| Tour de France - 19. Etappe - 28. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Heute Morgen hatte ich erstmal richtig Zeit, mein Start war ziemlich spät, um 14:26 Uhr. Ich bin trotzdem früh aufgestanden, Marcel musste um 8 Uhr raus, weil er ziemlich früh dran war, und habe mit den anderen gefrühstückt. Dann habe ich mir einen ruhigen Vormittag gemacht, ein bisschen DVD geschaut, und um 11 ging es mit dem Bus zum Start. Ja, der Bus ist zum Glück wieder da! Am Start hatte ich immer noch ewig Zeit, habe eine Kleinigkeit gegessen und mich auf der Rolle vorbereitet. Letztendlich war ich mit einer Stunde Abstand vom letzten unseres Teams auf der Strecke, die haben schon angefangen zusammen zu packen als ich losgefahren bin. Auf der Strecke bin ich direkt gut in meinen Rhythmus gekommen. Bei der ersten Zwischenzeit lag ich nur eine Sekunde zurück, bei der zweiten hatte ich 2:14 Minuten Rückstand. Da wusste ich, dass die Zeit stimmt, ich in der Karenzzeit bleibe und morgen nach Paris weiterfahren kann. Ich habe mir das Rennen gut eingeteilt und nicht zu schnell angefangen. Das ist immer wichtig bei einem so langen Zeitfahren. Auf den letzten fünf, sechs Kilometern kam noch eine eklige Welle, die im Profil gar nicht so gut zu erkennen war. Aber ich bin mit meiner Zeit zufrieden. Die drei Wochen waren wirklich eine lange Zeit und ich freue mich, endlich meine Familie wieder zu sehen. Die beiden haben mir schon gefehlt, vor allem weil ich die Kleine nur zwei Tage lang sehen konnte, und dann schon die Abreise war. Morgen werden wir um 8:40 Uhr im Hotel abgeholt und es geht traditionell mit dem TGV zum Start der letzten Etappe. Im Zug gibt es Mittagessen, und später werden wir wieder von den Bussen abgeholt und ins Ziel gebracht. Grund dafür ist, dass der Transfer sehr lange ist. Ich hoffe, dass es eine recht lockere Etappe wird, wie immer. Aber vielleicht fährt Evans ja noch auf die Sprintwertung, wer weiß. Er ist ja nur ganz knapp Zweiter, und vielleicht probiert er es ja noch mal. Ich werde mich überraschen lassen. Auf den Champs Élysées wird das Radrennen dann erst richtig eröffnet. Das ist noch mal eine richtig harte Strecke mit einem Anstieg und Kopfsteinpflaster. Wir sind auf jeden Fall motiviert für morgen, wir hatten uns ja vorgenommen, eine Etappe zu gewinnen - und morgen ist die letzte Chance dafür... |
| Tour de France - 18. Etappe - 27. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Die heutige Etappe war ganz ok. Für Attacken hatte ich aber nicht die Beine. Nachdem dann also schon recht früh die Gruppe gegangen ist und auch weggelassen wurde, war der Tag hinten recht ruhig. Irgendwann hat dann Euskatel angefangen Tempo zu machen, um ihren Platz in der Gesamtwertung gegen Boogerd zu verteidigen. Zum Schluss hatte ich dann auch wieder ganz gute Beine und wir haben Erik noch nach vorne gefahren, so dass er sich Boonen's Hinterrad schnappen konnte. Hat auch geklappt, doch leider ist er nicht mehr an ihm vorbeigekommen. Und auch Hunter war noch vor ihm. Naja, mal schauen, was am Sonntag noch so geht.. Morgen jetzt erstmal noch das Zeitfahren überstehen und dann ab nach Paris. Ich freu mich drauf! |
| Tour de France - 17. Etappe - 26. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Heute Morgen war der Bus leider noch nicht wieder aus der Werkstatt, es muss irgendein Teil ausgewechselt werden. So sind wir auch mit den Teamautos zum Rennen gefahren und wurden auch wieder von den Autos abgeholt. Es ist natürlich nicht das Schönste, sich nach dem Rennen einmal komplett im Auto beziehungsweise auf der Straße umzuziehen und zu waschen. Aber ich hoffe doch, dass er dann morgen wieder funktioniert. Die Etappe heute war sehr anstrengend. Ich dachte nach dem etwas lockereren Tag gestern im Grupetto, dass es heute besser wäre, aber ich hatte ziemlich schwere Beine und war viel zu weit hinten, um in einer Gruppe mitgehen zu können. Das Feld ist auch sehr schnell gefahren, irgendwie hat Caisse d'Epargne Tempo gemacht. Ich weiß eigentlich gar nicht warum, wahrscheinlich wegen der Mannschaftswertung. Dazu ging es noch die ganze Zeit hoch und runter, das tat schon weh. Und als es dann flacher wurde, waren sie plötzlich nicht mehr so schnell unterwegs. So wurde es zum Ende hin doch noch eine recht angenehme Etappe. Zum Schluss haben wir noch versucht, Erik in eine gute Position zu fahren. Er ist noch Fünfter vom Feld geworden, aber hinter Boonen und Hunter, so dass er weiterhin Dritter ist in der Wertung um das grüne Trikot. Die Etappe morgen wird relativ flach. Mal sehen, wie das mit den Sprinter-Teams wird. Es wäre auf jeden Fall eine gute Strecke, um noch einmal auf einen Sprint zu fahren. Aber natürlich wollen auch viele in Ausreißergruppen, und dann wird es schwer, die wieder einzuholen. Wir werden versuchen, entweder einen von uns in der Gruppe zu haben oder auf Sprint zu fahren. Mal sehen. Und dann ist Paris ja auch schon in Sichtweite. Ich freue mich auf jeden Fall, meine Familie endlich wieder zu sehen. |
| Tour de France - 16. Etappe - 25. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Nach dem Ruhetag bin ich heute im Grupetto reingefahren. Mehr hätten meine Beine nicht unbedingt hergegeben. Das hätte sich nicht gelohnt, zu versuchen dranzubleiben. Dann ist man nachher allein unterwegs und das tut unnötig weh. Da fährt's sich im Grupetto doch wesentlich angenehmer. Wir sind so gefahren, dass es reicht um in der Zeit zu bleiben. Aber es war recht entspannt. Am Ende hatten wir einen Rückstand von über 40 Minuten. Auf dem Heimweg ist uns der Bus kaputt gegangen und wir mussten alle mit den Autos weiter ins Hotel fahren. Als wir auf die Autobahn kamen, konnte der Bus plötzlich nicht schneller als 20 Km/h fahren. So ging das dann zehn Kilometer lang, weil in Frankreich auf den Autobahnen nicht wie bei uns alle Nase lang eine Ausfahrt ist. Deswegen kamen wir natürlich auch erst sehr spät ins Hotel. Dort haben wir uns dann abgewechselt, einer war bei der Massage, der andere beim Essen, damit alles nicht mehr ganz so lang dauert. Das war für alle nicht toll, aber man kann so etwas eben nicht ändern. Hoffentlich ist der Bus morgen wieder fit. |
| Tour de France - 2. Ruhetag - 24. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Heute hatten wir erst mal einen ruhigen Morgen. Ich bin relativ früh aufgestanden, so gegen halb neun, weil ich einfach aufgewacht bin. Dann haben wir in Ruhe gegessen und gegen 11 Uhr gings los mit Training. Das Wetter war recht gut, nachdem es morgens ein bisschen geregnet hatte. Wir haben gut trainiert - 60 Kilometer in zwei Stunden. Nach dem Training gab's Mittagessen, und gerade schaue ich ein bisschen DVD - "King of Queens", wie schon letztes Jahr. Ich habe mir von Ralf eine DVD mit neuen Folgen ausgeliehen. Gleich noch Massage und dann Abendessen, und dann war's das auch schon mit dem Ruhetag. Meine Beine waren heute trotz der Anstrengung von gestern ganz gut. Mal sehen wie es morgen wird. Die Etappe wird auf jeden Fall noch einmal schwer, aber Paris ist ja schon in Sichtweite und das motiviert natürlich sehr. Auf den kommenden Etappen heißt es dann wieder alles für Erik. Wir wollen auf jeden Fall versuchen, Boonen das grüne Trikot abzusprinten. Heute Morgen habe ich Post von zu Hause bekommen. Meine Frau hat mir eine DVD mit Bildern und einem Film von unserer Tochter geschickt. Es war toll, auf dem Film zu sehen, wie die Kleine Grimassen schneidet. Richtig süß, ich habe mich tierisch gefreut. Gerade haben wir gehört, dass Alessandro Petacchi in Italien freigesprochen wurde. Das ist natürlich eine gute Nachricht für uns. Er ist ein netter Mensch und ich freue mich sehr für ihn. |
| Tour de France - 15. Etappe - 23. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Die Etappe lief richtig super für mich. Als ich in die erste Bergwertung unten rein gefahren bin, hatte ich zwar noch schwere Beine, aber je länger ich gefahren bin, desto besser wurden sie. Auf dem Berg war ich mit den Tour-Favoriten in einer Gruppe, und auf der Abfahrt haben wir die Spitzengruppe wieder eingeholt. Auf der nächsten Gegenwelle gingen wieder die Attacken los und da meine Beine noch ganz gut waren, dachte ich mir, ich probiers einfach mal. Plötzlich merkte ich, dass Kim Kirchen an meinem Hinterrad war, der ja ziemlich weit vorn in der Gesamtwertung ist. Die Gruppe, in die dann auch Winokurow kam, lief und wir sind vorne recht zügig weitergefahren. Dachte eigentlich, dass man uns nicht weglassen würde wegen Kirchen und Astarloza, aber unser Vorsprung wuchs kontinuierlich an. Über den zweiten und dritten Berg bin ich auch recht gut drüber gekommen und erst als am vierten Berg die Attacken richtig los gingen, habe ich angefangen, mein eigenes Tempo zu fahren. Da kam ich nicht mehr mit. Fünf Kilometer vor Schluss bin ich noch einmal mit mehr Tempo gefahren und bin am Ende mit 10 Minuten Abstand ins Ziel gekommen. Damit bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden. Und morgen ist ja zum Glück der Ruhetag. |
| Tour de France - 14. Etappe - 22. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Heute ging es ja direkt nach dem Start wieder einen Berg hoch. Zuerst waren meine Beine ein bisschen schwer, aber ich hatte keine Probleme, im Feld zu bleiben. Dann gingen 27 Mann vorne weg, darunter auch einige Favoriten. Aber Evans hatte verschlafen mitzugehen und seine Teamkollegen haben richtig von vorne Tempo gemacht, um die Gruppe zurückzuholen. Wahrscheinlich waren die Fahrer sich vorne auch nicht einig, denn sie waren relativ schnell eingeholt. Dann ging eine kleine Gruppe weg, in der wahrscheinlich keiner gefährlich war, denn hinten wurde es erst mal recht ruhig. Bis Rabobank und Saunier Duval Tempo gemacht haben, um die Gruppe nicht weiter weg zu lassen. Am letzten Berg hatte ich richtig gute Beine und dachte mir "du probierst es einfach, so lange es geht". Aber auf den letzten fünf, sechs Kilometern wurde es doch ziemlich steil und ich musste leider reißen lassen. Ich bin dann mit Fothen und Wegmann den nächsten Berg hoch, aber dann wollte Fothen unbedingt vor. Ich bin ein bisschen mit ihm gefahren, bis wir zur nächsten Gruppe aufgeschlossen hatten. Dort bin ich dann aber geblieben, um Körner zu sparen. Denn morgen wird es ja noch mal schwer, gleich nach dem Start kommt ein Berg der zweiten Kategorie, und auch der Rest des Tages ist ziemlich bergig. Also keine einfache Etappe. |
| Tour de France - 13. Etappe - Einzelzeitfahren - 21. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. War das heut bein Mistwetter. Hat richtig heftig geregnet - für ein Zeitfahren ist das immer noch blöder als sonst schon. Wollte heut schon 100% geben und mal schauen, wo ich lande. Aber leider bin ich auf den ersten Kilometern nicht so richtig in Tritt gekommen. Habe einfach nicht meinen Rhythmus finden können. Als ich an der ersten Zwischenzeit schon drei Minuten Rückstand hatte, habe ich echt Angst bekommen, dass ich aus der Zeit fliege. Da habe ich mal draufgedrückt und auf einmal lief es. Und als ich dann das Gerolsteiner-Auto vor mir gesehen habe, ging es sowieso. Wenig später habe ich Ronny Scholz eingeholt. Sowas motiviert immer sehr. Den Berg bin ich auch richtig gut hochgekommen. Es lief dann bis zum Ende gut. Aber mit meiner Zeit war ich dann am Ende natürlich nicht ganz zufrieden. Aber gut - beim Einzelzeitfahren muss einfach alles optimal laufen und man muss einen super Tag erwischen. Hab für die 54 Kilometer 1h 14' 06" gebraucht - also 7:32 Minuten mehr als der Sieger Vinokourov. |
| Tour de France - 12. Etappe - 20. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Am Ende war's heute natürlich etwas schade, dass Erik im Sprint nicht mehr an Tom Boonen vorbei gekommen ist, aber Boonen war einfach ein bisschen schneller. Aber der zweite Platz ist ja auch sehr gut, da kann man nicht meckern. Der Anfang war heute wieder mal sehr hektisch. Ralf war gleich in einer Gruppe und das sah auch zuerst sehr gut aus. Aber das Feld hinten wollte die Gruppe wohl nicht weglassen und hat das Loch schnell wieder zugefahren. Das Rennen lief richtig zügig, obwohl ein Mörder-Gegenwind war. Ich habe öfter versucht mit zu attackieren, aber keine Chance. Hinten im Feld ging es richtig schnell, so mit 45-50 km/h. Aber sobald man in einer kleinen Gruppe vorne im Wind stand, konnte man plötzlich nur noch 30 fahren. Deshalb hat es auch richtig lange gedauert bis die Zweiergruppe weg war. Ich habe es lange probiert, bis ich gemerkt habe, dass es nicht mehr geht. Da habe ich wohl mein Pulver für heute verschossen. Eine Zeit lang war das Rennen dann richtig ruhig, bis Liquigas angefangen hat, das Loch wieder zuzufahren. Über den Berg sind wir alle gut drüber gekommen und am Ende haben Sibi und ich Ete an Boonens Hinterrad gefahren. Das hat ja auch alles richtig gut geklappt, Ete ist auch noch ein Stück rangekommen und am Ende Zweiter geworden. Ganz am Anfang der Etappe ist Alberto Ongarato gestürzt und musste aufgeben. Von uns hat allerdings gar keiner gesehen, was passiert ist. Im Moment ist er noch im Krankenhaus, aber er hat wohl keine Knochenbrüche. Das wird schon wieder, hoffe ich. Es ist natürlich blöd, aber in den drei Wochen passiert einfach so viel und es ist der seltenste Fall, dass alle in einer Mannschaft durchkommen. Man sieht ja auch schon ganz viele mit Verbänden und so fahren. Morgen ist dann das erste lange Zeitfahren. Ich werde versuchen zügig durchzukommen, weil ich Zeitfahren ja gerne mag. Einfach mal probieren, wie's läuft, aber nicht 110 Prozent geben. Am Tag darauf geht es ja in die Pyrenäen. Ich werde den Tag einfach ruhig genießen. |
