppe - so ca. ab Platz 40. In der ersten Gruppe (ca. 25 Mann) waren von uns nur Erik und Björn vertreten. Das war natürlich leider vil zu wenig, um gegen die geballte Macht von fünf Quick Step-Fahrern etwas ausrichten zu können. Ärgerlich. Zumal die Gruppe sehr schnell einen Vorsprung von über einer Minute hatte, nach 70 Kilometern schon über zwei. Die zweite Gruppe, mit Enrico und Sebastian, versuchte es zwischenzeitlich nochmal, vorne heranzukommen, aber hatten keine Chance.
Die Spitzengruppe wurde dann gegen Ende noch kleiner - auch Björn musste dann leider reißen lassen, so dass Erik auf sich allein gestellt war. Unsere Gruppe fuhr derweil mit moderatem Tempo gen Ziel.
Boonen ließ sich von seinen fünf Team-Kollegen lehrbuchmäßig den Sprint anziehen und gewann erwartungsgemäß die Etappe - Erik wurde hinter ihm Zweiter! Ne klasse Leistung - alleine gegen sechs Quick-Steper!
Unsere Gruppe ist mit 12 Minuten Rücksatnd ins Ziel gekommen - ich an Platz 58.
Schaun mer mal, wie's morgen läuft... hoffe mal besser als heute !!

Ergebnisse auf cyclingnews.com
Fotos auf cyclingnews.com
Weitere Fotos von einem italienischen Fotografen

Qatar-Rundfahrt, 2. Etappe - 31. Januar 2006

Start war heute am Zielort von gestern, an der "Camel Race Track". Über 138 Kilmoter ging es nach Al Khor Corniche.
Die zweite Etappe lief schon wieder wesentlich besser für mich. War die ganze Zeit vorne im Feld, in der 1. Gruppe. Es war wieder sehr windig auf der gesamten Strecke - das das ist das Schewre an den Rennen hier.
Heute haben wir Erik Zabel auch besser unterstützen können. Zum Ziel hin haben wir uns alle weit vorne im Feld zusammen gefunden, um für Erik optimale Bedingungen zu schaffen. Diesmal ist ein 3. Platz dabei rausgekommen. Sieger war wieder einmal Tom Boonen. Der ist hier echt saustark.

Qatar-Rundfahrt, 3. Etappe - 1. Februar 2006

Auf der heutigen 3. Etappe ging es vom Sealine Beach Resort wieder ins Khalifa Stadium, über 160 km.
Unser sportlicher Leiter Jan Schaffrath hatte heute morgen angekündigt, dass wir auf dieser Etappe besonders aufmerksam fahren sollen, weil er davon ausging, dass heute Gruppen weggehen. Wir sollten versuchen, bei allen Gruppen mitzugehen, um nicht in die Pflicht zu geraten, einige dieser Gruppen wieder einholen zu müssen. Bei Kilometer 20 ca. löste sich dann solch eine Gruppe und ich ging mit. Neun Mann waren wir und die Gruppe lief gut. Zwischenzeitlich hatten wir einen Vorsprung von über acht Minuten. Aber dann machte sich das Feld doch an die Verfolgung. Auf der langen Geraden (so ca. 20 km lang) mit Rückenwind kamen sie von hinten angeflogen. Trotz der neun Mann hatten wir keine Chance dagegen zu halten - und wir fuhren bestimmt nicht langsam. So holte uns das Feld bzw. ein Teil des Feldes nach ca. der Hälfte des Rennens wieder ein.
In der ca. 60 Mann großen Gruppe waren wir nun zu fünft vom Team Milram. Nun galt es das Feld zusammen zu halten für unseren Erik. Bei Kilometer 120 löste sich dann noch einmal eine 17-Mann-Gruppe, zu der ich wiederum gehörte. Diesmal beteiligte ich mich aber nicht an der Führungsarbeit, da ja Erik nur wenige Sekunden hinter uns war. Zu diesem Zeitpunkt und bei dieser Rennsituation war natürlich alles auf einen Massenspurt ausgerichtet. Wir kamen auch nicht weit weg - nur so 30 Sekunden - dann holten sie uns wieder ein.
Jetzt konnte sich keine der folgenden Attacken mehr wirklich vom Feld lösen und so fuhren wir mit der 60-Mann-Gruppe gen Ziel. Wie bereits gestern haben wir uns auf den letzten Kilometern mit dem Team Quick Step an der Spitze des Feldes eingefunden, um das Tempo hochzuhalten. Sebastian hat für Erik dann den Sprint auf den letzten Metern angefahren. Aber an Tom Boonen war auch heute wieder kein Vorbeikommen! Der ist einfach saustark hier in Qatar. Erik wurde wieder einmal Zweiter! Keine schlechte Bilanz für die bisherigen vier Rennen hier! Und unser Zusammenspiel im Spurt klappt auch schon immer besser.
Freue mich schon auf die morgige Etappe. So langsam roll ich mich ein ins Renngeschehen und es läuft von Tag zu Tag besser. Also dann bis morgen wieder...