| Tour de France - 11. Etappe - 19. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Gleich von Anfang an wurde heute wieder attackiert. Einige Kilometer zu Beginn der Etappe war ich in einer 20 Mann großen Gruppe weg. Doch da waren leider ein paar Fahrer mit drin, die in der Gesamtwertung zu weit vorne liegen. So wurden wir also wieder eingeholt. Danach gingen noch weitere Attacken, bei denen einige von uns mitgegangen sind. Letztendlich konnten sich aber fünf Fahrer ohne einen von uns vom Feld lösen. Als ich weiter hinten im Feld fuhr um mich zu verpflegen, kam auf einmal die Meldung, dass das Feld in zwei Teil gerissen ist. Hatte ich gar nicht so direkt mitbekommen. Astana hatte vorne auf's Tempo gedrückt und irgendwo im Feld hat wohl einer reißen lassen. Auf der Windkante ist dann schnell ein großes Loch da. Da Erik bei uns hinten im Feld war, haben wir dann mit den Jungs von AG2R Tempo gemacht und haben versucht, das vordere Feld wieder einzuholen. Doch im ersten Feld waren leider zu viele daran interessiert, dass unsere Gruppe nicht wieder Anschluss findet. Zum einen Astana wegen Moreau und zum anderen die Sprinterteams von Boonen und Hunter. So konnten wir den Vorsprung nicht verringern und haben so 10 Kilometer vor dem Ziel das Vorhaben aufgegeben. Sibi war im ersten Feld. Enrico und Ralf haben ihn für den Massensprint in gute Position gefahren und er konnte sich das Hinterrad von Boonen schnappen. Eine super Ausgangsposition. Doch kurz vorm Ziel kam es zu einem Sturz und auch Sibi kam zu Fall, doch zum Glück hat er sich nicht viel getan. Doch die gute Chance auf eine vordere Platzierung war natürlich dahin. Das ärgert ihn schon sehr. Naja, kann man nicht ändern. Da Boonen auch in den Sturz verwickelt war, ist Ete nun aber immer noch gut platziert im Kampf um's grüne Trikot. Morgen kommt nun wieder eine leicht bergige Etappe. Mal sehen, wie meine Beine morgen so sind... |
| Tour de France - 10. Etappe - 18. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Was ein Ärger heute. Wir wollen alle eine saubere Tour. Und so doof das auch ist, der positive Dopingbefund zeigt doch, dass die Kontrollen funktionieren, dass das Kontrollsystem funktioniert. Und dafür werden wir jetzt bestraft mit dem Rückzug von ARD und ZDF. Entschuldigung, aber das verstehe ich nicht. Zudem verstehe ich aber auch nicht, wie Fahrer so ihre eigene Zukunft und die des gesamten Radsports in Gefahr bringen können. Zur Etappe heute: Es gab viel Gespringe. Wir haben mit vier Mann versucht, in die Gruppe zu kommen, weil eigentlich klar war, dass heute mal eine ankommt. Und mit Andrey hatten wir ja dann auch einen von uns in der Gruppe. Ich habe mich allerdings ziemlich geärgert, dass ich nicht dabei war. Aber gut, so konnte ich heute Kräfte sparen, ich werde es auf jeden Fall wieder versuchen. Ein paar Tage bleiben ja noch, denn die Beine sind eigentlich ganz gut. Wenn man von den Sturzverletzungen absieht, lief es schon beim Giro besser als im vergangenen Jahr. Und mit Platz 34 auf der Bergetappe habe ich ja gezeigt, dass die Form stimmt, das war mal ein super Tag - ich hoffe, daran kann ich auf einer kommenden Etappe noch mal anschließen. |
| Tour de France - 9. Etappe - 17. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Heute ging's direkt vom Start weg in den ersten Berg. Aber da wir uns den Berg ja gestern beim Training angeschaut hatten, wusste ich zumindest, was auf uns zukommt. Das Tempo im Feld war dann auch noch nicht ganz so hoch, so dass ich gut mit hochgekommen bin. Nach dem 15 Kilometer langen Anstieg ging's dann ewig bergab, bevor es dann in die letzten beiden Anstiege ging. Am Col du Telegraph wurde das Tempo allmählich höher und meine Beine waren heut nicht so frisch. Hab dann irgendwann reißen lassen. Sich weiter quälen, um noch ein bisschen länger vorne drin zu bleiben, hätte sich heute einfach nicht gelohnt. Denn nach diesem Anstieg ging es ja nur fünf Kilometer bergab und dann noch den Galibier hoch. Also hab ich lieber locker gemacht und bin einfach mein Tempo hochgefahren. Es hat sich dann eine größere Gruppe gefunden, mit der ich dann ins Ziel bin. Wir hatten einen Rückstand von 22 Minuten. Hinter uns kam noch eine weitere Gruppe ins Ziel. |
| Tour de France - 1. Ruhetag - 16. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Heute war ja der erste Ruhetag, und wir haben auch fast ausgeschlafen. Naja, bis jemand auf dem Nachbarbalkon lautstark telefoniert hat... Dann haben wir gemütlich gefrühstückt und sind trainieren gefahren. Wir sind den ersten Berg von morgen abgefahren, um uns mal anzuschauen, was da auf uns zukommt. Das war eigentlich ganz lustig. Es waren auch jede Menge Touris da, die hochgefahren sind oder mit Wohnwagen am Straßenrand standen, weil sie sich das Rennen morgen ansehen wollen. Es waren auch einige Deutsche dort, und alle Leute haben uns gegrüßt. Das hat Spaß gemacht. Ich bin mit Marcel in Ruhe am Ende hochgefahren, und später gemütlich wieder herunter gerollt. Danach haben wir uns in Ruhe in ein Café gesetzt und erst einmal Kaffee getrunken. Das muss schließlich auch mal sein. Als wir wieder los sind, hatte Marcel richtig Glück. Er hatte seinen Helm hängen lassen, und ein netter Mann ist ihm damit noch hinterher gegangen. Er hätte ihn ja auch mitnehmen können, aber es gibt zum Glück auch noch nette Leute. Am Nachmittag habe ich bei einem Live-Chat des ZDF mitgemacht. Ich saß mit einem Redakteur im Hotel-Restaurant und habe Fragen von Fans beantwortet. Das hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Die Leute kannten sich auch richtig gut mit Radsport und mit der Tour aus. Meistens waren es persönliche Fragen, wie es mir so geht, was die Beine machen, und so weiter. Einige haben sich aber auch nach Brett erkundigt, wie es ihm geht und ob sein Ausfall ein schwerer Verlust für die Mannschaft ist. Danach war dann Entspannung angesagt. Ich war erst bei der Massage und habe mich dann noch mal ein bisschen ins Bett gelegt. Jetzt gibt es noch Abendessen, und dann war's das auch schon wieder mit dem Ruhetag. Der morgige Tag wird erst einmal richtig schwer. Direkt nach dem Start geht es schon den steilen Berg hoch, das ist nicht so unsere Sache. Aber wenn wir da erstmal drüber sind, werden wir den Rest schon schaffen. Wir müssen einfach schauen, dass wir in der Karenzzeit ankommen. Und wer weiß, vielleicht läuft's ja noch mal so gut wie am Sonntag. |
| Tour de France - 8. Etappe - 15. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Heute hatte ich richtig gute Beine! Habe mich von Beginn im vorderen Drittel des Feldes aufgehalten, um möglichst gut über die Berge zu kommen. Sibi war ja die Attacke mitgegangen, konnte dann am ersten Berg aber leider doch nicht dranbleiben. Mit Ete zusammen war ich dann auch noch am letzten Berg in der vorderen Gruppe - also hinter den Ausreißern um Linus. Lief wirklich richtig gut heut bei mir. Konnte die Hälfte des Berges auch noch gut das Tempo mitgehen, aber dann hat Astana nochmal richtig auf's Tempo gedrückt - da musste ich dann leider doch reißen lassen. Bin dann zusammen mit Markus Fothen bis zum Gipfel. Das war ganz gut, denn der wollte schließlich nicht zu viel Zeit auf die vorderen verlieren und so sind wir dann doch noch ein ganz gutes Tempo da rauf gefahren. Am Ende hatte ich 9:40 Rückstand auf Linus - damit bin ich auf jeden Fall voll zufrieden! Und super Leistung von Linus - freut mich für ihn, dass er da so ein klasse Ding geliefert hat. Morgen dann der erste Ruhetag und danach gleich die nächste schwere Alpenetappe. Eigentlich nicht so toll nach so nem Ruhetag, aber wird schon gehen... |
| Tour de France - 7. Etappe - 14. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Heute war ja die erste Bergetappe, und es ging alles ein bisschen schnell. In den ersten Berg sind wir richtig schnell reingefahren, und ich hab mich sehr gut gefühlt, so dass ich in der ersten Gruppe mit drüber gefahren bin. Damit war ich unter den ersten 15 in der ersten Bergwertung. Es gab jede Menge Attacken vorne und ich habe natürlich versucht, mitzugehen. Aber dann habe ich gemerkt, dass es nicht richtig geht und auch keinen wirklichen Sinn macht. Außerdem war es da ja noch früh, es kam noch einiges, und deshalb wollte ich auch nicht zu viel machen. Nach einer Weile sind dann die ersten 15 weg, und wir haben hinten etwas langsamer gemacht. Trotzdem war das Rennen noch sehr schnell, weil einige Teams richtig Druck gemacht haben. Am letzten Berg habe ich versucht, so lang wie möglich mitzufahren. Auf der ersten Hälfte der 15 Kilometer ging das auch ganz gut, aber die zweite Hälfte wurde steiler, so dass ich etwas langsamer gemacht habe und mit ungefähr 10 Minuten Abstand angekommen bin. Das ist auf jeden Fall OK, und ich bin mit meiner Etappe an sich auch zufrieden. Nach dem Rennen erwartete uns dann das absolute Chaos. Das Ziel war in einer kleinen Alpenstadt, in der durch die ganzen Fahrzeuge ein richtiges Verkehrschaos ausgebrochen war. Letztendlich haben wir noch eine Stunde bis ins Hotel gebraucht. Einige von uns sind mit dem Rad gefahren, aber ich bin im Bus liegen geblieben. Sie haben aber genauso lange gebraucht, weil es am Ende noch einmal fünf Kilometer bergauf ging. Das war ganz schön stressig. Außerdem ist unser Hotel am weitesten vom Ziel entfernt, so dass wir auch am längsten gebraucht haben um dort anzukommen. Da sind wir heute schon mal früh im Ziel angekommen, und am Ende waren wir trotzdem erst wieder um sieben Uhr im Hotel. Das ist natürlich ein bisschen nervig. Aber was will man machen. |
| Tour de France - 6. Etappe - 13. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Habe heute wieder mal versucht, bei Attacken mitzugehen. Doch dann war schon bald Bradley Wiggins auf und davon und das Feld ließ ihn ziehen. Somit war das Rennen für heute gemacht. Die Etappe verlief dann auch recht ruhig. Ich musste heute nicht mit arbeiten. Unterwegs hat Boonen dann um die Punkte bei den Zwischensprints gespurtet. Erik ist daher beim 2. Zwischensprint auch mitgegangen, musste sich Boonen aber geschlagen geben. Boonen wollte natürlich unbedingt das grüne Trikot zurück. Enrico Poitschke und Grivko haben sich irgendwann vorne mit bei den anderen Fahrern der Sprinterteams eingereiht, um den riesigen Abstand auf Wiggins rechtzeitig wieder zu schließen. Das klappte dann auch. Wir haben dann Ete versucht, gut in Position zu bringen. Und so vier Kilometer vor dem Ziel war ich nochmal in der Führung, um das Tempo hochzuhalten. Aber wie auch schon in den letzten Tagen war die Sprintanfahrt wieder ziemlich chaotisch. Erik musste sehr um seine Position kämpfen. Am Ende belegte er einen klasse dritten Platz hinter dem Sieger Boonen. So hat er zwar heute das grüne Trikot wieder an Boonen zurückgeben müssen, ist aber weiterhin in Schlagdistanz. Und es kommen ja noch ein paar Etappen für Sprinter.. Morgen steht aber nun erstmal die erste Bergetappe an. Bin gespannt, wie meine Form in den Bergen ist. Heute hatte ich auch wieder Besuch aus der Heimat. Meine Eltern sind zum Ziel gekommen und werden sich auch die morgige Etappe anschauen. |
| Tour de France - 5. Etappe - 12. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Gleich zu Beginn der Etappe haben einige von uns versucht, mit in eine Gruppe zu springen. Nicht ich, aber Grabschi, Sibi und Grivko. Letztendlich ging eine recht kleine Gruppe weg, die auch schnell einen riesigen Vorsprung hatte. Zuerst wollte keiner wirklich hinterher fahren, bis sich die ersten Mannschaften gefunden hatten. Ab Kilometer 50 sind wir im Feld hinten aber richtig gerast, das ging heute den ganzen Tag wie auf der Achterbahn - immer hoch, runter, rechts, links. Teilweise waren es auch recht schlechte Straßen, aber wir hatten trotzdem die ganze Zeit richtig Zug drauf. Am Ende, 10 Kilometer vor dem Ziel, gab es nochmal eine Bergwertung über drei Kilometer, und wir haben versucht, Erik so weit wie möglich nach vorn zu bringen. Das hat er dann mehr oder weniger selbst hinbekommen. Ich war zwar kurz hinter ihm, musste dann aber leider reißen lassen, weil ich gestern natürlich ein paar Kräfte gelassen habe. An dem Berg waren die Beine nicht ganz frisch. Das war natürlich schade, weil Erik dann allein vorne war und keinen Helfer hatte. Aber Ete ist ja trotzdem Fünfter geworden und hat damit das grüne Trikot geholt. Das ist ja schon einmal ein schöner Erfolg, womit er, wie er selber gesagt hat, gar nicht gerechnet hatte. Wir freuen uns natürlich alle, dass er es geholt hat. Gefeiert wird das aber noch nicht, dafür ist es noch zu früh, denn es kommen ja noch viele harte Etappen. Aber für die Stimmung im Team ist das natürlich gut. Der einzige Wehrmutstropfen heute ist, dass Brett ausgestiegen ist. Ihm ging es schon auf der ersten Etappe in England nicht gut. Er hatte sich nachts übergeben müssen und ist während der Etappe auch immer hinten gefahren. Als ich gerade vom Flaschenholen kam, sind wir ein Stück zusammen gefahren, da sah er mich an und fragte, wie weit es denn noch bis ins Ziel ist. In diesem Moment sind ein paar Fahrer vor ihm gestürzt und er ist drüber gefallen. Seitdem hatte er Probleme mit dem Rücken. Sowas wird normalerweise von Tag zu Tag besser, aber bei ihm war es genau anders herum. Er hat sich von Tag zu Tag schlechter gefühlt und heute ging es einfach nicht mehr. Das ist natürlich schade, weil Brett ein wirklich netter Kerl ist und wir jetzt einen Mann weniger haben. Er wäre ein super wichtiger Mann fürs Anfahren im Finale auf den Flachetappen gewesen, was leider schon in den letzten Tagen nicht ging, weil er solche Schmerzen hatte. Das ist natürlich schade. Hoffen wir, dass es ihm bald besser geht. Morgen ist dann erstmal die letzte Chance für die Sprinter. |
| Tour de France - 4. Etappe - 11. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Für mich war es heute natürlich schade, dass die anderen mit ihren Kräften so hausgehalten haben und nicht von Anfang an Vollgas gefahren sind. Hinten das Feld hat auch ein bisschen mit uns gespielt und uns nicht sofort zugefahren. Man muss allerdings auch sagen, dass den ganzen Tag starker Gegenwind war. Das hat die Sache natürlich auch noch mal schwerer gemacht. Da ist es für das Feld immer einfacher, die Ausreißer zu kontrollieren. Ich habs dann am Ende noch einmal probiert, weil ich dachte, wenn ich alleine bin, bin ich schnell genug, um ins Ziel zu kommen. Aber es war einfach noch zu weit weg - leider. Ein paar Hoffnungen auf die rote Nummer hatte ich eigentlich schon, weil ich einfach sehr motiviert war und ja auch am Ende nochmal mehrmals attackiert habe. Aber im Endeffekt war es klar, dass sie ein anderer bekommt, wenn zwei Franzosen mit vorne sind. Aber ich bin auf jeden Fall zufrieden mit der heutigen Etappe. Die Chance war ja da, dass hinten im Feld etwas Uneinigkeit herrscht. Ich habe heute Morgen mitbekommen, dass CSC sich etwas darüber aufgeregt hat, dass sie viel Arbeit machen müssen. Mit ein bisschen Glück hätten sie vielleicht heute die Arbeit verweigert. Aber naja, meine Devise ist anch wie vor, wer nicht wagt der nicht gewinnt, und man muss es weiter probieren. Eine komische Sache ist, dass die französische Zeitung L'Equipe mich und Marcel in den letzten Tagen verwechselt hat. Sie haben darüber berichtet, dass Marcel mit der roten Nummer gefahren ist, aber mein Foto dabei abgedruckt. Doch eigentlich ist das nichts Neues für uns. Wir sind früher schon als Amateure zusammen gefahren und selbst da hat man uns schon verwechselt. Naja, beide groß, beide blond, in sofern kann das schon mal schnell passieren. Morgen wird es dann etwas bergiger und die Etappe dürfte auch etwas für Ete sein. Er kommt ja ganz gut über die Berge, und wenn es zum Sprint kommt, sind die meisten anderen Sprinter wahrscheinlich schon etwas angeschlagen. Wir werden also sehen, was passiert, und wie immer unser Bestes geben. |
| Tour de France - 3. Etappe - 10. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans. Heute ist also Sibi mit der roten Nummer gefahren, die ich im vergangenen Jahr ja schon einen Tag tragen durfte. Vor dem Start gab es am Bus sogar noch extra einen Fototermin mit Hennes Roth. Da musste ich Sibi, der ja bei dieser Tour auch mein Zimmernachbar ist, sein Trikot mit der roten Startnummer überziehen. Sportlich war es dafür heute erstmal ein ruhiger Tag. Um nicht zu sagen ein langweiliger Tag. Vorne die Gruppe ist recht langsam gefahren und entsprechend hat sich hinten auch keine Gruppe gefunden, die gefahren ist. Weil es halt gar nicht gefährlich war. Die sind so langsam gefahren, dass es eben dieser Bummelzug geworden ist. Der einzige Vorteil, man konnte sich in der Runde unterwes mal in Ruhe unterhalten. Eigentlich wäre ich ja heute auch gerne mal in die Ausreißergruppe gegangen. Wobei die ganze Etappe Gegenwind war und das schon schwer gewesen wäre. Aber heute die Gruppe ist wirklich extrem langsam gefahren und da hat man auch eigentlich keine Lust mehr. Das ist dann halt die Renntaktik. Keiner will das Loch zufahren, weil alle wissen, dass dann die nächsten Attacken gehen und so lässt man das dann halt mit sich machen. Am Ende sind sie dann ja sogar noch fast angekommen. Das muss frustrierend sein, wenn es so knapp vor dem Ziel wird. Aber so ist es halt. Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Man muss also weiter angreifen, sonst schafft man es nie bis ins Ziel. Mal sehen, ich will auf jeden Fall selber noch versuchen, ein oder zwei Mal in die richtige Gruppe zu kommen. Übermorgen wäre zum Beispiel eine schöne Etappe. |
| Tour de France - 2. Etappe - 9. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans, Als wir heute Morgen aus dem Fenster geschaut haben, sah es direkt nach Gewittern aus und es hat auch in der Ferne gedonnert. Das war natürlich nicht gerade der beste Einstieg in den Tag. Dann haben wir im französischen Fernsehen einen Report über das Tour-Village gesehen, wo es auch schon ziemlich geregnet hat. Aber wir sind dann doch im Trockenen gestartet, und es wurde noch ein richtig schöner Tag für mich und das Team. Die Etappe war so, dass Sibi recht schnell attackiert hat und ihm dann zwei Fahrer gefolgt sind. Das war für uns hinten richtig gut, wir brauchten nichts machen. Die Gruppe vorne wurde von den anderen Sprinter-Mannschaften kontrolliert. Für uns also eine recht angenehme Etappe. Schade, dass die Gruppe dann doch noch eingeholt wurde, von dem Trio vorne wäre Sibi heute eindeutig der Stärkste gewesen. Aber es hat halt nicht sollen sein - so wie bei mir vor einem Jahr. Aber cool, dass er dafür noch die rote Nummer für den aktivsten Fahrer bekommen hat und auf dem Podium stand. An das Gefühl kann ich mich noch gut erinnern, im vergangenen Jahr durfte ich ja auch einmal hoch aufs Podium. Im Finale haben wir immer versucht, Ete vorne zu halten. Kurz vor dem Ziel gab es dann noch einen Massensturz, in dem der Großteil von uns behindert wurde. Ete ist zum Glück durchgekommen und am Ende Siebter geworden, der Rest von uns wurde zwar aufgehalten, aber wirklich etwas abbekommen hat keiner von uns. Nach der Zielankunft gings ins Hotel, zur Massage, und dann gabs noch eine schöne Überraschung. Meine Frau Nathalie ist mit meiner Tochter Fenja nach Gent gekommen, ohne mir vorher etwas zu verraten. Darüber freue ich mich natürlich ganz besonders. Jetzt werde ich also erst einmal den Abend mit den beiden genießen, bevor es morgen wieder weitergeht. |
| Tour de France - 1. Etappe - 8. Juli 2007 |
Hallo liebe Fans, Die heutige Etappe mit dem Start auf der Towerbridge hat absolut eindrucksvoll begonnen. Dann ging es raus aus London, an den ganzen Sehenswürdigkeiten vorbei. Das war einfach der Hammer. Die Etappe ist für mich eigentlich gut gelaufen. Mit Andrey Grivko war einer unserer Fahrer in der Spitzengruppe dabei. Entsprechend hatten wir natürlich weniger zu tun. Wir mussten nicht arbeiten, um die Gruppe wieder einzuholen oder sonst viel machen. Im Finale war dann alles ziemlich chaotisch, die Straße war sehr eng und es ging 20 Kilometer lang bergab. Ich selbst konnte leider nicht richtig viel helfen, die Straße war so voll, dass ich einfach nicht richtig nach vorn durchkam. Somit konnte ich auch nicht in den Sprint eingreifen. Ich selber bin dann aber gut ins Ziel gekommen. Während der Etappe musste ich zweimal stehen bleiben, weil ich durch Stürze behindert wurde. Ich selbst war aber zum Glück nicht involviert und mir ist nichts passiert. Morgen kann es also gut weitergehen. |
| Tour de France - Prolog - 7. Juli 2007 |
| Super Atmosphäre, grandiose Kulisse beim Prolog in London
Der Prolog mit der riesigen Zuschauermenge war ein tolles Erlebnis. Ab
14 Uhr war die Strecke gesperrt und wir konnten uns warmfahren. Am
Straßenrand standen unglaublich viele Leute, die Atmosphäre war super,
die Kulisse mit all den berühmten Gebäuden in London City war grandios,
es war einfach ein toller Platz für den Start der Tour. Ich persönlich bin nicht ganz zufrieden mit meinem Rennen, ich hatte irgendwie kein Gefühl für mein Rad heute. Die Zeit um die 9:50 Minuten war zwar ganz ok, aber ich konnte mich nicht richtig in den Lenker hinein ziehen und keine richtige Körperspannung aufbauen. Insofern bin ich nicht ganz zufrieden. Ich hatte mir vorgenommen, vielleicht 20 Sekunden schneller zu fahren. Das ist ja jetzt meine zweite Tour de France. Im Vorfeld war natürlich eine gewisse Aufregung auf jeden Fall da, wie vor jedem Rennen. Aber ich kann nicht sagen, dass ich super nervös war. Etwas komisch war die Situation mit den Anschlägen, die vor ein paar Tagen in London noch knapp vereitelt wurden. Aber darüber darf man einfach nicht nachdenken, sonst dürfte man ja gar nicht mehr vor die Tür gehen. In dem Fall muss man da einfach cool drüberstehen. Das könnte genauso gut zu Hause, wenn ich in Köln shoppen gehe, passieren. Heute ist außerdem ja noch der zweite Jahrestag von den großen Anschlägen in London, aber auch darüber darf man sich einfach keine zu großen Gedanken machen. Für die morgige Etappe bin ich auf jeden Fall motiviert. Heute war sozusagen das Vorgeplänkel, morgen geht es richtig los. Wir sind ja eher nicht die große Zeitfahrmannschaft, aber solche Etappen wie die morgige liegen uns, da werden wir hoch motiviert an den Start gehen. Heute ist meine Tochter mit meiner Frau aus dem Krankenhaus gekommen. Den beiden geht es gut, ich denke sie haben eben auch die Übertragung geschaut. Und ich hoffe natürlich, dass es den beiden weiter so gut geht, und dass die Kleine den Papa auch noch das eine oder andere Mal im Fernsehen sehen wird. |
| Giro d'Italia - 21. Etappe - 3. Juni 2007 |
Hallo liebe Fans, heute war ein ganz angenehmer Tag. Ich habe zwar nachts ziemlich schlecht geschlafen, nur vier oder fünf Stunden, weil ich Husten hatte. Ich wollte die Rundfahrt heute aber auf jeden Fall zu Ende fahren, und während des Rennens gings dann auch ganz gut. Am Anfang ging alles ziemlich locker los, die Trikotträger haben Sekt getrunken und wir haben nur hier und da einen oder zwei fahren lassen, die an der Strecke wohnten. Die Fahrer sind dann nach vorn, haben bei ihren Leuten angehalten, und ab und zu sind dann auch einige von uns stehen geblieben. Dort hätten wir auch Sekt oder etwas zu essen bekommen können, das war schon eine lustige Sache. Das Rennen hat dann so richtig erst auf den Schlussrunden begonnen. Das Wetter war gut, die Straßen trocken, und es standen unglaublich viele Leute an der Strecke. Das hat super Spaß gemacht. Zuerst hat Liquigas kontrolliert und es ist noch ein Fahrer - mal wieder von Tinkoff - weggefahren. Dreieinhalb Kilometer vor dem Ziel bin ich dann nach vorne und habe bis zu Kilometer zwei angefahren, dann haben die anderen übernommen und Alessandro hat sich seinen fünften Etappensieg geholt. Echt klasse! Insgesamt war der Giro eine super Rundfahrt. Mannschaftlich lief es top, wir hatten viel Spaß, waren erfolgreich und Alessandro hat sich zudem noch das violette Trikot des Punktbesten gesichert. Wir hatten zwar einiges zu tun, dadurch dass wir den besten Sprinter im Team hatten, aber die Arbeit lief gut und ich fühle mich nicht übermäßig kaputt. Für mich selber hätte ich mir vielleicht noch ein bisschen mehr erhofft, ein paar Ausreißergruppen zum Beispiel, aber dem standen die Knieprobleme vom Sturz und die Erkältung im Weg. Ich bin also froh, dass ich angekommen bin. So habe ich alle Kraft in die Mannschaftsarbeit gesteckt. Jetzt stehen wir noch im Zielbereich am Bus. Ich habe gerade schon geduscht und wir warten noch auf Alessandro. Er holt sich noch sein Trikot ab, dann geht es zur Dopingkontrolle und später im Hotel gibt es eine kleine Abschiedsfeier. Morgen geht es dann nach Hause, und dort werde ich es nächste Woche erst einmal etwas ruhiger angehen lassen. Danach hoffe ich, dass mit der Tour de France bald schon mein nächstes großes Rennen ansteht. Noch steht die Mannschaft ja nicht ganz fest, aber ich bin guter Dinge und würde mich freuen, wenn ich in diesem Jahr wieder beide großen Rundfahrten fahren könnte. Ein letztes Mal viele Grüße aus Italia - heute aus Mailand - und bis bald dann wieder, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 20. Etappe - Zeitfahren - 2. Juni 2007 |
Hallo liebe Fans, für das Zeitfahren heute war ich schon recht motiviert. Ich wollte eine gute Zeit fahren, war deswegen schon früh am Bus und habe mich gut warmgefahren. Aber eine Viertelstunde vor meinem Start fängt es natürlich wieder tierisch an zu regnen. Auf den Kopfsteinpflaster-Passagen in Bardolino stand das Wasser richtig auf der Straße. Deswegen bin ich auch Unterlenker gefahren, habe erst einmal vorsichtig gemacht und so auch etwas Zeit verloren. Nach dem ersten Berg habe ich aber einen guten Rhythmus gefunden und bin gut ins Ziel gekommen. Ich war ungefähr 4 Minuten langsamer als der Sieger, das ist ok. Eigentlich hatte ich mir als Ziel gesetzt, unter den ersten 30 anzukommen, aber bei dem Regen habe ich lieber zwischendurch in den Kurven etwas rausgenommen und bin nicht volles Risiko gefahren. Auf jeden Fall bin ich zufrieden, nach drei Wochen noch eine halbwegs gute Zeit gefahren zu sein und dass ich die Rundfahrt morgen in Mailand zu Ende fahren werde. Jetzt freue ich mich natürlich schon riesig auf zu Hause und auf meine Frau. Am Montagmorgen geht mein Flieger. Am Sonntagabend setzen wir uns aber erst noch einmal in einer netten Runde alle zusammen und stoßen nochmal an auf die erfolgreiche Rundfahrt. Aber morgen erstmal noch die letzte Etappe nach Mailand. Also dann noch ein vorerst letztes Mal bis morgen, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 19. Etappe - 1. Juni 2007 |
Hallo liebe Fans, heute war ein richtig übler Regentag. Auf dem Weg zum Start sah es noch aus, als würde es besser werden, aber als wir im Bus saßen und uns umzogen, hat es angefangen und den ganzen Tag durchgeregnet. Das Rennen heute war relativ schnell, jeder wollte in eine Gruppe und es gab viel Gespringe. Ich habe es auch ab und zu probiert, aber nicht wirklich erfolgreich. An der ersten Bergwertung griffen die Bergfahrer an und wir hatten keine Chance mehr. Wir haben uns dann dem Grupetto angeschlossen und sind 23 Minuten nach dem Gewinner ins Ziel gekommen. Ich bin also froh, dass der Tag vorbei ist. Morgen gibt es noch ein Zeitfahren über 40 Kilometer, aber da wird bei uns nicht mehr allzu viel passieren, bei uns ist ja kein großer Zeitfahrer im Team. Wir sind alle schon auf die Schlussetappe nach Mailand eingestellt. Das ist das große Ziel, worauf man drei Wochen lang hinarbeitet: Die Rundfahrt zu Ende fahren und im Zielort anzukommen. Die letzte Etappe ist eigentlich auch kein richtiges Rennen mehr, eher ein Schaulaufen. Ich kenne das ja schon von letztem Jahr. Es geht langsam los und das Feld fährt meistens geschlossen bis zur Zielrunde, da beginnt das eigentliche Rennen erst. Wenn es regnen sollte, kann es dort aber noch einmal ganz schön gefährlich sein. Es gibt dort auch einige Kopfsteinpflaster-Passagen, und da könnte es noch einmal solche Stürze geben, wie ich sie schon zweimal hatte. Und das muss ja nicht unbedingt sein. Hoffen wir also, dass das Wetter gut wird. Bis morgen, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 18. Etappe - 31. Mai 2007 |