Qatar-Rundfahrt, 4. Etappe - 2. Februar 2006

Die heutige 4. Etappe startete, wie auch schon im letzten Jahr in Al Zubarah. Ziel war nach 144 Kilometern am Qatar Olympic Committee. Der Start war mitten in der Wüste an einer Art Burg. Wie bei den anderen Etappen auch, hatte man auch heute wieder ein großes Zelt im Startbereich aufgestellt und in und vor diesem Zelt bestimmt hundert Teppiche ausgelegt - diesmal einfach auf den Wüstenboden.
Im letzten Jahr hatte ich auf dieser Etappe den Fehler gemacht, mich nicht ganz vorne aufzustellen und prompt die Quittung dafür bekommen. Denn hier geht man direkt auf die Windkante und das Feld reißt auseinander.
Dieses Jahr habe ich mich also ganz nach vorne gestellt. Und das war genau richtig. Denn schon nach wenigen Kilomtern riss das Feld auseinander. Ich habe mich heute während der gesamten Etappe vorne im Feld aufgehalten. Hab mich ganz gut gefühlt.
Irgendwann konnte sich dann eine 4-Mann-Spitzengruppe lösen und auch einen Vorsprung von 7:30 Minuten herausfahren. Eine zeitlang sah es so aus, als wenn die Gruppe heute mal durch käme. Aber dann legten Team Quick Step und Phonak mit der Führungsarbeit los. Zum Schluss dann Quick Step nur noch alleine. Wir haben die dann mal machen lassen - als Träger des Führungstrikots. Wenige Kilometer vor dem Ziel hatten wir die Gruppe dann auch wieder eingeholt.
Erik bemerkte auf der Zielgeraden, dass Boonen heut nicht ganz so schnell war. Er hatte in den letzten Tagen immer Boonens Hinterrad gesucht und auf die Chance gehofft, doch mal an ihm vorbei gehen zu können. Heute scherte er deswegen schon früher aus und zog selber den Sprint an. An seinem Hinterrad: Bernard Eisel. Vier Fahrer waren an der Ziellinie fast gleich auf. Leider zog Erik heute - trotz Tigersprung - den Kürzeren. Diesmal gegen Eisel. Boonen wurde heute Dritter.
Jetzt hat Erik nur noch sieben Sekunden Rückstand auf den Belgier. Aber das wird ganz schön schwer morgen. Erik hat zwar heute bei Zwischensprints auch schon wenige Sekunden gut gemacht, aber Boonen wird sein Gelbes nicht so leicht hergeben. Das könnte morgen Arbeit für uns bedeuten. Denn Quick Step braucht nur eine Gruppe gehen zu lassen, dann hat Erik keine Chance mehr, Sekunden gut zu machen und Boonen hat gewonnen. Also müssen wir die Gruppen wieder einholen... Naja, wir werden sehen, wie die Taktik des belgischen Teams morgen aussieht.
Also dann bis morgen... zum Bericht über die letzte Etappe der Qatar-Rundfahrt.

Qatar-Rundfahrt, 5. Etappe - 3. Februar 2006

Heute ging's also zur 5. und letzten Etappe der Qatar-Rundfahrt. Über 151,5 km von Al Thakhira nach Doha Corniche.
Unser Team hat sich von Beginn an immer ganz vorne im Feld aufgehalten, um das Renngeschehen unter Kontrolle haben zu können. Eine Spitzengruppe gab es aber auch heute wieder, zuerst vier, später nur noch drei Mann. Aber die haben wir, also Team Milram im Verbund mit Team Quick Step, wieder eingeholt, so dass es auch auf der letzten Etappe wieder zu einem Massenspurt kam. Und das Ergebnis kommt einem irgendwie schon bekannt vor.. Boonen vor Zabel! :-)
Somit hat Erik für unser Team vier zweite Plätze und zwei dritte Plätze rausgeholt und den 2. Platz in der Gesamtwertung! Das ist doch mal ein super Start in die neue Saison! Ich bin in der Jungprofi-Gesamtwertung auf Platz neun und in der Team-Gesamtwertung sind wir auf Platz sechs gelandet.
Ich bin mit meiner Leistung hier in Qatar auf jeden Fall zufrieden. Lief jeden Tag besser. Und heut hab ich mich richtig gut gefühlt!
Erik ist mit unserer Arbeit auch zufrieden gewesen. Das macht Lust auf die nächsten Rennen, es dort genauso gut oder noch besser zu machen!!
In der Nacht von Samstag auf Sonntag geht's jetzt wieder nach Hause. Morgen haben wir also noch einen Tag zum Trainieren in der Sonne von Qatar. Hier sind's übrigens schön warme 22°C!!
Nächstes Wochenende geht's dann zur nächsten Rundfahrt - diesmal in Andalusien/Spanien.