Hallo liebe Fans, das war ein super Tag heute. Das Rennen ging schnell vorbei heute, ich bin die meiste Zeit von vorne gefahren, und am Ende hat Alessandro gewonnen. Was will man mehr?! Die Ansage heute lautete wieder: „alles für Petacchi“, das ist ja logisch. Es war zwar ein bisschen schwierig, da wir nur noch zu sechst sind, aber wir haben ja alles gut umgesetzt. Wir sind von Anfang an alle mit vorne gefahren und haben versucht zu schauen, dass keine große Gruppe weggeht, die für die Gesamtwertung im Punktetrikot gefährlich werden könnte. Zwei, dreimal ging dann zwar eine Gruppe weg, aber Mü und ich haben das Loch zugefahren und alles gut zusammengehalten. Letztendlich sind nur sieben Fahrer raus, damit konnten wir relativ zufrieden sein. Martin, Cortinovis und ich waren eingeteilt, die Gruppe einzuholen. Dabei bekamen wir Hilfe von Liquigas, die die Gesamtführung von Di Luca verteidigen wollten, von Credit Agricole, die auch zwei gute Sprinter im Team haben, und von Saunier Duval, die die Mannschaftswertung anführen. Wir waren also immer zwischen fünf und sieben Mann, die hinterher gefahren sind. Die Gruppe vorn haben wir auf einem Abstand von zwei bis drei Minuten gehalten - das ist ein Abstand, den man gut kontrollieren kann. Wir haben ein bisschen zu spielen versucht, sie immer etwas davon fahren lassen und dann wieder aufgeholt. Aber wer weiß, vielleicht haben die auch mit uns gespielt. Kurz vor dem Ziel war der Abstand bei 2:30 Minuten, so dass wir die letzten 50 Kilometer auf Anschlag gefahren sind. Im Prinzip hatten wir die Gruppe also unter Kontrolle und ich bin bis fünf Kilometer vor dem Ziel vorne gefahren. Dann war auch die Gruppe eingeholt. Im Finale habe ich es dann aber nicht mehr probiert, denn wenn man 200 Kilometer voll fährt sind die Beine einfach schwer. Aber die anderen beiden waren ja noch da, und Petacchi hat gewonnen. Kurz vor dem Ziel gab es noch einen Sturz von zwei Fahrern, aber wir sind zum Glück drumherum gekommen. Als ich über die Ziellinie gefahren bin, habe ich gejubelt, denn ich hatte schon die Durchsagen gehört, dass Alessandro gewonnen hat. Es ist schön, seinen Teil dazu beigetragen zu haben. Während des Rennens haben wir außerdem über Funk erfahren, dass Erik in Bayern Erster wurde. Es war also ein rundherum schöner Tag. Jetzt haben wir noch 50 Kilometer Transfer vor uns, aber hier im Bus ist es ja gemütlich. Heute Abend werden wir beim Abendessen mit einem Glas Sekt auf den Sieg anstoßen. Das ist schon Tradition, und ich denke, wir werden sie auch heute beibehalten. Bis morgen, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 17. Etappe - 30. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, heute geht es mir wieder ganz gut. Ich hatte zwar am Anfang noch etwas Probleme mit dem Atmen wegen der Erkältung. Meine Nase war verstopft und ich habe kaum Luft bekommen. Aber das ging auch bald wieder. Zuerst ging es leicht berghoch, dann bei der ersten Bergwertung wurde es etwas steiler. Aber das war ok, ich bin gut drüber gekommen. Kurz nach der Bergwertung ist mir die Speiche im Hinterrad gerissen, was nicht gut gewesen wär für die Abfahrt. Deshalb bin ich zum Teamfahrzeug, um das zu wechseln. Das hat zwar etwas gedauert, aber gegen Ende der Abfahrt habe ich es wieder ins Hauptfeld geschafft. Es ist dann eine Gruppe weggefahren, aber ich habe heute gar nicht probiert mitzuspringen. Ich wollte mich regenerieren und einfach nur mitfahren, denn die Etappe morgen wird wieder wichtig. So bin ich auch in die letzten beiden Berge gegangen. Der letzte Berg hatte eine Durchschnittssteigung von zwölf Prozent, an einem Stück sogar 22 Prozent. Da haben wir das kleinste gekettet, was ging - vorne 34, hinten 28. Das ist eigentlich keine Profiübersetzung, aber es war notwendig. Es gab sogar Fahrer, die mit Dreifachkurbeln wie beim Mountainbike fuhren. So mussten wir zwar auch noch ordentlich reintreten, aber es ging ganz gut. Ich habe mir heute keinen großen Stress wegen meines Tempos gemacht und bin 16 Minuten nach dem Sieger im Ziel angekommen. Aber in dem Fall ist es auch egal, ob man 63., 70. oder 80. in der Gesamtwertung ist. Es ist schön, dass wir den Tag heute geschafft haben, denn er war richtig schwer. Jetzt sitze ich im Bus und es sind noch ungefähr 90 Kilometer Transfer zum Hotel. Ich habe gerade geduscht, der Boiler geht zum Glück wieder. Die Etappe morgen wird sehr wichtig für uns. Es ist eine Flachetappe und wir sind das einzige Sprinterteam. Es wird also nicht einfach werden, das Feld zusammen zu halten. Bis morgen dann wieder, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 16. Etappe - 29. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, das war gar kein guter Tag heute. Die Schneefallgrenze lag bei unter 1.700 Metern und wir mussten bis auf einen 2.000er hoch. Direkt am Start war es noch halbwegs trocken, aber nach ein paar Metern fing es schon an zu regnen. Dann ging es direkt den Berg hoch und wir haben relativ ruhig hochgemacht. Die Fahrt stand zuerst sogar auf der Kippe. Die Rennfahrer hatten wegen des schlechten Wetters den Vorschlag gemacht, dass wir erst einmal im Ort starten, uns danach aber im Bus oder im Auto über den Berg fahren lassen. Starten wollten wir auf jeden Fall, denn es ist ja auch wichtig für den Ort hier, der viel Geld bezahlt hat, um Etappenort zu werden. Der Plan hat sich aber zerschlagen, und wir sind den Berg ruhig hochgefahren. Beim Hochfahren war es schon richtig kalt, und auf der Abfahrt noch umso kälter. Es gab keinen Fahrer, der nicht gezittert hat. Wir haben sogar in einem Tunnel angehalten, um uns dort etwas aufzuwärmen und uns bei den Autos mehr anzuziehen. Hier kamen dann auch noch mal Diskussionen mit der Rennleitung auf, wieso wir bei so einem Wetter fahren. Ab der Verpflegungskontrolle, etwa auf halber Strecke, wurde es zwar trockener, mir war aber trotzdem noch kalt. Dann sind wir in die Berge rein, wo das Rennen richtig losging. Hier war mir plötzlich zu warm, weil ich zu viel angehabt habe. Da bin ich erstmal hinterher gefahren. Gegen Ende bin ich aber noch mal vor ins Feld gefahren und auch dort im Ziel angekommen. Ja, so hört sich ein schlechter Tag an. Seit der letzten Regenetappe habe ich außerdem einen richtigen Schnupfen. Das kommt wohl daher, dass es erst richtig heiß war, und dann plötzlich so kalt und regnerisch. Da ist eine solche Etappe natürlich nicht gerade gut. Ich hoffe also, morgen wird nicht wieder so ein Tag. Richtig schwer wird die Etappe aber auf jeden Fall. Die Durchschnittssteigung beträgt zwölf Prozent, die Maximalsteigung 22 Prozent. Man munkelt, dass man dort gar nicht hochkommt, wenn es nass ist. Lassen wir uns also mal überraschen. Jetzt sind wir gerade im Hotel angekommen. Das liegt richtig hoch in den Bergen, ungefähr 40 Kilometer von Lienz entfernt. Zu allem Überfluss ist heute auch noch der Boiler im Bus ausgefallen, so dass wir gar nicht duschen konnten. Das muss ich jetzt gleich machen. Im Moment liegt allerdings noch Mü in der Badewanne. Ich habe ihm heute den Vortritt gelassen. Dafür habe ich das größere Bett bekommen. Bis morgen also, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 2. Ruhetag - 28. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, heute Nachmittag haben wir erfahren, dass Fabio Sabatinis Schmerzen von einem Knochenbruch stammen. Er hat sich bei seinem Sturz auf der vierten Etappe wohl den linken Oberschenkel angebrochen – es ist schon Wahnsinn, wie lange er sich damit noch durchgekämpft und rum gequält hat. Alle Achtung! Ich habe mir von der gestrigen Etappe eine kleine Erkältung eingefangen. Erst hatte ich Halsschmerzen, jetzt ist auch die Nase zu. Hoffentlich konnte ich den Ruhetag heute gut zum regenerieren nutzen und es ist morgen wieder besser. Hier hat es heute den ganzen Tag nur geregnet. Deshalb sind wir auch nur eine Stunde auf der Rolle gefahren. Wir haben aber auch andere Teams gesehen, die bei dem Wetter draußen gefahren sind… Aber das muss ja nicht sein - vor allem, wenn man wie ich eh schon leicht erkältet ist. Mit dem Auto waren wir dann nochmal kurz im Supermarkt und das war’s auch schon an Aktivitäten heute. Ich habe mittags ein kleines Schläfchen gemacht, während Martin ferngesehen hat. Dann gab’s noch ein bisschen Stretching und Massage und jetzt geht’s gleich zum Abendessen. Das war es eigentlich schon, was es von diesem verregneten Ruhetag zu berichten gibt. Morgen wird’s hoffentlich wieder ein bisschen mehr. Und hoffentlich auch besseres Wetter... Bis morgen also, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 15. Etappe - 27. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, wir sitzen jetzt schon eine Weile im Auto und die Kälte steckt immer noch in den Knochen. Heute war sehr schlechtes Wetter, regnerisch und kalt. Das hat nicht viel Spaß gemacht. Vor allem die Kälte war ziemlich ekelig… Und dann diese Strecke, das war echt brutal. Am Anfang war es noch flach, aber dann ging das Gespringe ja schon los. Ich habe mich weit vorn eingereiht und mir alles angeguckt. Als ich den richtigen Moment sah, habe ich mit attackiert. Ich war dann mit in dieser 22-Mann-Gruppe. Ungefähr sieben Minuten hatten wir an Vorsprung, aber mir und vielen anderen war klar, dass wir so nicht ins Ziel kommen werden. Für mich sind solche Etappen ja ohnehin nichts, da bin ich einfach nicht der Typ für. Aber wenigstens über die ersten Berge so weit wie möglich vorne drüberkommen, dachte ich mir. Am Pellegrino kam dann plötzlich die Gruppe mit Ricco und Piepoli relativ schnell von hinten an. In den nächsten Berg sind die richtig schnell rein gefahren, auf der Abfahrt haben die auch durchgezogen, dann war's irgendwann vorbei für mich. Ich bin mein Tempo weitergefahren und habe auch in der Abfahrt nicht zu viel riskiert. Wenn man angeschlagen ist, kann da schnell was passieren. Wir haben uns schließlich in einer kleinen Gruppe gefunden und kamen mit 24 Minuten Rückstand ins Ziel. Am letzten Berg ist die Gruppe aber noch einmal auseinander gefallen. Das war aber auch ein fieser Anstieg. Der letzte Kilometer war die Hölle, der zog sich immer länger. Von unten konnte man das Ziel schon sehen, aber es kam einfach nicht näher. Ich war richtig froh, als ich es endlich geschafft hatte! Oben angekommen, ging's direkt wieder runter - Regenjacke an und ab zum Bus. Angenehm war das nicht, wenn man berghoch schon friert, ist es bergab nicht besser.. So haben wir uns bergab durch die abwandernden Zuschauer gequält. Aber da mussten die anderen ja auch durch. An unserem Hotel, wo wir heute und morgen sind, sind wir heute übrigens schon vorbei gefahren. Das liegt an der Abfahrt vom Pellegrino. Das wird bestimmt "lustig" morgen am Ruhetag, so oder so müssen wir richtig berghoch fahren beim Training. Mal sehen, vielleicht fahren wir auch einfach runter in den Ort. Dort ist es flach und wir fahren dort einfach ein Kriterium in der Fußgängerzone. Jetzt bin ich aber erstmal froh, dass wir einen Tag Ruhe habe. Das war auch der Grund, weshalb ich es heute mal versucht habe. Ich wusste ja, dass ich morgen regenerieren kann. Und ich wollte mich ja auch mal zeigen beim Giro. Außerdem kommen eigentlich nur noch schwere Etappen... doch morgen erstmal der Ruhetag, dann sehen wir weiter! Bis morgen, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 14. Etappe - 26. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, ich habe jetzt wieder jede Menge Zeit für das Tagebuch. Wir stehen mit unserem Bus nämlich im täglichen normalen Verkehrschaos nach einer Giro-Etappe. Jetzt sind wir schon über 20 Minuten unterwegs und haben noch nicht einmal fünf Kilometer geschafft. Und 110 Kilometer haben wir wieder bis zum Hotel. Es wird also wieder 21 Uhr mit dem Abendessen. Heute sind wir in der Nähe von Como gestartet. Die ganze Nacht hat es gewittert und geregnet. Auch heute morgen hat es noch ein wenig geregnet - die Straßen waren so nass, dass das Hinterrad zweimal durchgedreht hat. Das erste Stück sind wir am See lang gefahren. Es war ganz schön windig, ich würde sogar sagen, dass es richtig stürmisch war. Es war auch irgendwie ein komisches Wetter, das dazu verleitete, sich vielleicht zu warm anzuziehen. Den Fehler habe ich aber zum Glück nicht gemacht, weil ich mir dachte, dass es gleich am Anfang richtig heiß werden könnte - in jeder Beziehung. Ich habe also nur die Weste angezogen und auch gleich hinten ins Trikot gesteckt, es war nämlich ziemlich schwül. Als ich Thomas Fothen vorm Start warm eingepackt mit einer Regenjacke gesehen habe, bin ich zu ihm hin und habe gesagt: „Zieh die am besten gleich wieder aus. Es wird gleich heiß.“ Er hat mich erst etwas ungläubig angeschaut, hat aber auf meinen Rat gehört - war mir hinterher sicher dankbar... Denn es ging wirklich gleich richtig los. Die ersten 85 Kilometer gingen immer wieder Attacken. Am ersten langen Anstieg hat sich dann bald schon die große Spitzengruppe gebildet. Ich bin in der Gruppe mit Danilo Di Luca geblieben. Zwei Kilometer vor der Kuppe musste ich aber abreißen lassen. In der Abfahrt konnte ich jedoch wieder aufschließen. In den zweiten Berg sind die dann richtig schnell rein gefahren, da war ich ziemlich schnell weg. Ich bin dann mein Tempo hochgefahren und habe mir eine Gruppe gesucht. Die letzten 30 Kilometer sind wir dann noch schön bis ins Ziel gekreiselt. Jetzt bin ich aber auch froh, dass ich im Bus ein bisschen die Beine hochlegen kann. Ich hatte zwar die Wahl, mit dem Renndienstwagen ins Hotel zu fahren, aber im Bus ist es doch bequemer. Auch wenn’s länger dauert. So, morgen wird’s nochmal richtig schwer, dann kommt der Ruhetag. Also bis morgen wieder, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 13. Etappe - 25. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, heute sind wir schon recht früh zum Start gefahren. Wir haben dann noch ein bisschen im Bus gesessen und noch was gegessen. Dabei haben wir auch schon vorsichtshalber die Karenzzeit ausgerechnet, man weiß ja nie… Für mich war das Zeitfahren ok. Ich habe mich eine Stunde lange auf der Rolle ordentlich warm gefahren mit zwei EB’s. Im Rennen lief es auch ganz gut, obwohl der Berg schwer einzuschätzen war. Auf jeden Fall war er sehr schwer. Ich bin nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam gefahren. Zum Schluss habe ich noch einen Euskatel-Fahrer eingeholt, der zwei Minuten vor mir gestartet war – das ist immer ein gutes Zeichen, da weiß man, dass man nicht Letzter ist. Die letzte Nacht allerdings war schlimm. Es war sehr heiß auf dem Zimmer und die Klimaanlage funktionierte nicht richtig – entweder auf Vollgas, dann wars zu kalt, oder ganz aus. Fenster aufmachen ging auch nicht, weil wir direkt an der Hauptstraße waren. So haben wir uns heute morgen gefühlt, als hätten wir auf der Autobahn geschlafen und wären von einem Brummi überrollt wurden. Jetzt freuen wir uns aber langsam auch auf den nächsten Ruhetag. Endlich mal die Beine hochlegen im Hotel. Dazu hatten wir eigentlich kaum Zeit. Ständig dieses rumreisen, immer diese langen Transfers – da bleibt nur wenig Zeit, mal wirklich auszuspannen. Wir machen nichts anderes mehr als Rad fahren, essen, Massage und schlafen. Heute haben wir beispielsweise wieder einen Transfer über 120 Kilometer. Da bleibt wieder nicht viel Zeit. Am Montag können wir uns dann hoffentlich mal richtig ausruhen. Bis morgen, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 12. Etappe - 24. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, vom Thema des Tages hat man hier in Italien gar nichts mitbekommen. Wenn die Jungs von Gerolsteiner die Pressekonferenz nicht im Fernsehen gesehen hätten, hätte man hier im Rennen erstmal gar nichts erfahren. So viele deutsche Fahrer sind ja nicht hier. Tja, was soll ich dazu sagen. Damals als das mit Ete war, war ich 15, 16 und habe die Rennen im Fernsehen gesehen. Ja, irgendwie ist man schon enttäuscht, aber so wie ich Erik kennengelernt habe, glaube ich ihm. Wichtig ist, dass das jetzt alles aufgeklärt wird. Zur Pressekonferenz kann ich nichts sagen, die habe ich ja nicht sehen können, aber ich fahre jetzt im zweiten Jahr mit Erik und ich nehme ihm ab, dass er jetzt sauber fährt. Sportlich war es für uns heute eher ruhig. Wenn ich richtig gefahren wäre, hätte ich heute vielleicht mit zehn Minuten Rückstand auf Platz 60 fahren können, aber was hätte das gebracht? Also bin ich mit der ganzen Mannschaft zusammen im Grupetto gefahren. Es ging ja heute darum, sich etwas zu erholen. Dafür hatte ich extra ein Kompaktlager mit 36 Zähnen montieren lassen. So konnte ich die Berge relativ gut hochpedalieren. Morgen werde ich es ähnlich versuchen. Ein bisschen warmfahren und dann insgesamt im Erholungstempo hoch. Aber nicht zu langsam, ich habe nämlich keine Lust, aus der Karenzzeit zu fallen... Bis morgen, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 11. Etappe - 23. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, heute habe ich mal was Neues ausprobiert: Ich bin auf dem Hintern ins Ziel gerutscht und das Fahrrad irgendwo hinter mir her. Hoffentlich komme ich in die Wertung, man muss ja gemeinsam mit dem Rad ins Ziel kommen... Na ja, zum Glück ist nichts passiert. Der Rücken tut etwas weh, aber die eine der beiden Schürfwunden ist genau über der, die ich sowieso schon hatte. Und das Knie, auf das ich auch noch gefallen bin, tut im Moment nicht mehr weh als vorher. Im Finale war ich bis vier Kilometer vor dem Ziel im Wind, um unsere Staffel noch so lange wie möglich rauszuhalten. Dann bin ich rausgegangen und habe mich etwa an Position 20 wieder eingereiht, weil ich gedacht habe, ich könnte vielleicht nochmals nach vorne fahren, um nochmal zu helfen. Aber keine Chance - und es hat ja auch so für Alessandro perfekt geklappt. Dahinter sind dann nur einige auf der Farbe von den Werbeaufschriften auf der Straße ausgerutscht. Ich habe noch versucht, fluffig zu bremsen, aber dann bin ich auch voll auf den Hintern geknallt und ins Ziel gerutscht. Das erste, was ich gedacht habe, als ich langsamer wurde, war nur: schnell wieder aufstehen. Ich habe mich erstmal an den Zaun gerettet und geschaut, was noch von hinten kommt - aber zum Glück konnten die anderen weiter hinten noch rechtzeitig bremsen, sonst wären sie noch voll in uns reingerauscht. Also Glück im Unglück. Von diesem Sturz geht die Welt nicht unter und immerhin haben wir ja auch noch gewonnen. Ansonsten war der Tag heute ruhig. Man merkt jetzt doch schon, dass einige Fahrer mittlerweile ziemlich kaputt sind. Entsprechend locker sind wir losgerollt. An der ersten Prämie sind dann vier weg, das wäre die ideale Gruppe gewesen. Aber nacheinander haben drei von denen angehalten, um erstmal Pinkelpause zu machen. Von denen wollte keiner fahren... Also war Mickael Buffaz auf einmal alleine vorne. Er hat dann aber recht schnell gemerkt, dass es nichts bringt, wenn er Vollgas fährt - dann wären wir halt auch Vollgas gefahren. So hatte er hoffentlich einen schönen Tag vorne und wir hinten auch. Sozusagen ein kleiner Ruhetag, bevor ab morgen einige schwere Bergetappen kommen. Es war eh auch wieder tierisch heiß. Das haben einige genutzt und haben erst einmal ein Eis gegessen. Einer hat vor einer Bar angehalten, hat eingekauft und das Eis dann verteilt. Ich habe leider keins abbekommen... Na ja, so ein Tag muss auch mal sein. Die letzten Etappen hatten 250 und 200 Kilometer, das geht schon an die Substanz. Und auch heute war nicht für alle locker, sagt Martin. Klar, er musste ja auch die letzten 50 Kilometer von vorne fahren, um Mickael Buffaz dann noch einzuholen. Na ja, so gibt es halt immer was zu tun... Außerdem, auch wenn das eine Flachetappe sein sollte heute, wir hatten am Ende 1500 Höhenmeter auf dem Tacho. Soviel zu Flachetappen... Morgen geht’s jetzt erstmal richtig in die Berge. Ich glaube, es kommen sowieso nur noch zwei richtige Sprintetappen. Mal sehen, morgen jedenfalls nicht. Also habe ich mir schonmal eine Bergübersetzung montieren lassen und werde es erstmal locker angehen. Hauptsache überstehen... Bis morgen dann wieder, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 10. Etappe - 22. Mai 2007 |
Hallo liebe Fans, so, jetzt sind wir auch endlich im Hotel. Eigentlich war es diesmal gar nicht so weit. Zehn Kilometer mit den Rädern den Berg wieder runter, danach so zehn zwölf Kilometer mit dem Bus. Aber bis mal alle da sind nach so einer Bergetappe, das dauert dann schon mal ein bisschen. Außerdem muss Alessandro ja immer zur Siegerehrung für das Sprinttrikot, also haben wir natürlich gewartet. Wie gut, dass man im Bus schonmal duschen und was essen kann. Ansonsten war der Tag heute nicht so gut. Ghisalberti ist in der Verpflegungszone rausgegangen. Er hatte Rückenschmerzen. Also fehlt jetzt nach Ongarato, der noch immer Knieschmerzen von dem Sturz hatte, noch einer. Und mit meinem Knie ist es auch noch nicht besser geworden. Eher im Gegenteil. Am Anfang lief es noch gut, die ersten 50 Kilometer waren flach, da sind wir mit einem 51er Schnitt immer am Meer lang und ich bin mit den Gruppen mitgesprungen. Zum Schluss mit zwei Fahrern von Saunier noch in eine größere Gruppe - aber am Berg ging dann gar nichts mehr. Zwischendurch hatte ich solche Schmerzen, dass ich gedacht habe, ich steige aus. Wobei berghoch, das ging noch gegen das, was dann bergab kam. Immer wenn man rollen gelassen hat und dann wieder antreten musste, das war Hölle. Ich bin hinterher echt zu 75 Prozent mit dem linken Bein gefahren. Und das ist natürlich nicht so prickelnd, wenn man nach 50 Kilometern schon solche Probleme hat und noch 200 Kilometer zu fahren sind. Aber ich wollte mich auf jeden Fall durchquälen. Morgen geht's nochmal flach, da will ich nochmal für Alessandro fahren. Von der Kraft her war es sogar okay, aber die Schmerzen waren schon Hölle. In die letzten zwei Berge bin ich dann noch relativ weit vorne reingefahren und habe mich dann durchsacken lassen. Am Ende hatte ich zwölf Minuten Rückstand, aber das spielt ja keine Rolle. Ich hoffe, dass es morgen wieder hält und es einen Sprint gibt. Aber dafür muss ich jetzt erstmal zur Massage und zur Behandlung. Ich krieg Salben auf das Knie und einen Verband drum. Ich bin heute extra schon mit Verband gefahren. Ich will den Giro natürlich gerne zu Ende fahren, aber wenn es keinen Sinn macht, steige ich vorher aus. Nur so leicht bin ich nicht unterzukriegen - erstmal werde ich weiter kämpfen. Dann mal bis morgen, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 9. Etappe - 21. Mai 2007 |
Hallo liebe Fans, langsam geht's mir wieder besser. Heute hatte ich zwar wieder etwas Probleme mit dem rechten Knie, das hat wieder etwas gezwickt, aber das wird schon wieder. Ich glaube, ich hatte meine paar schlechten Tage für diese Rundfahrt schon. Ein paar Tage hat es sich fast wie Muskelkater angefühlt, aber jetzt geht es wieder aufwärts. Zum Glück war der Tag heute auch nicht ganz so schlimm, es war nur tierisch heiß. Ich bin extra vor dem Start noch zum Auto und habe mir das Unterhemd ausgezogen, obwohl ich schon nur das Sommertrikot anhatte. Im Rennen hat dann erst T-Mobile kontrolliert und wir sind dann bei einem Abstand von zweieinhalb Minuten auf die Spitze mit eingestiegen. Dummerweise musste ich dann 15 Kilometer vor dem Ziel schon mitfahren, weil Müller und Ghisalberti schon ziemlich viel gearbeitet hatten. Der Rest war dann etwas chaotisch und leider hat im Finale auch noch Ongarato gefehlt. Er hat doch noch etwas mit seinen Prellungen von dem Sturz nach der Regenetappe zu kämpfen. Aber Lancaster hat als letzter Anfahrer einen perfekten Job gemacht. Nur leider sind am Ende noch zwei vorbeigefahren. Das war natürlich schade, weil direkt vor seiner Haustür wäre es natürlich mit dem Sieg für Petacchi um so schöner gewesen. Ansonsten hat sich nach einer Woche hier schon voll der Rundfahrt-Takt eingestellt. Jeden Tag ein anderes Hotel, jeden Tag die gleiche Prozedur. Manchmal nervt das schon. Und ich stelle fest, in diesem Trott werde ich noch vergesslich. Wenn ich vom Essen aufstehe, habe ich echt manchmal vergessen, auf welchem Stockwerk mein Zimmer ist - und die Zimmernummer muss ich ja dann auch noch wissen. Zum Glück gibt es dafür ja dann unsere Pläne, die am Aufzug und in den Fluren hängen... Und glücklicherweise habe ich auch noch nichts groß im Hotel vergessen. Nur ein Satz Badeschlappen ist irgendwie weg. Keine Ahnung, ob die im Hotelzimmer liegen geblieben sind oder bei der Massage, auf jeden Fall sind sie weg. Aber das werde ich hoffentlich verschmerzen - wenn ich meinen iPod vergessen würde, das wäre schlimmer... Jetzt werd ich noch zuhause anrufen - heute hat nämlich meine Mama Geburtstag, der ich natürlich auch auf diesem Wege schöne Grüße sage und alles Gute wünsche. Bis morgen, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 8. Etappe - 20. Mai 2007 |
Hallo liebe Fans, die Etappe heute war nicht unbedingt etwas für mich. Gleich nach dem Start ging es 13 Kilometer berghoch. Da hat es ein wenig gedauert, bis der Dieselmotor warm gelaufen war. Ich habe mich hinten mit drüber gequält, die anderen von uns hatten ungefähr eine halbe Minute Rückstand, sind aber auf der Abfahrt ohne Probleme wieder herangekommen. Dann ist auf diesen ganzen Wellen unterwegs die große Spitzengruppe weggefahren. T-Mobile und Saunier Duval haben versucht, den Abstand zu kontrollieren. Aber bei so einer großen Spitzengruppe ist das natürlich nicht einfach. Von T-Mobile war das eine super Leistung, das Rosa Trikot doch noch zu verteidigen. Wir haben schnell gemerkt, dass der Abstand heute zu groß ist, um noch einmal auf einen Massenspurt zu fahren. Das hätte zuviel Kraft gekostet. So wollten wir unsere Kräfte schonen, es kommen ja auch noch andere Tage und der Giro geht noch zwei Wochen. Trotzdem war der Tag sehr anstrengend und ging schnell vorbei. Wir sind ja nicht langsamer gefahren wie die Spitze, deshalb war es auch heute wieder sehr schwer. Es war so schnell heute, dass nicht mal Zeit für eine Pinkelpause blieb. Morgen aber ist ein neuer Tag und es gibt eine neue Chance. Zielankunft ist morgen nur 100 Meter von Alessandros Haustür entfernt. Da wollen wir wieder was versuchen. Aber es wird schwer, denn zu Anfang gibt's wieder einen Berg, der uns auf über 1.000 Meter Höhe bringt. Zum Schluss geht's dafür wieder 80 Kilometer flach. Dann hoffe ich, dass es auch meinem Knie weiter besser geht. Nach diesem Massensturz vor ein paar Tagen hatte ich zuletzt ziemliche Knieschmerzen neben diversen Prellungen. Heute gings aber schon wieder besser. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen dann schmerzfrei bin. Drückt mal die Daumen. Bis morgen dann wieder, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 7. Etappe - 19. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, heute musste es ja klappen mit einem Sieg. Gestern hatte ich nämlich was Wichtiges vergessen: Das Armband meiner Frau! Das ist so etwas wie ein Glücksbringer - hat sich ja dann heute auch wieder gezeigt. Gestern fiel mir eine Stunde vorm Start auf, dass ich mein Armband nicht dabei habe. Es war im Koffer und der war schon verstaut. Naja, heute hatte ich es dabei - und es hat geklappt. Heute hatten wir die längste Etappe des Giro vor der Brust. T-Mobile, die seit gestern mit Marco Pinotti den Träger des Rosa Trikots in ihren Reihen haben, wollten gleich von Anfang an Präsenz zeigen und haben das Rennen gut kontrolliert. Es ist relativ langsam los gegangen. Irgendwann, so etwa nach 15 Kilometern, hatten sich dann vier Mann abgesetzt. Als sie ungefähr 100 Meter Vorsprung hatten, sind sie so eine Weile vor dem Feld hergefahren und fingen an zu diskutieren. Es ging wohl darum, ob sie weiterfahren sollen oder nicht, weil die Etappe ja schon ziemlich lang war und abzusehen war, dass es auf einen Massensprint hinauslaufen würde. Von hinten sah das irgendwie lustig aus. Dann sind sie aber gefahren und hatten schon bald einen Vorsprung von zehn Minuten. T-Mobile hat dann angefangen, den Rückstand zu reduzieren. Wir sind mit Mü und Ghisalberti mit eingestiegen. Und ab Kilometer 150 haben wir den Rückstand dann langsam runtergefahren. An dem Berg 50 vor Ziel hat dann plötzlich Quick Step draufgedrückt. Sie wollten wohl möglichst viele Sprinter loswerden an dem Anstieg. Was ja auch teilweise geklappt hat. Alessandro ist aber zusammen mit mir gut drüber gekommen im Feld. 20 Kilometer vor dem Ziel waren aber auch alle anderen Sprinter, wie Thor Hushovd und Robbie McEwen, wieder dran. Für uns war es gut, dass Quick Step so viel gearbeitet hat. Wir brauchten uns nur hinten drauflegen. Im Finale sind wir dann auf den letzten Kilometern richtig eingestiegen. Von Kilometer fünf bis drei bin ich alles gefahren, dann haben Lorenzetto und Sabatini übernommen. Es hat alles wunderbar geklappt und die Freude nach Alessandro's Sieg war natürlich riesig. Das war wieder ein Sieg des gesamten Teams, alle haben heute wieder dafür gearbeitet. Mal sehen, wie es morgen wird. Gleich am Anfang haben wir einen 13 Kilometer langen Anstieg. Aber mal schauen, drückt uns die Daumen. Bis morgen, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 6. Etappe - 18. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, das war wieder eine richtig schwere Etappe heute. Es ging über gleich drei ordentliche Berge. Vom Rennverlauf her war es wohl so, wie es sich die meisten schon gedacht hatten: Liquigas wollte nicht mit aller Macht das Rosa Trikot von Danilo Di Luca verteidigen. Auf den ersten 50 Kilometern ging es noch zur Sache mit vielen Angriffen. Dann waren aber fünf Mann vorne weg und es wurde etwas ruhiger. Liquigas hat alles ganz locker kontrolliert. Die Wellen am Anfang taten heute schon ziemlich weh. Bei mir lief es auch nicht so richtig rund. Die Beine waren nicht so gut im Rennen und ich fühlte mich auch nicht so gut - irgendwie schon noch Nachwehen von meinem Sturz - hab halt Prellungen am Rücken und am Oberschenkel. Aber ich hatte mir heute vorgenommen, in einer Gruppe mitzugehen. Hat aber nicht geklappt. Zweimal habe ich es versucht. Dann habe ich aber gemerkt, dass es nicht geht und irgendwann stand auch die Fünfer-Gruppe vorn. Die Berge sind wir dann im Feld verhalten gefahren. Am Schluss war ich mit Mirco Lorenzetto und Alessandro Petacchi in der Hauptgruppe und wir konnten den Sprint um Platz sieben vorbereiten. Für Alessandro ging es schließlich darum, seinen Vorsprung in der Punktewertung weiter auszubauen, da Robbie McEwen am letzten Berg ins Gruppetto zurückgefallen war. Ich denke, das haben wir gut hingekriegt heute. Fürs Team war es auf jeden Fall ok. Alessandro hat jetzt 13 Punkte Vorsprung. Morgen wird es auch wieder schwer. Es wird eine lange Etappe mit einem richtigen Berg drin. Es ist schwer vorauszusagen, was passiert. Nach dem Berg sind es zwar noch mal über 50 Kilometer bis ins Ziel, aber wenn die Bergfahrer durchdrehen… Man muss eben sehen, wie es läuft. Also dann bis morgen wieder, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 5. Etappe - 17. Mai 2007 |
Hallo liebe Leser, das war vielleicht ein Finale heute! Nach der letzten Bergwertung ging es ja nochmal zehn Kilometer nur runter, das war heute Mord und Totschlag. Sorry, aber das ist nicht ganz meine Welt. Und dann so ein blödes Ende: Der von Panaria hat Petacchi gleich zweimal eingebaut, was wollte er denn damit erreichen? Wenn er an sein Hinterrad gegangen wäre, wäre er Zweiter geworden, so ist er gar nichts geworden. Ist natürlich schon doof, weil sonst hätte Petacchi heute bestimmt gewonnen. Okay, ist ja auch nicht schlecht, wenn ein deutscher Fahrer gewinnt, aber mich hätte natürlich mehr gefreut, wenn einer aus unserem Team gewonnen hätte. Ansonsten war der Tag heute eher ruhig. Ich musste nicht allzu viel machen. Wir haben von Anfang an versucht, das Rennen zu kontrollieren, keine zu große und gefährliche Gruppe wegzulassen, und das hat ja auch funktioniert. Danach haben wir den Abstand kontrolliert. Das war zum Glück nicht richtig stressig heute, ich habe nämlich nicht richtig gut geschlafen. Irgendwie spüre ich meine linke Seite noch von dem Sturz gestern und der Rücken tut im unteren Bereich auch weh. Alles nicht so toll, aber wird schon. An morgen denke ich einfach mal noch nicht. Jetzt muss ich erst einmal die Etappe von heute abhaken. Wir sind gerade erst im Hotel angekommen und ich habe im Bus noch nicht geduscht. Ich dachte, wir sind schneller hier und es lohnt sich nicht, aber dann war da doch noch eine ganze Menge Verkehr. Aber dafür ist das Hotel gut, das kenne ich noch aus dem vergangenen Jahr. Da waren wir bei Tirreno-Adriatico schonmal hier - übrigens mit der gleichen Zielanfahrt wie heute. Aber gut, jetzt erstmal duschen, dann Massage und dann Abendessen. Ich glaube, das Essen war beim letzten Mal auch sehr gut, also wird es wohl hoffentlich wieder gut sein. Drückt mal die Daumen. Bis morgen dann wieder, euer Christian |
| Giro d'Italia - 4. Etappe - 16. Mai 2007 |
Hallo liebe Fans. So ein Mist, zwei Kilometer vor Schluss musste ich abreißen lassen. Heute habe ich mich richtig gut gefühlt. Bis drei vier Kilometer vor Schluss war alles gut, aber dann wurde es noch einen Tick steiler und die sind vorne richtig gefahren. Da konnte ich nicht mehr ganz mit und bin mein Tempo durchgefahren. Damit kann ich auf jeden Fall zufrieden sein, ich bin ja doch nicht der typische Bergfahrer - aber zwei Kilometer vor dem Ziel lässt natürlich keiner gerne reißen... Insgesamt war es ein chaotischer Tag heute. Dabei hatte er eigentlich so gut angefangen. Der Giro ist immer total entspannt. Eine der entspanntesten Rundfahrten, die ich kenne. Vor dem Start sind fast alle Fahrer im so genannten Giro-Dorf, da präsentieren sich die ganzen Sponsoren mit Ständen und haben Stühle und Tische draußen stehen. Wir haben uns schon gewundert, dass heute alle eine Stunde vor dem Start aus den Bussen raus sind, das gibt es sonst nie. Aber wir sind dann auch raus und haben noch in einer kleinen deutschen Runde ein bisschen geschwatzt. Mü - Martin Müller - war dabei und ein paar von Gerolsteiner. Eine richtige große deutsche Runde hat sich aber noch nicht gebildet. Aber das wird noch kommen, je länger wir von zu Hause weg sind. Nach dem Start war es auch erst einmal ganz ruhig. Wir sind gemütlich eine Küstenstraße lang gefahren. Dann hat es irgendwann angefangen zu regnen, das war ja erst sogar ganz angenehm, eine schöne Abkühlung. Die Tage waren zuletzt schon ziemlich heiß hier. Aber gleichzeitig hat man sofort gemerkt, wie die Straße richtig glatt wurde. Berghoch ist sogar das Hinterrad durchgedreht, das war unglaublich. Und dann in einer Stadt sind auf einmal bestimmt 100 Fahrer gestürzt. Unabhängig voneinander. Sowas habe ich noch nie erlebt. Ich habe vorher noch mit Mü gequatscht und gesagt, dass es ganz schön gefährlich ist, so glatt. Und dann lagen auf einmal alle. Erst dachte ich, ich könnte es noch schaffen und bin noch 30 Meter rumgeeiert. Aber dann bin ich auch noch gestürzt. Aber zum Glück ist nichts weiter passiert. Bis auf Alessandro sind alle von uns gestürzt. Etwas schlimmer hat es nur Fabio erwischt, zum Bus ist er jedenfalls etwas gehumpelt. Mü und ich haben ein paar Schürfwunden, aber das geht schon. Den Rest des Rennens lief dann alles gut. Saunier-Duval hat das Rennen kontrolliert und ich konnte supergut mitfahren. Die ganze Zeit am Hinterrad von Salvodelli und Co. Am Ende musste ich dann, wie gesagt, abreißen lassen und habe noch eine Minute auf den Sieger di Luca verloren - bin als 41. ins Ziel. Jetzt geht es noch etwa 70 Kilometer mit dem Bus zum Hotel. Wir sind gleich mit den Rädern wieder runter vom Berg, der Bus ist unten stehen geblieben, damit wir schneller wegkommen. Aber jetzt sind wir schonmal geduscht, die Wunden sind versorgt und man kann schonmal die Beine hochlegen. Bis morgen dann wieder, euer Christian |
| Giro d'Italia - 1. Ruhetag - Transfer zum Festland - 15. Mai 2007 |
Hallo liebe Fans, heute ist eigentlich nicht viel passiert, wir hatten ja wegen des Transfers schon den ersten Ruhetag. Aber der Tag war trotzdem lang genug, ein richtiger Ruhetag war es eigentlich nicht. Um halb zehn sind wir vom Hotel losgefahren, um halb zwölf ging der Flug, etwa eine Stunde später waren wir dann auf dem Festland. Da mussten wir dann noch einmal gut 100 Kilometer mit dem Bus fahren bis wir wieder im Hotel waren. Ganz schön stressig alles - da sind mir die kleinen Rundfahrten wie in Niedersachsen doch lieber - da gibt es so gut wie gar keine Transfers. Am Hotel gab es dann erst einmal Mittagessen, danach sind wir noch eine Stunde trainieren gefahren und das war's eigentlich. Danach noch Massage, dann sind wir hoffentlich gut vorbereitet für morgen und dann sehen wir weiter. Also dann bis morgen wieder, euer Christian. |
| Giro d'Italia - 3. Etappe - 14. Mai 2007 |
Hallo liebe Fans, besser als heute geht's nicht. Wir haben gewonnen und können zufrieden sein. Heute ging am Anfang wieder alles ziemlich schnell, gleich war eine Gruppe von fünf Fahrern weg. Liquigas, die ja das rosa Trikot haben, hat dann kontrolliert und die Ausreißer bis auf sechs Minuten weggelassen. Das ist nichts unübliches, diesen Abstand fährt man eigentlich locker wieder zu. Von uns ist dann Cortinovis nach 50 Kilometern mit eingestiegen, und Martin Müller nach 100 Kilometern. Aber die Ausreißer haben sich vorne so unglaublich gewehrt, dass sie 40 Kilometer vor dem Ziel noch immer fünf Minuten Vorsprung hatten. Wir haben also alles gegeben, um sie wieder einzuholen. Dadurch konnten wir dann allerdings im Sprint nicht mehr alles geben, denn das war schon anstrengend vorher. Aber Alessandro hat es ja alleine geschafft. Nach dem Rennen mussten wir dann alle zusammen aufs Podium, weil wir als "Super-Team" geehrt wurden. Ich weiß auch nicht ganz genau, wie die Wertung zustande kommt, aber es ist eine Art Mannschaftswertung, die unsere Arbeit von gestern und heute belohnen soll. Erst kam also Alessandro aufs Podium, dann die Trikot-Fahrer - dabei wieder Alessandro mit dem Sprintertrikot, und dann wir. Das war schon ein schönes Gefühl! Auf dem Weg zum Hotel wurde es etwas chaotisch. Wir hatten nur einen Zettel, auf dem der Name des Hotels stand und eine Wegbeschreibung: Zwei Kilometer geradeaus, dann rechts. Was in der Stadt hier etwas schwierig war. Unterwegs haben wir einige Polizisten auf Rollern gesehen und sie nach dem Weg gefragt. Letztendlich haben uns die Polizisten den Weg gezeigt und wir wurden von einer Polizeieskorte zum Hotel gebracht. Das war schon abgefahren. Heute Abend wird sich erst einmal ausgeruht. Wir feiern nicht mehr wirklich, weil unsere Betreuer schon mit der Fähre auf dem Weg zum Festland sind. Wir Fahrer fliegen dann morgen mittag rüber. Die Zeit ist eigentlich ein bisschen blöd, denn so kann man am Vormittag nichts mehr machen, und wenn wir ankommen wird's stressig. So haben wir nicht wirklich viel vom Ruhetag. Aber dafür ist jetzt erst einmal Ruhe angesagt. Ich werde mich noch ein bisschen hinlegen, und gleich beim Essen stoßen wir mit Sekt an - wie wir das immer machen, wenn jemand von uns gewonnen hat! |
| Giro d'Italia - 2. Etappe - 13. Mai 2007 |
Hallo liebe Fans, es ging richtig schnell los auf der heutigen Etappe, morgens fuhren direkt fünf Fahrer weg. Alessandro Petacchi hatte heute seinen kleinen Computer vergessen und ich habe ihn in meiner Tasche mitgenommen. Bis ich dann zu ihm gefahren bin, um ihn ihm zu geben, waren die Fünf schon weg. Bis zur Verpflegungskontrolle war es aber eigentlich ein recht entspannter Tag. Dann wollten wir Liquigas hinterher fahren, weil sie ja das rosa Trikot haben. Martin Müller ist mit durchgefahren, und ab diesem Punkt ist der Vorsprung der Führenden geschmolzen. Dann kamen ein langer, nicht so schwerer Berg, und zwei schwere kürzere. Auf dem letzten Berg haben die Klassiker-Fahrer wie Bettini und Rebellin noch einmal attackiert und ich war vorn mit dabei. Dort habe ich dann auf die anderen Fahrer aus meiner Mannschaft gewartet und bin hinter den Teams, die das Tempo gemacht haben, hergefahren. Vier Kilometer vor dem Ziel kamen dann die anderen mit Alessandro und wir sind vorne durch gefahren. Von Kilometer vier bis drei bin ich von vorne gefahren und die anderen fünf Mann hinter mir. Wir haben den Sprint super gut angefahren, doch Alessandro ist leider nur dritter geworden. Aber unser Zug hat super gut gearbeitet, und wir sind auch gut über den letzen Berg gekommen. Darauf lässt sich auf jeden Fall aufbauen. Ich denke wir sind auf dem richtigen Weg. Und die Etappe morgen liegt uns wahrscheinlich ja auch wieder. Dies wird eine ganz flache Etappe. Jetzt sitze ich gerade im Bus, wir haben noch 100 Kilometer Transfer bis zu unserem neuen Hotel vor uns. Das wird also noch ein relativ langer Tag werden. Bis wir mit der Massage und dem Essen fertig sind, wird es bestimmt 22 Uhr, dann fängt erst die Erholung an. Ich bin wahrscheinlich wieder mit Martin auf dem Zimmer. Normalerweise schauen wir uns abends noch einen Film auf dem Laptop an, aber heute wohl eher nicht. Sonst wird's nach 24 Uhr, und wir müssen morgen ja wieder fit sein. Denn dort wartet wieder eine anstrengende Etappe auf uns, auf der wir's auf jeden Fall wieder probieren wollen. Bis morgen, Euer Christian. |
| Giro d'Italia - 1. Etappe - Mannschaftszeitfahren - 12. Mai 2007 |
Hallo liebe Fans, das Ergebnis beim Zeitfahren heute war leider nicht so gut. Eigentlich hatten wir uns mehr vorgenommen für heute. Wir sind die Strecke in einer Zeit von 35:11 Minuten gefahren, die Gewinnermannschaft hat 33:35 Minuten gebraucht. Das ist schon ziemlich weit weg. Wir hatten uns zumindest vorgenommen auf einen Platz zu fahren, auf dem Alessandro in Reichweite des Rosa Trikots ist, aber davon sind wir jetzt ganz schön weit weg. Naja, die anderen waren halt schneller. Es war sehr windig heute und wir waren uns nicht ganz sicher bei der Auswahl der Laufräder. Wir haben dann die Laufräder ohne Hinterradscheibe genommen. Aber das haben andere auch gemacht, daran kann's also nicht gelegen haben. Irgendwie sind wir einfach nicht in den richtigen Rhythmus gekommen und die Strecke kam uns mit dem ständigen Auf und Ab auch nicht entgegen. Aber das muss man abhaken, wir haben ja noch 20 Etappen vor uns. Morgen geht es dann endlich richtig los. Ich habe mich heute eigentlich ganz gut gefühlt und die Mannschaft ist fit und gut vorbereitet. Morgen gibt es die erste Sprintetappe, das heißt alles geben für Alessandro. Ich werde also versuchen, den heutigen Tag abzuhaken und an morgen zu denken. Und ich bin mir sicher, dass wir eine gute Leistung bringen können. Bis morgen, Euer Christian. |
| Giro d'Italia - Teampräsentation - 11. Mai 2007 |
Heute fand die Präsentation der Giro-Teams auf einem italienischen Flugzeugträger statt. Bevor es dort hin ging, sind wir vormittags erst noch einmal ungefähr drei Stunden trainieren gefahren. Die Präsentation war dann eher eine etwas schleppende Angelegenheit. Wir sind mit dem Auto zum Hafen gefahren, von dort aus ging es auf ein Boot, das uns zum Flugzeugträger brachte. Das Schiff selber war ganz interessant, es ist ein altes Kriegsschiff der italienischen Marine. Während wir auf die Veranstaltung warteten, waren wir unten im Flugzeugträger, wo die ganzen Flugzeuge und Hubschrauber abgestellt sind. Diese konnten wir uns in der Zeit auch einmal näher anschauen. Dann wurden wir mit einer riesigen Hebebühne hochgefahren und sind dann einmal die Start- und Landebahn hoch und runter gelaufen. Links und rechts von uns standen die Journalisten Spalier und die Mannschaften gingen den Weg nacheinander ab. Bevor es zurück ging, sagte jeder seinen Namen, dann wurden wir wieder mit der Hebebühne nach unten #gefahren und es ging mit Boot und Auto zurück ins Hotel. Jetzt komme ich gerade von der Massage, und in ein paar Minuten steht auch schon eine Teambesprechung auf dem Programm. Gianluigi Stanga ist heute angekommen und möchte noch einmal mit uns allen sprechen, bevor es morgen losgeht. Vielleicht will er uns ja noch einmal auf den Giro einstimmen. Morgen Vormittag werden wir noch einmal ein bisschen trainieren und dann geht es gegen 15 Uhr auch schon los zum Mannschaftszeitfahren. Freu mich, dass es morgen endlich losgeht. Bis morgen, Euer Christian. |
| Giro d'Italia - Trainingstag - 10. Mai 2007 |
Liebe Fans, jetzt kann es dann losgehen mit dem Giro d'Italia. Ich bin gestern Morgen hier in Sardinien angereist. Zusammen mit Martin Müller war ich einer der ersten, die im Hotel angekommen sind. Ich bin von Köln aus geflogen, Martin von Berlin aus. Der Rest der Mannschaft kam erst abends an. Nachmittags sind Martin und ich erstmal trainieren gefahren. Es ist super windig hier und keinen Meter flach, so dass wir ca. 90 Kilometer in drei Stunden gefahren sind. Es ist richtig schön hier, tolles Wetter und ein total blaues Meer. Da kriegt man richtig Lust auf Urlaub. Aber das gibt es jetzt erst einmal nicht für uns, jetzt wird Rad gefahren. Heute Morgen waren wir zuerst alle bei der Blutkontrolle der UCI, danach sind wir trainieren gefahren und haben uns die Strecke für das Zeitfahren am Samstag angeschaut. Das findet nicht hier auf Sardinien statt, sondern auf einer kleinen Insel vor der Küste. Wir sind also mit der Fähre rüber gefahren, haben drei Stunden lang trainiert und wollten dann wieder zurück. Die Fähre fuhr aber erstmal nicht, also mussten wir noch mal eine Runde fahren und konnten dann erst auf die Fähre. So waren wir viereinhalb Stunden unterwegs für drei Stunden Training. Die Strecke für das Zeitfahren ist richtig schwer. Es ist sehr windig hier, die ganze Zeit geht es über eine schmale Straße mit vielen Kurven bergauf und bergab. Die Abfahrten sind auch ziemlich gefährlich, so dass man schon aufpassen muss. Am besten versucht man, ein Mittelmaß zu finden zwischen Gas geben und abbremsen. Die Stimmung im Team ist sehr gut. Alle sind gut vorbereitet und wir freuen uns auf die Rundfahrt. Im Moment haben wir ja noch ein bisschen Zeit bis Samstag, wo ja auch nur das Zeitfahren über 24 Kilometer stattfindet. Bei dem vielen Warten kann es schon manchmal ein bisschen langweilig werden, so dass wir uns alle freuen, wenn es endlich losgeht. Ich habe mir gerade einmal richtig das Höhenprofil angeschaut, es wird schon ziemlich schwer werden. Es sind einige harte Bergetappen dabei, aber auch einige, die uns liegen. Großartig nervös bin ich eigentlich nicht, zumindest nicht mehr als bei anderen Rennen. Ich bin den Giro ja schon einmal gefahren und weiß also, was auf mich zukommt. Und, wie wir in Köln sagen, "Et kütt wie et kütt". Bis morgen, Euer Christian. |
| Giro d'Italia - Anreisetag - 9. Mai 2007 |
Heute bin ich nach Italien geflogen. Bei 3-wöchigen Rundfahrten muss man immer schon drei Tage vor dem Start da sein, da bis dahin ein paar Termine zu erledigen sind - wie z.B. die Präsentation am Freitag. Bin nun also doch im Aufgebot für den Giro d'Italia gelandet - das hat mehrere Beweggründe. Zum Einen sind dem Team in den letzten Wochen so einige Fahrer "verloren" gegangen, durch Stürze und Erkrankungen. Ich für mich weiß ja aus dem letzten Jahr, dass es mir nicht geschadet hat, den Giro zu fahren - vor allem im Hinblick auf die Tour. Auch wenn ich mir in diesem Jahr zunächst vorgenommen hatte, es diesmal anders anzugehen und mich voll auf die Tour zu konzentrieren, werde ich nun im Giro meine Chancen nutzen und dann mal sehen, wie es weitergeht. Hauptaufgabe wird natürlich sein, für Alessandro die Sprints vorzubereiten und vielleicht schaffen wir es ja sogar, ihm ins rosa Trikot zu verhelfen. Dazu müssen wir natürlich am Samstag ein gutes Mannschaftszeitfahren abliefern! Und auf späteren Etappen werde ich versuchen, in Ausreißergruppen dabei zu sein.. und dann mal sehen, ob dann gute Beine und das nötige Glück zusammenkommen. Einen privaten Beweggrund gab es denn aber auch noch, nun beim Giro anzutreten: Ende Juni werde ich zum ersten Mal Papa. Ohne den Giro wäre ich im Juni bei Rundfahrten gestartet, um mich auf die Tour vorzubereiten... So hoffe ich, dass ich zur Geburt zuhause sein werde! |
| Niedersachsen-Rundfahrt - 5. Etappe - 29. April 2007 |
Die letzte Etappe der Niedersachsen-Rundfahrt war auch gleichzeitig die schwerste. Gleich zu Beginn ging es in die Harzer Berge. Und das liegt mir nicht so, wenn gleich nach 20 Kilometern eine Bergwertung kommt. Ich bin eher der Dieselmotor, der erstmal warmlaufen muss. So konnte ich leider nicht bei der ersten Attacke am ersten Berg mitgehen. Das wollten meine Beine einfach nicht mitmachen. Leider war aber auch kein anderer von unserem Team in dem Moment in der Lage. Und schon war eine Riesengruppe mit 13 Mann vorne raus. Und diese Gruppe war verdammt gut besetzt - mit drei starken Gerolsteinern, Linus Gerdemann und Andre Greipel von T-Mobile und einigen weiteren starken Fahrern. Schon jetzt war klar, dass das ein hartes Stück Arbeit wird für uns. Sind von da an nur von vorne gefahren. Haben aber diesmal zumindest noch ein bisschen Unterstützung von Rabobank und Skil Shimano bekommen, deren Sprinter in der Gesamtwertung auch noch ganz vorne lagen. Aber die 13 Mann da vorne haben ein ziemlich gutes Tempo vorgelegt. Die haben lange dagegen gehalten - und wir sind hinten wirklich Anschlag gefahren. Als die Gruppe vorne nach und nach kleiner wurde, weil einige dem hohen Tempo in den Bergen Tribut zollen mussten, wuchsen unsere Chancen, die Gruppe wieder einzuholen. Bei der 1. Zieldurchfahrt - also 10 Kilometer vor dem Ziel - hatten wir noch einen Rückstand von 45 Sekunden. Einige von uns waren da schon nicht mehr dabei. Die hatten bereits über 100% gegeben. Auch ich hatte bis zur Zielrunde nochmal alles gegeben, was ich hatte. Dann war ich hinten drin in der Verfolgergruppe und konnte einfach nicht nochmal nach vorne fahren, um Alessandro zu helfen. Der ackerte nun selber, um sein gelbes Trikot zu verteidigen. Und auch Erik ging nach vorne. Sie verringerten den Vorsprung weiter. Bis wir die Spitzengruppe schließlich einen Kilometer vor dem Ziel ganz eingeholt haben. Das war echt Wahnsinn. Erik hat dann nochmal versucht mitzusprinten und wurde Sechster. Alessandro rollte als 20. ins Ziel. Für einen Sprint reichten die Körner nicht mehr - der Rundfahrt-Sieg war wichtiger. Heute abend haben wir auf den Sieg natürlich mit einem Glas Sekt angestoßen. Alessandro hat sich nochmal für unsere super Arbeit bedankt. Dass dieser Erfolg ein echter Team-Erfolg war. Unser Team ist wirklich gut in Form - mal sehen, was wir beim nächsten Highlight daraus machen können - am Dienstag bei Rund um den Henninger Turm. Dann mal bis Dienstag, euer Christian. |
| Niedersachsen-Rundfahrt - 4. Etappe - 28. April 2007 |
Diese Etappe verlief eigentlich genauso wie die letzten - diesmal wieder mit dem glücklichen Ende für uns! Bin bei Attacken am Anfang öfter mal mitgesprungen, damit keine größere Gruppe ohne uns geht. Letztendlich war es aber wieder eine 4-Mann-Gruppe, die man ziehen ließ. Also normalerweise ganz gut wieder einzuholen. Und auch diesmal hing fast die gesamte Arbeit an uns. Kaum ein Team, das uns bei der Nachführarbeit unterstützt hat. Das ist halt das Los des Teams, das gleichzeitig das gelbe Trikot und einen der schnellsten Sprinter im Team hat! Aber darüber will ich mich natürlich nicht wirklich beklagen!! Unser Timing hat auf jeden Fall wieder ganz gut gepasst. Und auf der 11 Kilometer langen Zielrunde hat dann auch T-Mobile noch mit gearbeitet, so dass wir die Spitzengruppe wenige Kilometer vor dem Ziel gestellt hatten. Ongarato und Zabel haben sich dann wieder vor Petacchi gespannt und ihm den Sprint angezogen. Und Alessandro ist hier wirklich in einer bestechenden Form. SChon 150 Meter vor dem Ziel war in der Spitzenposition mit ner halben Radlänge Vorsprung, den er bis zum Ziel noch zu einer ganzen Radlänge ausbauen konnte. Er machte damit den 3. Etappensieg bei dieser Rundfahrt perfekt und verteidigte sein gelbes Trikot. Das bedeutet, auch morgen wird es wieder ein arbeitsreicher Tag für uns werden! Also dann bis morgen wieder, euer Christian. |
| Niedersachsen-Rundfahrt - 3. Etappe - 27. April 2007 |
Mit dem gelben Trikot in unserem Team sind wir heute schon recht früh von vorne gefahren und haben das Tempo kontrolliert. Auch heute gingen natürlich wieder Attacken. An der Bergwertung war ich auch kurz mal mit einer Gruppe raus. Da hab ich gemerkt - meine Beine sind gut. Die Gruppe wurde aber wieder eingeholt. Danach konnte sich eine 6-köpfige Spitzengruppe erfolgreich vom Feld lösen. Wir haben dann dafür gesorgt, dass der Abstand nicht zu groß wird. Wir mussten aber schon ganz schön ackern, um die Gruppe wieder einzuholen. Was wir dann aber so ca. 15 vor Ziel geschafft haben. Dann haben wir wieder unseren Zug aufgebaut. Heute fuhr Alessandro vor Erik. Einige Fahrer haben dennoch Alessandros Hinterrad gesucht. Das war dann gar nicht so einfach, die Reihe zu halten. Die Zielrunde war recht eng und dadurch wurde es ziemlich chaotisch. Alessandro hat dann für Erik angezogen, aber rechts war Platz für Ciolek, der sich das optimale Hinterrad, nämlich Eriks, geschnappt hatte, und vorbeizog. So hat es dann heute nicht ganz funktioniert. Aber ein zweiter Platz für Erik und ein Vierter für Petaccchi ist ja auch nicht so schlecht. Und das gelbe Trikot haben wir ja auch noch - und das werden wir morgen wieder versuchen zu verteidigen. Also dann bis morgen wieder, euer Christian. |
| Niedersachsen-Rundfahrt - 2. Etappe - 26. April 2007 |
2. Etappe - 2. Sieg für unser Team. Besser kann's wirklich nicht laufen. Zuvor mussten wir aber wieder ordentlich arbeiten. Zu Beginn der Etappe sind Sibi und ich immer wieder bei größeren Gruppen mitgesprungen. Aber keine konnte sich wirklich lösen. Erst als wieder eine kleine Gruppe von vier Mann attackierte, ließen wir sie ziehen. Vier Fahrer sind immer wieder ganz gut einzuholen. So wuchs der Vorsprung zunächst mal auf fünf Minuten an, bevor wir hinten anfingen Tempo zu machen. Zuerst sorgten Ongarato und Sabatini für das Tempo. Nach gut 50 Kilometern lösten Sibi (Marcel Sieberg) und ich die beiden ab. Nach weiteren 50 Kilometern gingen dann Grabschi und Poitschke in die Führung. So fuhren wir das Loch kontinuierlich zu. Auf den letzten 30 Kilometern gingen nochmal einzelne Attacken, denen ich immer wieder hinterher bin. Vor allem Wiesenhof versuchte so nochmal sein Glück, wo sie doch gestern ihren Sprinter verloren haben. Bei uns aber lief alles nach Plan. Auf den letzten Kilomtern ging unser komplettes Team an die Spitze des Feldes und kontrollierte das Tempo. Als ich das letzte Mal in der Führung war, gab ich nochmal alles und ging dann raus. Meine Teamkollegen führten dann den Zug weiter bis zum Ziel. Erik als letzter Mann vor Alessandro. Alessandro vollendete unsere gut funktionierende Vorarbeit und holte sich den zweiten Sieg in Folge - vor Ete!! Heut hat wirklich wieder alles gepasst. Echt klasse! Unser Sponsor ist natürlich mehr als zufrieden!! Auch die morgige Etappe ist eine Sprinteretappe... Also dann bis morgen wieder, euer Christian. |
| Niedersachsen-Rundfahrt - 1. Etappe - 25. April 2007 |
Hallo aus Bremen. Die heutige Etappe lief recht locker ab. Nach einigen Kilometern hat sich eine Vierergruppe vom Feld lösen und einen Vorsprung von über drei Minuten herausfahren können. Eine Koalition der Sprinterteams hielt die Gruppe auf diesem Abstand, bevor wir mit der richtigen "Einholarbeit" loslegten. Vor allem unser Team hat viel getan, um die Vier wieder einzuholen, schließlich wollten wir heute vor den Toren unseres Sponsors glänzen. Ich bin die letzten 30 Kilometer mit in der Führung gefahren - so bis 3 Kilometer vor Schluss. Dann haben meine Teamkollegen den Sprint für Alessandro angezogen. Und das hat super geklappt. Mal sehen, wie's morgen für uns läuft... Also dann bis morgen wieder, euer Christian. |
| Gent-Wevelgem - 11. April 2007 |
Hallo aus Belgien vom Pro Tour Rennen Gent Wevelgem. Heute zwei Tage nach Rund um Köln stand schon wieder das nächste Rennen auf dem Programm. Das Entscheidene bei diesem Rennen sind die zwei Passagen am Kemmelberg nach 140 und 160 Kilometern. Bin beide Male vorne mit rein und immer in der ersten großen Gruppe gewesen. Hatte wieder ganz gute Beine und hab öfter mal probiert, in Ausreißergruppen zu kommen. Leider konnte ich bei der Attacke vom späteren Sieger Marcus Burghardt nicht mitgehen. Ich war eigentlich an seinem Rad, aber es war leichte Windkante und ich musste ihn ziehen lassen. Komme dann mit ner 60-köpfigen Verfolgergruppe ins Ziel und werde 33ster. Leider hatten meine Teamkollegen Velo, Sacchi und Petacchi Pech und stürzten in der zweiten Abfahrt vom Kemmelberg. Bis zur Niedersachsen-Rundfahrt dann in zwei Wochen, euer Christian. |
| Rund um Köln - 9. April 2007 |
Hallo! Lieber ein bisschen spät als nie - hier mein Eintrag zu Rund um Köln 2007. Es war natürlich eine besondere Sache mit der Nummer 1 des Vorjahressiegers ins Rennen zu gehen, es hat mich sehr motiviert. Es ging wie immer in Köln sehr schnell los, weil das die Chance für kleine Teams ist, sich zu zeigen, da der WDR ja von Beginn an live überträgt. Ich bin aufmerksam gefahren, denn ich wollte auf keinen Fall ne Gruppe verpassen. Aber das lief anders wie letztes Jahr und irgendwann wurden vier Mann fahren gelassen, wo sowieso jeder wusste - die können wir locker wieder holen. An den Bergwertungen gingen dennoch einige Attacken, denen ich immer folgen konnte. Hatte alles unter Kontrolle, nur leider war das Loch zum Hauptfeld nie groß genug, dass wir weg kamen. So lief alles auf einen Massensprint heraus, wo ich natürlich Alessandro unterstützt hab. Ich denke mit seinem dritten Platz können wir zufrieden sein - die Team-Leistung war auf jeden Fall wieder super. |
| Hel van Het Mergelland - 7. April 2007 |
Hallo liebe Fans, ich melde mich heute vom Hel van Het Mergelland. Zwei Tage vor Rund um Koeln also nochmal ein Rennen, um zu sehen, wie meine Form ist. Denn nach San Remo bin ich nur zuhause trainieren gefahren und keine Rennen mehr. Habe heut probiert aufmerksam zu fahren, denn ich hatte mir schon was vorgenommen für das Rennen hier, das sehr schwer ist und über viele Berge vom Amstel Gold Race geht. Am Ende kam eine 10-Mann-Gruppe an und ich war im kleinen Feld dahinter. Ich bin oft mitgefahren bei den Attacken und am Ende vielleicht ein paar mal zu viel, denn wo die 10 Mann gingen, war ich platt. Naja, hoffentlich klappt's am Montag in Köln besser. Die Form ist auf jedenfall gut! Also dann bis Montag wieder... |
| Mailand San Remo - 25. März 2007 |
Hallo liebe Leser, heute stand der längste Klassiker der Radsportsaison auf dem Programm. Meine Aufgabe war es erstmal die Anfangsphase des Rennens zu kontrollieren. Es durfte natürlich keine große Gruppe ohne uns gehen - doch es dauerte dann fast 100km bis endlich eine Gruppe von sechs Mann raus war. Die Gruppe war nicht weiter gefährlich und wurde bis auf über acht Minuten weggelassen, bis sich hinten eine Allianz der Teams Lampre, Liquid Gas, Rabobank und Milram bildete. Jedes Team stellte einen Fahrer ab, um den Vorsprung der Gruppe zu kontrollieren. Für uns musste ich ran. Wir fuhren den Vorsprung langsam aber sicher immer mehr zu, bin insgesamt fast 150km von vorne gefahren bis kurz vor die Cipressa. Es lief heut wirklich gut bei mir und es war ein langer schwerer Tag. Zuerst 100km lang pausenloses "Mitgespringe" und dann die 150km Arbeiten an der Spitze des Feldes. |
| Tirreno-Adriatico - 7. Etappe - 20. März 2007 |
Hallo liebe Leser, heute der letzte Eintrag von Tirreno-Adriatico. Es ging heut erst einmal recht gemütlich los. Es wusste sowie so gut wie jeder, dass T-Mobile auf die erste Sprintwertung fahren wollte, um doch noch die Gesamtwertung zu gewinnen und deshalb ein Ausreißversuch ziemlich aussichtslos erschien. T-Mobile kontrollierte dann auch das Feld, schaffte es aber nicht, den Rückstand in der Gesamtwertung aufzuholen. Am Ende kam es zum Massensprint. Ich habe versucht, Alesandro anzufahren, wie auch der Rest vom Team. Aber leider war er viel zu früh im Wind, so dass er noch von einigen überspurtet wurde. Ich bleibe jetzt noch bis Mailand-San Remo in Italien.. also bis dann am Samstag aus San Remo, euer Christian. Ergebnisse der einzelnen Etappen - komplett und aktuell auf der Seite der italienischen Sportzeitung "La Gazetta dello Sport" |
| Tirreno-Adriatico - 6. Etappe - 19. März 2007 |
Hallo, heute von der sechsten und damit vorletzten Etappe von Tirreno-Adriatico. Hatte mir heute wieder vorgenommen, mein Glück in einer Aussreißer-Gruppe zu versuchen. Hab's aber trotzdem erstmal ruhig angehen lassen und bin nicht überall mitgefahren, um dann im richtigen Moment dabei zu sein. Soweit hat das auch gut geklappt, war erst mit einer Gruppe von über 20 Mann weg. Diese Gruppe war aber viel zu gefährlich für Gerolsteiner, so dass sie uns mit aller Macht und großem Krafteinsatz zurückholten. Kurz vorm Zusammenschluss attackierte ich erneut aus der Gruppe heraus und konnte mich mit einigen Fahrern absetzen. Wir hatten maximal sechs Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld. Es war ein sehr schwerer Tag heut, es ging nur hoch und runter. Und nicht zu vergessen der 12 Kilometer lange Schlussanstieg. Bis dahin hatte es unsere Gruppe auch geschafft mit ein paar Minuten Vorsprung. Wurde dann aber leider von ein paar meiner Mitstreiter unten am Berg, so 10 vorm Ziel, abgehangen. Aber ich hab trotzdem alles gegeben, um es vielleicht vor den ersten aus dem Hauptfeld ins Ziel zu schaffen. Doch dieser Traum zerplatzte so 2 Kilometer vorm Ziel. Dort holte mich die erste Gruppe ein. Hab mich dann noch so schnell ich konnte ins Ziel geschleppt. War am Ende 34. mit 3:01 Rückstand. Aber auch wenn's heut nicht geklappt hat mit ner Toplatzierung - ich geb nicht auf. Also in diesem Sinne bis morgen nach der Schlussetappe,euer Christian. |
| Tirreno-Adriatico - 5. Etappe - 18. März 2007 |
Hallo Leute, heut war die 5. Etappe von Tirreno-Adriatico - ein Einzelzeitfahren über 20,5 Kilometer. Ich bin um 14:12 Uhr an den Start gegangen - genau eine Minute hinter Ete. Das war ganz gut - so konnten wir uns zusammen warmfahren. Sind zusammen mit dem Rad zum Start gefahren, so ca. 20 Kilometer, danach noch ein wenig auf der Rolle und dann ging's auf die Strecke. Ich habe schon versucht das Einzelzeitfahren voll zu fahren, denn es ist ein gutes Training für die nächsten Zeitfahren, die diese Saison noch kommen. Bin aber vom Kopf her locker rangegangen. Meine Zeit war am Ende 28:45. Bin mit 1:37 Minute Rückstand auf Schumi 32. geworden. Also ganz ok eigentlich. War damit sogar Bester vom Team heut. Morgen gibt es dann eine lange Bergankunft und ich schreib euch dann wieder, wie es mir ergangen ist. Bis denne, euer Christian |
| Tirreno-Adriatico - 4. Etappe - 17. März 2007 |
Hi liebe Leser, heut von der 4 Etappe von Tirreno-Adriatico. Ich hab heut probiert mit einer Gruppe wegzukommen, aber leider hat's nicht ganz geklappt. Ich hab's wirklich immer wieder probiert, dann war ich ein wenig platt und auf einmal sind 20 Mann weg mit Mirko Celestino von uns. Es gab aber einige Mannschaften, die keinen in der Gruppe hatten und die fuhren das Loch dann wieder zu. In den Ziel-Anstieg sind wir dann mit dem geschlossenen Feld reingefahren, aber meine Beine waren einfach nicht gut und ich musste leider früh gehen lassen. Heute gewinnt wie gestern Riccardo Ricco von Saunier Duval. Von uns konnte leider keiner ganz vorne mitfahren. Viele Grüße an alle Leser aus Italien und bis morgen nach dem Zeitfahren... |
| Tirreno-Adriatico - 3. Etappe - 16. März 2007 |
Heut war die dritte Etappe von Tirreno-Adriatico. Es ging über 213 Kilometer und erstmal recht ruhig los, bevor das Gespringe so nach 30 Kilometern los ging. Hab's auch probiert, in ne Gruppe zu kommen. Am Ende ist aber nur einer alleine weggekommen. So war es für die Manschaft des Gesamtführenden einfach den Abstand zu kontrollieren. Am Ende mussten wir noch drei Mal eine Runde fahren mit einem 3 Kilometer langen recht steilen Berg. Dort war in der letzten Runde oben Ziel. Musste leider in der letzten Runde an der Mitte des Berges die vordere Gruppe ziehen lassen. Bin somit mit etwas Rückstand ins Ziel gekommen. Bis morgen dann wieder, euer Christian. |
| Tirreno-Adriatico - 2. Etappe - 15. März 2007 |
Heut stand die zweite Etappe von Tirreno-Adriatico auf dem Plan. Für mich war die Etappe recht entspannt. Nach drei Kilometern war eine Gruppe mit fünf Fahrern weg und im Feld ging es gemächlich zu. Lotto kontrolierte das Tempo und lies die Gruppe bis auf elf Minuten weg. Doch dann hörten sie einfach auf zu fahren. Es dauerte recht lange bis sich Teams gefunden hatten, die die Nachführarbeit machen wollten. Die Gruppe hatte bereits über 15 Minuten Vorsprung, als hinten eine Allianz stand. Genau genommen hat sich das Feld ziemlich verpokert - denn die Gruppe vorne kam mit ca. eineinhalb Minuten Vorsprung an. Ich musste nicht hinterher fahren und konnte den ganzen Tag im Windschatten mitrollen. Leider war das heut erstmal die letzte Chance für eine reine Sprinterankunft - die nächsten Tage werden sehr schwer. Mal sehen, wie's läuft. |
| Tirreno-Adriatico - 1. Etappe - 14. März 2007 |
Heute war die erste Etappe der 7-tägigen Rundfahrt. Sie war von der Topographi her nicht ganz so schwer. Es ging drei Berge hoch und wir sind recht gleichmäßig gefahren. So nach 30 Kilometern haben sich vier Mann absetzen können vom Feld. Die hatten bis zu 10 Minuten Vorsprung. Es sind dann Lampre und wir hinterher gefahren. Ich musste nicht ran - nur Poitschke und Cortinovis. Das Rennen war recht unruhig heut - viele Stürze sind unterwegs passiert. In einen war ich auch verwickelt. Vor mir stürzten einige Fahrer und ich hatte die Wahl: mitten rein in das "Knäuel" oder nach rechts ausweichen ins Gebüsch. Entschied mich in Sekundenbruchteilen für die zweite Variante. Machte zwar einen kleinen Salto, landete dafür aber recht "weich". Nur meinen Unterschenkel habe ich mir etwas geprellt - muss damit irgendwie in der Lenkerbeugung hängen geblieben sein. Ansonsten habe ich nichts an Blessuren. Konnte dann auch gleich wieder auf's Rad und bin wieder ans Feld rangefahren. Die Ausreißer hatten wir dann vier Kilometer vor dem Ziel auch wieder gestellt. Das Finale war dann Chaos pur - oder wie ein Italianer sagen würde "grande casino". Wir mussten drei 4km-Runden fahren und da ging's drunter und drüber. Wir konnten unseren Zug nicht aufbauen. Am Ende gewann dann Robbi McEwen. Der Beste von uns war heut Ete als Sechster. Viele Grüße, euer Christian. |
| Mallorca-Challenge - 11. - 16. Februar 2007 |
| Die Mallorca-Challenge wird in fünf Eintagesrennen ausgetragen mit einer inoffiziellen Gesamtwertung. Da man daher die Möglichkeit hat, nicht alle Rennen fahren zu müssen, sondern auch mal einen Tag auszusetzen, ist diese Rundfahrt ein sehr beliebtes Vorbereitungs-Rennen bei den Teams. So war die Rundfahrt in diesem Jahr sehr gut besetzt. Ich bin alle fünf Rennen gefahren und hatte einen ganz guten Tag, von dem ich was näher erzähle - die 3. Etappe: Ich war bereits nach ca 20 Kilometern in einer Elf-Mann-Spitzengruppe. Es ging erst noch 50 Kilometer flach weiter, bevor wir über den Soller und den Puig Major mussten. Als wir am Puig Major von einer kleinen 10-Mann-Gruppe zwei Kilometer vor der Bergwertung eingeholt worden sind, waren wir nur noch zu viert von der alten Spitzengruppe. Ich hatte mich also ganz gut festgebissen bei den spanischen Bergziegen. Kurz vor der Abfahrt Richtung Pollenca kam dann noch eine größere Gruppe mit Ete an uns heran. Ich hab's dann gleich nochmal probiert und fuhr nun mit einer Acht-Mann-Gruppe Richtung Ziel. Hatten sogar mal eineinhalb Minuten Vorsprung. Kurz vor dem vier Kilometer langen Zielberg wurden wir aber wieder gestellt. Dort fuhr ich dann ruhig hoch - hatte nach dem Tag einfach nicht mehr die Kraft um noch vorne mit hochzufahren, aber alles in allem war es ein guter Tag für mich. |